innovation and entrepreneurship

Innovation und Entrepreneurship

Digitale Technologien verändern unsere Gesellschaft und Wirtschaft grundlegend. Sie eröffnen unzählige neue wirtschaftliche Chancen und verändern gleichzeitig viele traditionelle Geschäftsmethoden. Die Digitalisierung entwickelt sich rasant und betrifft alle Teile der Wirtschaft. Dies fordert Forscher aus dem Bereich Innovation & Entrepreneurship dazu heraus, relevantes und anwendbares Wissen schneller und in neuen Formaten zu entwickeln und zu kommunizieren.

Die HIIG-Forschungsgruppe Innovation & Entrepreneurship nimmt diese Herausforderung an. Unser Ziel ist es, Innovation und Unternehmergeist in einer sich schnell verändernden, global vernetzten digitalen Wirtschaft zu verstehen, zu informieren und mitzugestalten.

Die Forschung der IEG basiert auf drei Jahren Action Research im Rahmen der HIIG Startup Clinics, gefolgt von mehreren branchenspezifischen Forschungsprojekten. Unsere aktuelle Arbeit baut auf diesem Wissen auf und konzentriert sich auf drei Arbeitsbereiche, welche die Mechanismen digitaler Innovation auf verschiedenen Ebenen untersuchen.

Arbeitsbereiche

Wertschöpfung
Kollaboration
Ökosysteme
Forschungsansatz
Wertschöpfung

Der erste Arbeitsbereich untersucht, wie Unternehmen digitale Technologien nutzen, um wirtschaftlichen Wert zu schaffen (value creation) und zu monetarisieren (value capture). Wir nutzen integrative Konzepte (z.B. Geschäftsmodelle), welche die zunehmende Komplexität und Vielfalt von value creation und value capture Prozessen in digitalen Ökonomien erfassen können. Forschungsfragen sind unter anderem:

  • Wie schaffen Firmen und Nutzer wirtschaftlichen Wert mit Hilfe von digitalen Technologien und wie kann jeder Akteur den gerechten Anteil an diesem Wert erhalten?
  • Wie kreieren und gestalten Unternehmen digitale, datengetriebene und plattformbasierte Geschäftsmodelle?
  • Welche Art von Wissen benötigen digitale Unternehmer?
  • Wie können sich Unternehmen im Zentrum digitaler Innovationsprozesse positionieren?
  • Vor welchen Herausforderungen stehen traditionelle Unternehmen wie kleine und mittelständische Unternehmen (KMU) und große multinationale Unternehmen, wenn sie eine digitale Geschäftsmodellinnovation anstreben?

Mehrere Forschungsprojekte bearbeiten diese Fragen. “Gemeinsam Digital - Mittelstand 4.0”, gefördert vom Bundesministerium für Wirtschaft und Energie (BMWi), untersucht die Herausforderungen, vor denen KMU bei der Entwicklung digitaler Geschäftsmodelle stehen. “Konkurrieren und ergänzen - das Verhältnis von Mitbestimmung und neuen partizipativen Plattformen in Unternehmen”, gefördert von der der Hans-Böckler-Stiftung, untersucht innovative Wege der Zusammenarbeit und Beteiligung in Unternehmen. “Internet der Dinge: Entrepreneurship & E-Government”, in Zusammenarbeit mit Cisco, untersucht Anwendungen und regulatorische Implikationen von IoT-Technologien.

Kollaboration

Der zweite Arbeitsbereich der IEG untersucht, wie verschiedene Akteure über Unternehmensgrenzen hinweg produktiv zusammenarbeiten können. Die digitale Wirtschaft ermöglicht es unterschiedlichsten Akteuren zusammenzuarbeiten. Neben vielen Chancen treten hier auch Herausforderungen auf. Zum Beispiel, wenn unterschiedliche Organisationskulturen aufeinandertreffen oder traditionelle Unternehmen ihre Geschäftsabläufe grundlegend anpassen müssen. Wir untersuchen Fragen wie beispielsweise:

  • Welche Herausforderungen und Chancen ergeben sich durch Open Innovation in traditionellen Branchen?
  • Wie sehen Kundeninnovationen und kundenzentrierte Innovationen in Branchen aus, die einen digitalen Transformationsprozess durchlaufen?
  • Was sind effektive Möglichkeiten für Startups, mit KMU und etablierten Unternehmen zusammenzuarbeiten?
  • Welche Rolle spielen Intermediäre wie Corporate Accelerators oder Innovation Labs bei der Förderung digitaler Innovation?

