Immer öfter setzen sich Menschen aktiv mit dem eigenen Verbrauch und zunehmend mit der eigenen Generierung von Energie auseinander, finden neue Lösungen und treten häufig mit anderen Interessierten in Kontakt. In unserem Forschungsprojekt betrachten wir kollaborative Strukturen, in denen sich Nutzer zur Lösung von Problemen bei der Energiewende zusammentun. Der Grad der Partizipation von diesen Nutzern kann jedoch variieren. Wir haben drei Ausprägungen identifiziert: (1) Implementierung von verfügbaren Smart-Home-Lösungen, (2) aktive Partizipation in Energie-Infrastrukturprojekten (Co-Creation) und (3) nutzergetriebene Innovationen.

„Wir untersuchen, wie Nutzer die Zukunft von Smart Energy selbst entwickeln und wie Unternehmen das für ihre Geschäftsmodelle in der Energiewende nutzen können.“

Laut unserer aktuellen Umfrage zur Energiezukunft in Deutschland nutzen bereits rund 21 % der Befragten Produkte und Lösungen aus dem Bereich Smart Energy. Weitere 42 % interessieren sich für verfügbare Energie-Lösungen und planen eine zeitnahe Implementierung. Internetplattformen wie co2online oder Haustechnikdialog sind dabei zuverlässige Informationsquellen und dienen darüber hinaus der Verbreitung und dem Austausch von Erfahrungen zwischen den Anwendern. Dennoch zeigt unsere Befragung auch, dass nur 11% der Befragten mit den am Markt angebotenen Lösungen und Produkten zufrieden sind. Nutzer sehen insbesondere unzureichende Datensicherheit als ein Problem, etwa 38 % äußern hier Bedenken. Ein weiteres Problem sind hohe Preise: Rund 41% empfinden die vorhandenen Produkte als zu kostenintensiv bei der Anschaffung.

Ein weiteres von uns untersuchtes Phänomen ist die aktive Teilnahme von Menschen an Innovationsprozessen, sogenannte Co-Creation. Unter diesem Aspekt beleuchteten wir in einer Fallstudie die Entwicklung des energieautarken Dorfes Feldheim in Brandenburg. Der Ort stellt aufgrund der engen Zusammenarbeit zwischen Energieunternehmen, lokaler Politik und Einwohnern, ein geeignetes Beispiel dar, wie das Wechselspiel von Akzeptanz und Partizipation zur erfolgreichen Realisierung von Infrastrukturprojekten führen kann. Gerade die von der Bevölkerung ausgehenden Impulse zu einer smarten Energieversorgung könnten bei der Erstellung von Konzepten für größere Kommunen und die Entwicklung von Smart Cities hilfreich sein.

Schließlich gibt es auch immer mehr Beispiele, bei denen der Nutzer selbst zum aktiven Innovator wird. Diese Anstrengungen sind besonders erfolgversprechend, da die Anwender ihr umfangreiches technisches Know-How einbringen und nicht befriedigte Bedürfnisse gut kennen. Es hat sich gezeigt, dass vor allem der Erfahrungs- und Wissensaustausch mit anderen Interessierten in Online-Communities wesentlich zur Effizienzsteigerung der gemeinschaftlichen Innovationsprozesse beitragen. In erster Linie treiben Nutzer mit einem überdurchschnittlich hohen Grad an Innovativität und Aktivität sowie der Bereitschaft zur Kollaboration die Produktentwicklung voran.

Da Letztere nicht nur Barrieren von bestehenden Smart Energy Produkten aufzeigen, sondern auch Lösungsvorschläge und Hinweise zur Verbesserung der Benutzerfreundlichkeit und Funktionalität liefern, können Unternehmen von diesen lernen. Von Wissenstransfers können schlussendlich alle profitieren – auch die Energiewende.

Laufzeit 07/2015 – 06/2018
Förderer innogy Stiftung für Energie und Gesellschaft gGmbH