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Pressemitteilung: ‚science2discuss‘ im Humboldt Institut für Internet und Gesellschaft

26 Oktober 2012

Aktuelle Fragen des Internets im öffentlichen Dialog – Ein Barcamp von Nachwuchsforschern:

‚science2discuss‘ im Humboldt Institut für Internet und Gesellschaft

Am 25. und 26.10.2012 lud das Alexander von Humboldt Institut für Internet und Gesellschaft (HIIG) NachwuchswissenschaftlerInnen zu einem Kolloquium und Barcamp nach Berlin ein. 80 junge ForscherInnen durchbrachen die Schranken ihrer jeweiligen Disziplinen und stellten sich der Diskussion gesellschaftlicher Fragen des digitalen Zeitalters in der Homebase am Alexanderplatz. Forschungsthemen wie der Wandel der medialen Öffentlichkeit und der demokratischen Prozesse, Regulierungsprinzipien, etwa im Bereich von Datenschutz und sozialer Netzwerke, neue Formen der Wissensproduktion und der Entstehung kreativer Güter standen in den Diskussionsrunden im Mittelpunkt.

Gründungsdirektor Wolfgang Schulz machte zu Beginn der Veranstaltung deutlich: “Transdisziplinarität wird wissenschaftspolitisch immer wieder gefordert und ist gerade in der Internetforschung nötig, um die vielschichtigen Themen verstehen zu können. Doch besonders für Nachwuchsforscher ist dies angesichts der häufig disziplinär ausgerichteten Forschungsprogramme und Publikationsbewertungen ein riskanter Karriereweg. Umso erfreulicher, dass sich so viele junge Kolleginnen und Kollegen der transdiziplinären Herausforderung stellen.”

So wurden unter anderem Vergleiche angestellt, welche Rolle Social Media in Ländern wie Russland und China gegenüber Europa spielt. Am Beispiel der Entwicklung von Gesetzen wurden Erfahrungen ausgetauscht, wie Vertrauen schrittweise auf partizipativen Online-Plattformen im Netz aufgebaut werden kann. Am zweiten Tag wurden die so vorgestellten Forschungsthesen in einem öffentlichen Barcamp mit einem breiteren Kreis von Internetnutzern und Interessierten praxisorientiert diskutiert und weitergedacht.

Das Kolloquium für Internet und Gesellschaft war gleichzeitig die Auftaktveranstaltung des Doktorandenprogramms des Instituts. In diesem Programm untersuchen seit September 2012 sechs Nachwuchsforscher, betreut durch die Direktoren des Instituts Prof Dr. Jeanette Hofmann, Prof. Dr. Dr. Ingolf Pernice, Prof. Dr. Dr. Thomas Schildhauer und Prof. Dr. Wolfgang Schulz, in innovativen und transdisziplinär angelegten Forschungsvorhaben die Entwicklungen des Internets in Bezug auf die verschiedenen Gesellschaftsbereiche.

Die Möglichkeiten zur Vernetzung gerade von jungen Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern und die Förderung des offenen Dialogs ist eine wesentliche Aufgabe des Alexander von Humboldt Instituts für Internet und Gesellschaft, das vor einem Jahr feierlich eröffnet wurde. Die seitdem vom Institut entwickelte Forschungsagenda gab deshalb auch viele der besprochenen Themenschwerpunkte aus den Bereichen Internet- und Medienregulierung, Internet Policy and Governance, Internet-basierte Innovation und Internet und Konstitutionalismus vor.

Berliner Kolloquium für Internet und Gesellschaft | 25.-26.10.2012 | Homebase Berlin

Eine Veranstaltung des Alexander von Humboldt Instituts für Internet und Gesellschaft in Kooperation mit Newthinking

Programm und weitere Informationen unter www.hiig.de

Kontakt: Jana Schudrowitz | schudrowitz@hiig.de | Telefon 030 20 93-3490 | Fax 030 20 93-3435

Das Alexander von Humboldt Institut für Internet und Gesellschaft ist am 25. Oktober 2011 eröffnet worden.

Hauptziel ist es, zu einem besseren Verständnis des Wechselverhältnisses zwischen Internet und Gesellschaft beitragen und dabei die digitale, vernetzte Zukunft für alle mitzugestalten. Das von Google initial-finanzierte Institut wird von der Humboldt-Universität zu Berlin, der Universität der Künste Berlin sowie dem Wissenschaft-szentrum Berlin für Sozialforschung getragen, mit dem Hans-Bredow-Institut für Medienforschung in Hamburg als integriertem Kooperationspartner.

Dieser Beitrag spiegelt die Meinung des Autors und weder notwendigerweise noch ausschließlich die Meinung des Institutes wider. Für mehr Informationen zu den Inhalten dieser Beiträge und den assoziierten Forschungsprojekten kontaktieren Sie bitte info@hiig.de

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