Zum Inhalt springen

DIGITAL SOCIETY BLOG

Wissen über unsere vernetzte Welt

DIGITAL SOCIETY BLOG

Wissen über unsere vernetzte Welt

169 – Plattformen

Vermittlung von Engagement via Plattformen

26 November 2020

Das Projekt „Jung. Digital. Engagiert.” widmet sich ehrenamtlichem Engagement in Zeiten der Digitalisierung. Wie Interessierte ein individuell passendes Engagement finden und wie sich gemeinwohlorientierte Organisationen finanzieren können, wurde in den letzten Jahren vermehrt über eigens dafür eingerichtete Plattformen verhandelt.


Im Zuge der Digitalisierung sind neue, digitale Formen zivilgesellschaftlichen Engagements in einer Wechselbeziehung mit Plattformen entstanden. So hat sich auch der Zugang zum Engagement im Rahmen der Digitalisierung transformiert – gleichermaßen wie die Beschaffung von notwendigen Ressourcen wie Geld, Sponsorings und Expert*innenwissen für gemeinwohlorientierte Organisationen. Ein Weg zur Vermittlung führt über eigens dafür entwickelte Plattformen. Drei dieser spezialisierten Plattformen werden im Projekt Jung. Digital. Engagiert. beispielhaft vorgestellt: Eine Crowdfunding-Plattform, eine Vermittlungsplattform von Expert*innen aus Gestaltung, Design und dem Digitalbereich sowie eine innovative Form der Personalvermittlung. Sie alle wenden sich mit ihren Angeboten dezidiert an gemeinnützige Organisationen und freiwillig Engagierte.

Gemeinsam gestalten: Design und Kommunikation für gemeinnützige Organisationen

Youvo, selbst ein gemeinnütziger Verein, nimmt eine Vermittlerrolle zwischen Experten*innen aus Design, Kommunikation und dem Digitalbereich und Organisationen aus dem gemeinwohlorientierten Sektor ein. Den Expert*innen wird so die Möglichkeit gegeben, ihre Fähigkeiten für soziale Projekte anzubieten. Für die Organisationen ist das eine Möglichkeit, mithilfe dieser Spezialist*innen ihre Arbeit weiter zu professionalisieren, erläutert Timon im Gespräch. Er selbst arbeitet als UI- und UX-Entwickler an der Vermittlungsplattform mit.

Timon schätzt neben der sozialen Hebelwirkung der Plattform die Tatsache, dass die dort vermittelte Zusammenarbeit von großer gegenseitiger Wertschätzung und Flexibilität geprägt ist.

Suchmaschine für Ehrenämter: Die Vermittlungsplattform der Stiftung Gute-Tat

Wer sich freiwillig engagieren möchte, weiß unter Umständen noch nicht genau, bei welchem Projekt. Es gibt eine Vielzahl von Organisationen, Aufgaben und Themenfeldern. Auch der leistbare zeitliche  Umfang des Engagements schwankt von Person zu Person. Die Plattform der Stiftung Gute-Tat verfügt über eine Suchmaschine, die eine detaillierte Ausrichtung freiwilligen Engagements auf Interessierte bereitstellt. Rachel konnte über die Suchmaschine ihre Leidenschaft für Hunde und ihren Wunsch, sich freiwillig zu engagieren, zusammenbringen. Über die Plattform fand sie zum Verein adoptadog e.V., dessen Social-Media-Profile sie nun betreut. Dabei kann sie ihre Fähigkeiten optimal einbringen, berichtet sie im Videoportrait.

Über reine Geldbeschaffung hinaus: Crowdfunding für gute Zwecke

Crowdfunding ist über Dienste wie Kickstarter international bekannt geworden. Crowdfunding-Plattformen werden genutzt, um finanzielle Mittel über eine große Anzahl kleinerer Individualbeiträge einzubringen und so klassische Kreditgeber wie Banken zu umgehen. Zeitgleich erzeugen sie ein Stimmungsbild in Bezug  auf die Nachfrage des so finanzierten Produktes: Je mehr Menschen sich beteiligen, desto größer sind die Erfolgschancen des Endprodukts. Diese Idee haben sich die Organisator*innen bei Fairplaid zu eigen gemacht und auf den gemeinwohlorientierten Sektor angewandt. Hier werden Sportprojekte mittels der Crowd finanziert, um eine breite Masse an Unterstützer*innen zu mobilisieren, die mit analogen Tools erheblich schwerer erreichbar sind. 

Wie genau die Plattform funktioniert und welche Werte sie über die Sammlung von Geldern hinaus generiert, erzählt uns Francesca in einem Interview.


Über Jung. Digital. Engagiert.

Online-Petitionen und Hashtag-Kampagnen statt Unterschriftensammlungen und Sitzblockaden? Wie kann zivilgesellschaftliches Engagement in Zeiten der Digitalisierung aussehen? Die Portraitreihe Jung. Digital. Engagiert. setzt genau hier an und stellt Beispiele des neuen digitalen Engagements vor. Die Portraits werden ergänzt um wissenschaftliche Beiträge, in sechs Themenfeldern geclustert, zu denen wir in unserem Dossier je einen Blogbeitrag veröffentlichen.

Dieser Beitrag spiegelt die Meinung der Autorinnen und Autoren und weder notwendigerweise noch ausschließlich die Meinung des Institutes wider. Für mehr Informationen zu den Inhalten dieser Beiträge und den assoziierten Forschungsprojekten kontaktieren Sie bitte info@hiig.de

Moritz Timm

Wissenschaftlicher Mitarbeiter: Wissen & Gesellschaft | Presse & Kommunikation

Bleiben Sie in Kontakt

und melden Sie sich für unseren monatlichen Newsletter mit den neusten Blogartikeln an.

JOURNALS DES HIIG

Zukünftige Veranstaltungen

Weitere Artikel

Call for Participation: Sei dabei und gib jungen Engagierten eine Stimme!

Am Dialogtag: Stärkung für junges und digitales Engagement erhalten junge Menschen die Möglichkeit, sich über alltägliche Herausforderungen und Forderungen in Bezug auf ihr freiwilliges Engagement auszutauschen. Dabei treten sie mit…

Man with a lot of

Working from Home but Never Alone: Warum People Analytics die Perspektive der Beschäftigten einbeziehen muss

Fernarbeit fordert Führungskräfte, Mitarbeiter*innen und Betriebsräte gleichermaßen heraus. People Analytics kann bei der Bewältigung dieser Herausforderungen unterstützen – das gilt jedoch nur, wenn bei Gestaltung und Einsatz der Software das...

Wir müssen über Daten reden – Neuer Bericht gestaltet die Debatte um Datensouveränität neu

Die sich ausschließenden Slogans: "freier Datenfluss" und "Datensouveränität" verhindern eigentlich eine ernsthafte Auseinandersetzung mit den komplexen Herausforderungen grenzüberschreitender Datentransfers. Ein Bericht, der diese Woche vom Internet & Jurisdiction Policy Network...