Blogs, Wikis, Video-Portale und soziale Netzwerke bieten Nutzern zunehmend die Möglichkeit, ihre sozialen Beziehungen zu pflegen und selbst generierte Inhalte zu verbreiten. Die Nutzung sozialer Medien steht dabei oft in einem Spannungsverhältnis zu allgemeinen Wertevorstellungen; im Brennpunkt stehen hier beispielsweise Fragen der informationellen Selbstbestimmung oder des Verständnisses von geistigem Eigentum.

Das Forschungsprojekt Social Media Governance untersucht Faktoren, die auf wertebezogenes Verhalten von Nutzern – wie etwa die Veröffentlichung von Bildmaterial in sozialen Netzwerken – einwirken. Ziel der Forschungsgruppe ist es, eine Vorstellung vom normativen Hintergrund des Nutzerverhaltens in sozialen Medien zu gewinnen.

Um ein möglichst umfassendes Bild zu erhalten, führt das Forschungsprojekt diese Erkenntnisse gemäß dem interdisziplinären Ansatz ­zusammen. Dazu unterscheidet der Analyserahmen vier Faktoren, die auf das Verhalten von Nutzern einwirken: (staatliches) Recht, Verträge, Technik und soziale Normen. Das Forschungsprojekt Social Media Governance schafft transdisziplinär ausgerichtete theoretische und methodische Grundlagen zur Analyse dieser vier Faktoren, indem bestehende wissenschaftliche Erkenntnisse gesammelt, zusammengefasst und abstrahierende Kategorien für die vier Faktoren herausgearbeitet werden. Darauf aufbauend werden die wechselseitigen Interdependenzen der Faktoren empirisch geprüft. In Zusammenarbeit mit unseren internationalen Partnern der Universität Haifa bildet das Forschungsprojekt zudem den grenzüberschreitenden Charakter des Untersuchungsgegenstands ab und nimmt eine international vergleichende Perspektive ein.