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Digital-Society-Blog-SEO-Tipps für gemeinwohlorientierte Organisationen
25 Oktober 2021

5 SEO-Tipps für gemeinnützige Organisationen

Viele gemeinnützige Organisationen nutzen ihre Webseite, um Spenden zu sammeln, auf Projekte aufmerksam zu machen oder Engagierte zu erreichen. Hier stehen sie täglich mit anderen Wohltätigkeitsorganisationen in einem kontinuierlichen Wettbewerb um Gelder, Freiwillige und Aufmerksamkeit. Gleichzeitig fehlt es diesen Non-Profit-Organisationen häufig an Ressourcen und entsprechenden IT-Kenntnissen, um das ganze Potenzial ihres Online-Auftritts auszuschöpfen. Aus diesem Grund geben wir in diesem Blogbeitrag fünf wesentliche SEO-Tipps, mit denen die Präsenz der eigenen Webseite in Suchmaschinenergebnissen schnell und nachhaltig optimiert werden kann.

Das SEO-Universum von Google

Die sogenannte Search Engine Optimization (SEO) meint Maßnahmen, die dazu dienen, die eigene Webseiteninhalte in den Suchergebnissen von Suchmaschinen wie Google möglichst weit oben zu platzieren. Doch nach welchen Kriterien platzieren Suchmaschinen unterschiedliche Webseiten, wenn sie über ähnliche thematische Inhalte verfügen und über dieselben Suchbegriffe (Keywords) gefunden werden können?

In den von Google veröffentlichten Search Quality Evaluator Guidelines finden sich auf mehr als 170 Seiten eine Vielzahl an Antworten auf diese Fragen. Diese Qualitätsrichtlinien zeigen, wie eine Website aufgebaut sein sollte und wie wichtig guter Content ist, um von Usern besser gefunden zu werden und an der Spitze von Suchergebnissen zu erscheinen.

Die Implementierung von SEO-Tipps und SEO-Kriterien wirft dabei diese Fragen auf: Wie ist es möglich, mit der eigenen Webseite die richtige Zielgruppe zu erreichen? Was ist ausschlaggebend, damit sich User*innen mit den Inhalten gut zurecht finden? Wonach richtet sich der Algorithmus von Suchmaschinen aus und was ist ihm zufolge eigentlich guter Content? Wir haben für euch die fünf wichtigsten Kriterien und SEO-Tipps zusammengefasst: Page Speed, User Experience, High Quality Content, User Intent und Reputation

Page Speed: Die Relevanz von Ladezeiten

“Jede Suche bringt dich weiter” – mit diesem Motto versucht Google stets das beste und schnellste Ergebnis anzubieten. Lange Ladezeiten können für User frustrierend sein und veranlassen Google dazu, schnellere Webseiten im Ranking zu bevorzugen. 

Zur Überprüfung der Page Speed auf der eigenen Webseite, kann ihre URL bei Google PageSpeed Insights getestet werden. Dieses Tool analysiert die Geschwindigkeit der Seite für die mobile Ansicht und via Desktop. 

Gleichzeitig werden hier auch konkrete SEO-Tipps zur Verbesserung der Ladezeit gegeben. Wichtige Faktoren hierfür sind unter anderem:

1. Die Optimierung von Bildmaterial

  • Moderne Bildformate verwenden und Bilder beschreiben
  • Wenige Bilder nutzen
  • Automatisierung durch Plug-Ins (z.B. shortpixel)

2. Technische Faktoren

  • Server-Geschwindigkeit verbessern, z.B. PlugIns deaktivieren, Cache-Funktion aktivieren
  • Textkomprimierung aktivieren
Ein gutes Beispiel stellt die Website des Dritten Engagementberichts dar. Aufgrund weniger Bilder und einer linearen Seitenstruktur, lässt sich die Seite für User*innen schnell aufrufen und benutzen. 

User Experience: Die Absprungrate verringern

Gemeinnützige Organisationen verfolgen im Engagement meist einen konkreten Zweck, wie zum Beispiel das Sammeln von Spenden, die Akquise freiwilliger Helfer*innen oder die Bewerbung einer Protestaktion. Dieser Zweck sollte für User*innen sofort auf der eigenen Webseite ersichtlich sein, wenn sie diese besuchen. Denn Menschen entscheiden oft innerhalb weniger Sekunden, ob die Inhalte für sie relevant sind oder nicht. 

Die Benutzer*innenfreundlichkeit der Webseite stellt also einen wesentlichen Faktor bei der zielgerichteten Ansprache dar. Im Worst-Case fühlen sich potenzielle Spender*innen oder Engagierte von der Seite abgeschreckt und verlassen diese schnell wieder. Zudem hat eine hohe Absprungrate auch automatisch einen negativen Einfluss auf das Ranking der eigenen Webseite bei Suchmaschinen. 

Mit Hilfe von Analytic-Tools kann die Verweildauer der User*innen auf der eigenen Webseite erfasst und nachvollzogen werden. Möglichkeiten zur Verbesserung dieser Verweildauer finden sich in vielerlei Hinsicht wieder: 

1. Mobile Friendlines 

  • Optimierung der Website für mobile Endgeräte

2. Navigation

  • Einteilung der Inhalte in Main & Supplementary Content (z.B. durch zwei Menüs)
  • Intuitive Struktur der Inhalte schaffen (z.B. Gliederung, Zwischenüberschriften)
  • Themen-Cluster bilden

3. Links 

  • Nur zu den wesentlichen Themen verlinken 
  • Mehr interne als externe Links

Ein gutes Beispiel für eine userfreundliche Seite ist die Sprechstundenübersicht von D3 – so geht digital. Auf der Website finden sich relevante Links Anmeldung für eine Sprechstunde, zum Slack-Workspace sowie zu weiteren Themen der Organisation. Außerdem sind die bisherigen Inhalte in chronologischer Reihenfolge zusammengefasst. Für User*innen bietet sich neben dem Nachrichtenfeld für Themenvorschläge, auch ein Kommentarfeld auf der Seite wieder. 

