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Digital Society Blog

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Wissenschafts-Crowdfunding: Chancen und Herausforderungen

11 Dezember 2012

von Kaja Scheliga

Das Netzphänomen Crowdfunding hat sich, neben Crowdsourcing, insbesondere im Bereich der Kreativindustrien etabliert. Mittlerweile wurde dieses Konzept auch auf andere Bereiche ausgeweitet, so auch auf die Wissenschaft. Der Konkurrenzkampf um die knappen Forschungsgelder hat zur Folge, dass Wissenschaftler nach alternativen Finanzierungsmöglichkeiten unter Anderem auf Crowdfunding Plattformen suchen.

Die Crowdfunding Landschaft

Während sich Projekte mit Wissenschaftsanspruch bei Kickstarter oder Indiegogo unter die Vielzahl der bestehenden Kategorien mischen, gibt es bei RocketHub einen eigenen Bereich für Wissenschaftsprojekte. Zudem initiiert RocketHub die #SciFund Challenge (die dritte Runde läuft gerade) die speziell naturwissenschaftlich ausgerichtet ist. Plattformen wie z.B. Petridish, Microryza, iAMscientist oder MyProjects (Cancer Research UK) haben sich gänzlich auf Wissenschafts-Crowdfunding spezialisiert.

sciencestarter screenshot by hiig.de

Die deutsche Crowdfunding Plattform Sciencestarter widmet sich ausschließlich wissenschaftlichen Projekten.

Auch die deutsche Crowdfunding Landschaft verdichtet sich. Neben Startnext, Inkubato, Visionbakery oder Pling ist im November eine neue Plattform ins Leben gerufen worden: Sciencestarter ist die ‘erste deutschsprachige Crowdfunding Plattform zur Finanzierung von Projekten aus Wissenschaft, Forschung und Wissenschaftskommunikation’. Momentan sind sieben Projekte aktiv, wobei sich allein One World One Lab, das sich zum Ziel gemacht hat Video Dokumentationen über Wissenschaftler an verschiedenen Orten der Welt zu produzieren,  mit bisher erreichten 38% des Finanzierungsbedarfs und 46 Tagen verbleibender Laufzeit absetzt.

Chancen

Crowdfunding Plattformen im Wissenschaftsbereich ermöglichen Projekten eine Existenzchance, die nicht in die Rubriken bestehender Förderprogramme passen. Zudem hat Crowdfunding das Potenzial den Dialog zwischen Wissenschaftlern und der Öffentlichkeit  zu beleben. Die Wissenschaftler sind gefordert die Forschungsvorhaben ansprechend zu präsentieren und die Öffentlichkeit hat wiederum Einfluss darauf welche Projekte gefördert werden. Darüber hinaus bekommen die Förderer einen Einblick in den Forschungsprozess.

Herausforderungen

Eine Herausforderung für Wissenschafts-Crowdfunding ist es, neben der Finanzierung auch einen Weg zu finden, um die Aufmerksamkeit der Öffentlichkeit über die Finanzierungsphase hinaus zu halten, d.h. der Öffentlichkeit im Sinne von Open Science Zugang zum Forschungsprozess zu ermöglichen, wie es sich z.B. Sciencestarter zum Ziel macht. Die Balance zwischen attraktiven “Dankeschöns” für die Förderer und einem Einblick in das Forschungsprojekt für Interessierte aber finanziell Unbeteiligte scheint hier entscheidend zu sein. Das mit $25,460 erfolgreich auf RocketHub finanzierte Projekt Crowdsourcing Discovery von Ethan Perlstein verspricht beispielsweise die Forschungsdaten auf figshare hochzuladen, reguläre Updates auf der Homepage des Projekts zu veröffentlichen und die Forschungsergebnisse in einem Open Access Journal zu publizieren. Auch das bereits erwähnte One World One Lab Projekt versucht dem Anspruch von Sciencestarter Wissenschaftskommunikation zu fördern, mit dem Versprechen alle Videos auf YouTube zu stellen, gerecht zu werden. Die “Dankeschöns” in Form von einer Postkarte oder einer DVD mit allen Videos für großzügigere Spender scheinen bisher attraktiv genug zu sein um Förderer zu gewinnen. Dennoch bleibt die Frage offen ob sich Crowdfunding im Wissenschaftsbereich langfristig durchsetzen wird.

Dieser Beitrag ist Teil der wöchentlichen Blogartikel der Doktoranden des Alexander von Humboldt Institutes für Internet und Gesellschaft. Er spiegelt weder notwendigerweise noch ausschließlich die Meinung des Institutes wieder. Für mehr Informationen zu den Inhalten dieser Artikel und den assoziierten Forschungsprojekten kontaktieren sie bitte presse@hiig.de.

Dieser Beitrag spiegelt die Meinung der Autorinnen und Autoren und weder notwendigerweise noch ausschließlich die Meinung des Institutes wider. Für mehr Informationen zu den Inhalten dieser Beiträge und den assoziierten Forschungsprojekten kontaktieren Sie bitte info@hiig.de

Martin Pleiss

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