Leonardo Martins, Prof. Dr.

Leonardo Martins, Professor für Verfassungsrecht und Grundrechte an der Universidade Federal do Rio Grande do Norte – UFRN (Brasilien) kommt dank eines Alumni-Stipendiums der Alexander von Humboldt-Stiftung an das HIIG. Sein Forschungsschwerpunkt wird dabei die Untersuchung datenschutzrechtlicher Instrumente sein, vor allem im Hinblick auf ihre Verfassungskompatibilität auf nationaler Ebene. Am HIIG nimmt er am Forschungsprogramm Daten, Akteure, Infrastrukturen: Governance datengetriebener Innovation und Cybersicherheit teil.

Martins (geb. 1971) studierte Rechtswissenschaften an der Universidade de São Paulo (USP). Nach seinem Master Studium (LL.M.) an der Humboldt-Universität (HUB) promovierte er anschließend ebenfalls an der HUB. Neben seiner Tätigkeit als Hochschuldozent (2001-2005) und später als Professor (ab 2005) in Brasilien blieb er Deutschland durch zahlreiche Forschungsaufenthalte und Lehrtätigkeiten (Hans-Bredow-Institut, Erich-Pommer-Institut, HUB) verbunden. Seit 2005 ist er Universitätsprofessor, zunächst an der Universidade Federal do Mato Grosso do Sul (UFMS), ab 2008 an der UFRN. Zu seinen Veröffentlichungen zählen mehrere Monografien und zahlreiche rechtswissenschaftliche Beiträge. Sein zusammen mit Dimitri Dimoulis herausgegebenes Lehrbuch „Allgemeine Grundrechtslehre“ erhielt 2008 die höchste brasilianische Auszeichnung für rechtswissenschaftliche Titel (50. Auflage des Literaturpreises „Jabuti“).

Sein Forschungsschwerpunkt ist die Rolle der nationalen Staatsgewalten Gesetzgebung und Rechtsprechung im IT-Zeitalter. Hier kollidieren grundrechtlich geschützten Interessen wie die der Mediennutzer an Datenschutz und Datensicherheit mit den der international agierenden Medienunternehmen. Auf der einen Seite sind die Herausforderungen an die Rechtspolitik um der Harmonisierung der betreffenden Grundrechtspositionen willen hier besonders groß, die Rechtspolitik bleibt aber der möglichen Korrektur im Lichte der Öffentlichkeit grundsätzlich offen; eine Verfestigung falscher Verfassungsrechtsprechung dagegen nicht.

Erst am 14. August 2018 wurde das brasilianische Bundesdatenschutzgesetz verkündet, im Februar 2020 wird es dann in Kraft treten. Angesichts einer vernetzten Welt und des sich anbahnenden Siegeszuges der künstlichen Intelligenz untersucht Martins, wie sich hier ein Rechtsvergleich rechtsmethodisch handhaben lässt.

Leonardo Martins

Position

Fellow der Alexander von Humboldt-Stiftung

Relevante Publikationen
Konferenzbeiträge und andere Aktivitäten
Relevante Publikationen

Konferenzbeiträge und andere Aktivitäten