Zu den Forschungsprojekten, die sich mit diesen Fragen beschäftigen, gehören How to Collaborate with Startups?, welches in Zusammenarbeit mit Spielfeld eine neuartige Methodik zur Verbindung von Startups und KMUs entwickelt hat. User Innovation in Smart Energy Technologies, in Zusammenarbeit mit innogy, untersuchte wie Nutzer und Communities Innovation im deutschen Energiemarkt antreiben. Open!, gefördert von der DFG, untersucht das Potenzial von Open Source Hardware für Geschäftsmodellinnovation. Outsourcing Creativity untersuchte Corporate Accelerators als besonderen Kanal für Open Innovation.

Ökosysteme

Die Digitalisierung verändert Innovation und Unternehmertum auch auf struktureller und systemischer Ebene. Unternehmen und viele andere Interessengruppen - von politischen Entscheidungsträgern bis zu Grassroots-Aktivisten - bilden neue Allianzen und Netzwerke, die von verschiedenen Normen und Ideologien geprägt sind. Diese sozialen Strukturen überschneiden sich auf komplexe Weise mit globalen technologischen Plattformen, Netzwerken und Infrastrukturen. In unserem dritten Arbeitsbereich analysieren wir die Strukturen und Ökosysteme der digitalen Wirtschaft. Dabei gehen wir unter anderem auf folgende Fragen ein:

  • Mit welchen Mechanismen tragen digitale Innovation und unternehmerische Initiative zum strukturellen Wandel und zur Transformation auf verschiedenen Ebenen bei (z. B. national oder Stadt vs. ländlich)?
  • Welche Arten von Märkten und Netzwerken ermöglichen Technologieplattformen? Welche Möglichkeiten entstehen für verschiedene Akteure (z.B. multinationale Unternehmen und KMU) auf diesen Plattformen?
  • Wie wirken sich neue Paradigmen der digitalen Wirtschaft, wie der Plattformkapitalismus und die Sharing Economy, auf traditionelle ökonomische Akteure und Strukturen aus? Was sind Risiken und Chancen?
  • Wie verändern sich die Ökosysteme des digitalen Unternehmertums im Laufe der Zeit? Welche Akteure können welche Rollen effektiv erfüllen?
  • Wie schlägt sich die globale digitale Revolution auf die spezifischen Kontexte und Akteure in der Entwicklung von Städten nieder?
  • Welche Hebel müssen politische Entscheidungsträger für digitale Innovation und unternehmerische Initiative auf nationaler, regionaler oder städtischer Ebene einsetzen?

Bisherige Arbeiten konzentrierten sich auf Deutschlands nationales Innovationssystem; diese boten Einblicke in die Relevanz des Unternehmertums für ein nationales Innovationssystem und zeigten Wege zur Förderung von unternehmerischem Verhalten und Start-ups auf. Basierend auf Daten der Startup Clinics analysierten wir auch unterstützende und behindernde Faktoren für internetbasierte Start-ups in Berlin.

Forschungsansatz

Der Forschungsansatz der IEG basiert auf der Mission des HIIG, interdisziplinäre Forschung voranzutreiben und unkonventionelle Ansätze zu fördern. Das Ziel der IEG ist es, sich nicht darauf zu beschränken, Innovation und Unternehmertum aus der Distanz zu untersuchen, sondern gemeinsam mit Unternehmen, politischen Entscheidungsträgern und der Öffentlichkeit gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Wert zu schaffen.

