Die Bedeutung von Open Source Innovation für das Unternehmen der Zukunft

Open Source Innovation (OSI) ist ein wichtiges Thema für das moderne Unternehmen. Digitale Innovationen führen in fast allen Märkten zu verkürzten Entwicklungszyklen. Kunden zeigen ein zunehmendes Interesse an individualisierten und individualisierbaren Produkten; d.h. Kunden und Nutzer werden zunehmend mehr in Produktions- und Wertschöpfungsprozesse mit eingebunden. Als Folge entstehen neue Services zur Integration externen Wissens. In anderen Worten, Unternehmen müssen sich zunehmend durch die Arbeit mit integrierten Plattformen öffnen. Ihre Produktion verändert sich – Produktionseinheiten werden kleiner, die Produktion wird kundenorientierter gesteuert.

Initiiert wurde OSI von sogenannten Hackern aus dem Bereich des Open Source Software Development. Hier haben idealistisch motivierte Entwickler auf freier Code-Basis komplett neue Märkte in Billionenhöhe erschlossen (z.B. Linux). So hat die Softwareindustrie durch kreative Kollaboration disruptive Produktentwicklungen angetrieben und viele komplementäre Geschäftsmodelle ermöglicht.

Wie führt die Erweiterung von Open Source Hardware zu neuen Geschäftsmodellen?

Bislang ist Open Source Innovation vor allem im Bereich von Software bekannt und erforscht worden. Neue Forschungsfragen entstehen, wenn Hersteller wie Local Motors die Methode für Open Hardware Innovation erweitern und offen mit einer globalen Community neue physische Produkte für den Automobilmarkt entwickeln. Wie kann bspw. die Öffnung von Schnittstellen zur Entwicklung von OSI in neuen Geschäftsmodellen abgebildet werden? Wie generiert das Unternehmen durch sich zunehmend öffnende Geschäftsmodelle Wert? Oder: Wie wird der Kunde, der ja zentral für das Geschäftsmodell ist, in diesem Entwicklungsprozess mit eingebunden bzw. wie verändert sich das Kundenprofil?

Open! – ein DFG-Forschungsprojekt mit internationalen Partnern

Eben diese Forschungsfragen greift das HIIG im DFG-Projekt Open! unter der Leitung von Prof. Dr. Hendrik Send auf. Unterstützt wird er von Martina Dopfer, die sich in ihrer Doktorarbeit mit der Geschäftsmodellentwicklung von Startups des Berliner Ökosystems befasst hat. Gemeinsam konzentriert sich das Team nun auf OSI jenseits von Software.

Das Forschungsteam hat bereits erste Gespräche und Workshops mit Renault im Kontext des Renault Twizy durchgeführt und mehr als 20 Open Source Hardware Projekte befragt. Auf Basis dieser Forschung wurden erste Charakteristika der Akteure der OSI als Personas abgeleitet und offene Produktentwicklungsprozesse visualisiert.

Laufzeit: 03/2016 – 02/2019
Förderer: DFG-Projekt