Im Kontext von Digitalität ergeben sich grundlegende Veränderungen in der Art und Weise, wie die Welt individuell und kollektiv wahrgenommen wird. Diese Veränderungsprozesse sind auch in Bezug auf ihre Bedeutung für Bildungsprozesse und Hochschullehre zu betrachten. Kernelement dabei ist Kommunikation, die nicht nur im Sinne der Informationsvermittlung, sondern vor allem in ihrer wirklichkeitskonstituierenden Funktion verstanden werden muss. Für die Hochschullehre ergeben sich daraus erweiterte Kompetenzanforderungen, die über reine Mediennutzung hinausgehen und eine kritische Reflexion der eigenen Wahrnehmungs- und Bewertungsprozesse im Kontext algorithmisch geprägter Informationsflüsse und Künstlicher Intelligenz als Kommunikationsakteure verlangen. Somit ist Hochschullehre als kommunikativer Bildungsprozess zu verstehen, in dem Studierende Prozesse der Wirklichkeitskonstruktionen aktiv reflektieren, um verantwortungsbewusst an einer digital geprägten Gesellschaft teilzuhaben.