Um dies zu erreichen sind wir Wegbereiter für Forschungsansätze, die nicht in traditionelle akademische Einrichtungen passen, sich an den technologischen Wandel anpassen und Projekte an die Anforderungen der Teilnehmer anpassen. Wir vermitteln zwischen Wissenschaft, Praxis und Politik, wir führen und ermöglichen interdisziplinäre angewandte Forschung und wir bieten eine Plattform für Multi-Stakeholder-Projekte. Unsere Arbeit ist partizipativ und kollaborativ und stellt sicher, dass gemeinsames Lernen und Wissenstransfer kontinuierlich und konsequent stattfinden. Wir greifen oft auf die Prinzipien der Action Research und des Design Thinking zurück. Diese Ansätze helfen uns, mit der Neuheit, Komplexität und Dynamik der digitalen Wirtschaft Schritt zu halten.

Durch die gemeinsame Entwicklung innovativer Forschungsmethoden und -designs mit Interessenvertretern aus Wissenschaft und Praxis wird Wissen anwendbar. Projektpartner werden vom ersten Tag mit eingebunden. Die Ergebnisse werden maßgeschneidert und gemeinsam erstellt, was oft zu innovativen Wissenstransfer- und Austauschformaten führt. Zum Beispiel haben wir mit den Startup-Clinics in Berlin ansässige internetbasierte Startups mit wertvollem Coaching versorgt und gleichzeitig Wissen über unterstützende und behindernde Faktoren für Start-ups im Allgemeinen gesammelt. Im Rahmen der Schnellläuferprojekte von Gemeinsam Digital! halfen IEG Forscher deutschen KMU ihre Digitalisierungsbedürfnisse zu erkennen und zu nutzen. Weiterhin gestalten wir offene Event- und Workshop-Formate, um Zusammenarbeit zu ermöglichen, z. B. TOA Disrupted! (eine Unkonferenz bei TOA 2017), oder die Learn, Match, Partner-Methode.

Durch unsere interdisziplinäre Ausrichtung legen wir großen Wert auf die rechtlichen, gesellschaftlichen und politischen Herausforderungen für digitale Innovation und Unternehmertum. Nur wenn diese  frühzeitig erkannt und berücksichtigt werden, können sie die technologische und industrielle Entwicklungen positiv beeinflussen. Hier arbeitet die IEG eng mit den anderen Forschungsprogrammen des HIIG zusammen und nutzt dabei die Expertise in Bereichen wie Datenschutz, Governance, Online-Lernen, Regulierung, Internetsicherheit oder europäisches Recht.

Forschungsprojekte
Team
Publikationen
Konferenzbeiträge und andere Aktivitäten
Forschungsprojekte

  • Konkurrent und Komplementär – Das Verhältnis betrieblicher Mitbestimmung und neuer Partizipationsplattformen
    Vor dem Hintergrund der Digitalisierung führen zahlreiche Unternehmen digitale Plattformen ein, welche die Beschäftigtenpartizipation im Allgemeinen und die institutionalisierte Mitbestimmung stärken sowie eine Kultur...
  • Open!
    Die Bedeutung von Open Source Innovation für das Unternehmen der Zukunft Open Source Innovation (OSI) ist ein wichtiges Thema für das moderne Unternehmen. Digitale...
  • Gemeinsam digital Gemeinsam Digital – SME 4.0
    Der deutsche Mittelstand wird meist als das “Rückgrat der deutschen Wirtschaft” bezeichnet und ihm wird eine hohen Innovationskraft zugeschrieben. Im Gegensatz dazu ist “Digitalisierung”...
  • Nutzerinnovationen für Smart Energy
    Immer öfter setzen sich Menschen aktiv mit dem eigenen Verbrauch und zunehmend mit der eigenen Generierung von Energie auseinander, finden neue Lösungen und treten...
  • Entrepreneurship Research Lab
    Das Entrepreneurship Research Lab  ist ein Forschungsunterfangen des Alexander von Humboldt Institut für Internet und Gesellschaft (HIIG). Ziel ist es, eine Plattform für die...