High Quality Content: Das wichtigste Kriterium für Google

Auch für den Google-Algorithmus stellt der Inhalt einer Website das wesentliche Qualitätskriterium dar. Denn was nützt schon ein modernes Web-Design und eine schnelle Ladezeit, wenn die Inhalte für User nicht relevant sind? 

Um den Content einer Website zu beurteilen, orientiert sich die Suchmaschine an drei Faktoren: Expertise, Autorität und Glaubwürdigkeit, bzw. Trust (EAT) und bewertet Seiten dahingehend. Die Expertise der eigenen Seite kann beispielsweise. durch die Darstellung bisheriger Erfahrungen und Projekte gestärkt werden. Die Autorität hingegen wird hoch eingeschätzt, wenn auch Andere die eigene Expertise bestätigen können. Ebenso wird Glaubwürdigkeit einer Website wird zum Beispiel durch transparente Datenschutzrichtlinien gestärkt. 

Grundsätzlich gilt hier, dass sich User*innen auf der Website sicher und gut informiert fühlen müssen. In diesem Zusammenhang gibt es weitere Möglichkeiten, um die Qualität von Inhalten auf der Website zu verbessern: 

  • Texte: “So lang wie nötig, so kurz wie möglich.” 
  • Relevante Themen (z.B. Google Trends checken) 
  • Anregende Headlines und Teaser einbinden, die zum Weiterlesen einladen
  • Keywords nutzen, welche für die eigene Organisation relevant sind (z.B. Tierschutz)
  • Bilder einfügen, die Leser*innen bei langen Texten eine kurze Pause bieten 

Meet User Intent: Nutzer*innen einen Mehrwert bieten

Um die eigene Webseite für User*innen zu optimieren, müssen zuerst die Zielgruppe und die Ziele des Online-Auftritts klar definiert werden. Dabei sind realistische Vorhaben das oberste Gebot. 

Zur verbesserten Orientierung auf der Seite sollten Themen in Clustern bearbeitet werden sowie Texte immer mit dem Gedanken an zukünftige Leser*innen geschrieben werden. Ziel ist es, mit der Webseite einen passgenauen und hilfreichen Content anzubieten. Qualitativ minderwertige Seiten, welche nach kurzer Zeit wieder verlassen werden, wirken sich nämlich schlecht auf das Suchmaschinen-Ranking aus. 

Deswegen gilt: Lieber wenige Klicks als falsche Klicks!

Reputation der Autor*innen und der Organisation

Abschließend stellt die Reputation einer Website ein ergänzendes Qualitätskriterium für Suchmaschinen dar. Das schließt verschiedene Fragen ein:

  • Verlinken andere Institutionen und Organisationen auf die Seite? 
  • Wer ist für Inhalte verantwortlich und inwieweit werden Urheber*innen und Autor*innen auf der Seite abgebildet? 
  • Wie wird die Webseite bewertet? 

Sinnvoll ist es in diesem Zusammenhang mit anderen etablierten Seiten zusammenzuarbeiten und verschiedene Kooperationen zu initiieren, welche durch Links verdeutlicht werden. Ebenso können Rezensionen und Bewertungen eine gute Möglichkeit bieten, die Reputation der eigenen Website zu untermauern.

Dafür eignen sich bspw. adressbezogene Suchmaschinenoptimierungen (Local SEO) durch einen Standorteintrag bei Google oder Social-Media-Kanäle zum Austausch mit der Community und als Vernetzungsmöglichkeit. Grundsätzlich ist es jedoch wichtig, dass alle relevanten Seiten inhaltlich aktuell und vertrauenswürdig sind. 

Die Website von betterplace.org zeigt transparent und übersichtlich, wer sich hinter der Organisationen befindet und an wen sich die Spendenplattform richtet. In kurzen und verständlichen Texten sind die wesentlichen Ziele und Hintergründe der Organisation und Partnernetzwerke erklärt. Am unteren Seitenende befinden sich zusätzlich Verlinkungen zu sozialen Netzwerken und Kontaktmöglichkeiten via E-Mail. 

Womit fangen wir an mit den SEO-Tipps?

Die Suchmaschinenoptimierung einer Website lässt sich mit Sicherheit nicht von heute auf morgen umsetzen. Auch Google wird nach kleinen Änderungen die Seite nicht automatisch unter den ersten Suchergebnissen ranken und benötigt Zeit, um diese neu zu bewerten. 

Deswegen ist es sinnvoll mit den aufgeführten SEO-Tipps alle qualitativen Verbesserungen langfristig zu denken sowie von vornherein zu verstehen, dass eine Website nie ‘fertig’ sein wird. So lange die Seite einen konkreten Zweck verfolgt, sollten Inhalte und Strukturen stets durchdacht und gegebenenfalls an neue Trends und Bedürfnisse der User*innen angepasst werden. 

Ein abschließender Tipp: Orientiert Euch an anderen Seiten, zum Beispiel an etablierten Wohltätigkeitsorganisationen und lasst Euch von Strukturen und Inhalten inspirieren.

Dieser Beitrag spiegelt die Meinung der Autorinnen und Autoren und weder notwendigerweise noch ausschließlich die Meinung des Institutes wider. Für mehr Informationen zu den Inhalten dieser Beiträge und den assoziierten Forschungsprojekten kontaktieren Sie bitte info@hiig.de

Nastassja Kreft

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