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Eine Medientheorie des humanoiden Roboters – Künstliche Intelligenz zwischen japanischen und europäischen Deutungen


Maschinen, die lernen, Entscheidungen treffen, mit uns kommunizieren, gar ein Bewusstsein entwickeln – die Vorstellungen über ‘künstliche Intelligenz’ (KI) vermischen oft die Realität dieser Technologien mit fiktionalen Interpretationen darüber, wie unsere Zukunft mit ihnen aussehen könnte. Diese Fiktionen, Potentiale und Szenarien geben einer Gesellschaft Orientierung und verknüpfen zugleich Hoffnungen, Risiken, Lösungen und Erwartungen mit neuen technischen Entwicklungen.

Mit humanoiden Robotern stellen die Diskurse über intelligente oder gar empfindungsfähige Maschinen nicht weniger dar als ein Spiegelbild des Menschseins: In ihnen erneuern sich die fundamentalen Fragen nach Bewusstsein, einem freien Willen und Autonomie sowie grundsätzlich nach der Art und Weise, wie wir Menschen denken, handeln und fühlen. In der KI-Technik materialisieren sich damit stets auch anthropologische und philosophische Konzepte, die in einer zumeist stark europäisch geprägten ideengeschichtlichen Tradition stehen.

Gerade weil die Konzepte und Diskurse um KI damit keinesfalls universell, sondern nur in Abhängigkeit von den Kontexten ihrer Entstehung zu verstehen sind, kommt einer kulturell vergleichenden Perspektive eine entscheidende Bedeutung zu. In diesem Projekt wird daher im Besonderen der Gegenstand der humanoiden Roboter in Japan in den Blick genommen mit dem Ziel, die vielgestaltigen Realitäten der künstlichen Intelligenz herauszuarbeiten – zwischen Science und Fiction, ostasiatischen und europäischen Konzepten. Als Teil dieser Arbeit fördert die Japanese Society for the Promotion of Science (JSPS) seit Januar 2020 einen Forschungsaufenthalt am Cognitive Science Lab der Waseda Universität in Tokio. In Planung ist eine Tagung zu diesen Fragestellungen im Juni 2021 in Berlin.


Laufzeitseit September 2018
FördererJapanese Society for the Promotion of Science (JSPS) & Eigenfinanzierung

Kontakt

Thomas Christian Bächle, Dr.

Forschungsprogrammleiter: Die Entwicklung der digitalen Gesellschaft