Abgeschlossene Forschungsprojekte

  • How to collaborate with startups?
    Im Zuge der Digitalisierung setzen immer mehr etablierte Unternehmen auf eine Zusammenarbeit mit Startups. Es existieren verschiedene Möglichkeiten einer Kooperation wie zum Beispiel Acceleratoren...
  • »dwerft«
    Im März 2014 startete in Babelsberg ein dreijähriges Forschungsprojekt zu neuen Technologien für digitales Bewegtbild: die »dwerft«.

Team

Publikationen

Herausgeberschaften:

Ogolla, S. (2018). Employee Empowerment or workers‘ control? The use case of Enterprise Social Networks, . . Publication details

Neumann, K., Schildhauer, T., Richter, N., Volquartz, L. (2018). What Drives Internet Startups in Berlin? A Qualitative Analysis of the Facilitating and Inhibiting Factors. In P. Jackson, N. Richter, T. Schildhauer (Eds.), Entrepreneurial Innovation and Leadership. Preparing for a Digital Future. Cham, Switzerland: Palgrave McMillan. Publication details

Richter, N., Schildhauer, T. (2018). Startup Clinics: Applied Research and „First Aid“ for Early Stage Startups. In P. Jackson, N. Richter, T. Schildhauer (Eds.), Entrepreneurial Innovation and Leadership. Preparing for a Digital Future. Cham, Switzerland: Palgrave McMillan. Publication details

von Grafenstein, M. (2018). Regulation as a Facilitator of Startup Innovation: The Purpose Limitation Principle and Data Privacy. In P. Jackson, N. Richter, T. Schildhauer (Eds.), Entrepreneurial Innovation and Leadership. Preparing for a Digital Future. Cham, Switzerland: Palgrave McMillan. Publication details

Wrobel, M. (2018). Do You HAve What It Takes to Become an Internet Entrepreneur? The Key Competencies of Successful Founders. In P. Jackson, N. Richter, T. Schildhauer (Eds.), Entrepreneurial Innovation and Leadership. Preparing for a Digital Future. Cham, Switzerland: Palgrave McMillan. Publication details

Tech, R. (2018). Startup Financing in Berlin. In P. Jackson, N. Richter, T. Schildhauer (Eds.), Entrepreneurial Innovation and Leadership. Preparing for a Digital Future. Cham, Switzerland: Palgrave McMillan. Publication details

Dopfer, M. (2018). Why Business Model Innovation Matters to Startups. In P. Jackson, N. Richter, T. Schildhauer (Eds.), Entrepreneurial Innovation and Leadership. Preparing for a Digital Future. Cham, Switzerland: Palgrave McMillan. Publication details

Jackson, P., Richter, N., Schildhauer T. (2018). How Established firms Can Profit from Working with Startups. In P. Jackson, N. Richter, T. Schildhauer (Eds.), Entrepreneurial Innovation and Leadership. Preparing for a Digital Future. Cham, Switzerland: Palgrave McMillan. Publication details

Jackson, P., Richter, N., Schildhauer T. (2018). Radical Innovtaion Using Corporate Accelerators: A Pgrogram Approach. In , . Cham, Switzerland: Palgrave McMillan. Publication details

Jackson, P., Richter, N., Schildhauer T. (2018). Meeting the Innovation Challenge: Agile Processes for Established Organisations. In , . Cham, Switzerland: Palgrave McMillan. Publication details

Jackson, P., Richter, N., Schildhauer T. (2017). Entrepreneurial Behaviour and Startups: The Case of Germany and the USA. In P. Jackson, N. Richter, T. Schildhauer (Eds.), Entrepreneurial Innovation and Leadership. Preparing for a Digital Future. Cham, Switzerland: Palgrave McMillan. Publication details

Konferenzbeiträge und andere Aktivitäten

Activities:


Panel discussion. University Stellenbosch. University Stellenbosch, Stellenbosch, South Africa: 09.04.2018

Thomas Schildhauer

Jury member: Diamond Star (Handelsblatt-Tagung).

Thomas Schildhauer