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Zwischen Autonomie und Überwachung – Arbeitnehmer*innen-orientierter Einsatz von People Analytics in Präsenz- und Fernarbeit

 

In dem Forschungsprojekt “Zwischen Autonomie und Überwachung (ZAUber)” erforschen wir den Umgang von Organisationen und Nutzer*innen mit sogenannten People-Analytics-Anwendungen. Diese ermöglichen die automatisierte Auswertung von Personaldaten, kombinieren diese teils mit Geschäfts- und/oder externen Daten und versprechen so Entscheidungen über Beschäftigte zu optimieren, etwa durch Aussagen über deren Leistung und Potenzial. Das Projekt wird als Teil des Forschungsverbunds Digitale Transformation von der Hans-Böckler-Stiftung gefördert und in enger Zusammenarbeit mit dem FZI Forschungszentrum Informatik durchgeführt.

Hintergrund des Projekts

Der Einsatz von People-Analytics-Anwendungen hat das Potenzial, die Arbeitswelt grundlegend zu verändern. Die im Zuge der COVID-19-Pandemie verstärkte Fernarbeit lässt diese Anwendungen weiter an Bedeutung gewinnen, indem sie Arbeitgeber*innen Aussichtsmöglichkeiten trotz physischer Distanz versprechen. Unter Fürsprecher*innen von People Analytics besteht die Hoffnung, beispielsweise durch personalisierte Hilfestellungen zur Selbstorganisation die Autonomie der Beschäftigten zu stärken. Durch die Auswertung der Nutzungsdaten stehen die Anwendungen jedoch in der Wahrnehmung vieler Nutzer*innen im Kontext mit Überwachung sowie Leistungs- und Verhaltenskontrolle.

Forschungsfragen

People-Analytics-Ansätze stellen hohe Anforderungen an die beteiligten Stakeholder wie das Management, die Beschäftigten und deren Vertretungen, sowie die technische und juristische Seite. Organisationen müssen technische Anforderungen und Möglichkeiten mit den Bedürfnissen der Beteiligten und den rechtlichen Rahmenbedingungen zusammenbringen. Die granularen Funktionalitäten der Anwendungen sorgen dabei zwar für Flexibilität, erzeugen aber auch Komplexität. Die Herausforderungen und Gestaltungsmöglichkeiten für betriebliche Akteur*innen, die die Anwendungen im Spannungsfeld zwischen Autonomie und Überwachung eröffnen, stehen im Zentrum unseres Forschungsprojekts. Konkret gehen wir den folgenden zwei Forschungsfragen nach:

Wie – falls überhaupt – unterscheidet sich die Wahrnehmung des Einsatzes von People Analytics unter von den Auswertungen betroffenen Arbeitnehmer*innen in den Anwendungsfällen der Fern- und Präsenzarbeit?

Welche technischen, individuellen und organisationalen Bedingungen fördern oder hemmen einen auf das Wohl und die Selbstbestimmung der Arbeitnehmer*innen ausgerichteten Einsatz von People Analytics?

Methodische Vorgehensweise

Zur Beantwortung der Forschungsfragen ziehen wir einen Multi-Methoden-Ansatz heran, der sowohl qualitative als auch quantitative Untersuchungen umfasst. Eine strukturierte Literaturanalyse, Marktübersicht und qualitative Stakeholder-Interviews bilden die Grundlage des Projekts. Auf Basis dieser Erkenntnisse führen wir vertiefende qualitative Fallstudien zum Einsatz von People Analytics in deutschen Unternehmen durch. Daneben bietet eine theoriegestützte quantitative Umfrage und eine experimentelle Untersuchung Einblicke in die Wahrnehmung von Privatsphäre-Einschnitten und vertrauensbildenden Merkmalen der Systeme. Workshops zu Projektbeginn und -ende unterstützen die Ist-Analyse und den Wissenstransfer in die Praxis.

Medien & Links

 

Laufzeit: 01.04.22 – 30.09.2024

Förderer: Hans-Böckler-Stiftung

Kontakt

Sonja Köhne

Assoziierte Doktorandin: Innovation, Entrepreneurship & Gesellschaft

Teil der Forschungsgruppe

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Hier erhalten Sie mehr Informationen, wie Sie uns fördern können.

Vorträge

Mitarbeiter*innen-zentrierter Einsatz von People Analytics
LABOR.A® 2020 – Arbeit der Zukunft in Corona-Zeiten (Session: Ideenpitch Künstliche Intelligenz in der Arbeitswelt). Hans-Böckler-Stiftung, Forschungsstelle Arbeit der Zukunft, Online, Germany: 07.10.2020 Weitere Informationen

Miriam Klöpper, Sonja Köhne

Moderation von Workshops und Panels

Die Pandemie als Wendepunkt? Transformation von Autonomie und Kontrolle in neuen Arbeitsformen
LABOR.A® 2020 – Arbeit der Zukunft in Corona-Zeiten. Hans-Böckler-Stiftung, Forschungsstelle Arbeit der Zukunft, Online, Germany: 07.10.2020 Weitere Informationen

Karen Eilers, Miriam Klöpper, Sonja Köhne, Valentin Niebler, Nora Thorade, Klara-Aylin Wenten, Tobias Drewlani