Manuel Castells eröffnet prominent besetzte Redenreihe zur digitalen Gesellschaft

Manuel Castells eröffnet prominent besetzte Redenreihe zur digitalen Gesellschaft

  • Der Prozess des digitalen Wandels wird von tiefgreifenden gesellschaftlichen Veränderungen und Ungewissheiten begleitet. Das Alexander von Humboldt Institut für Internet und Gesellschaft (HIIG) und die Bundeszentrale für politische Bildung/bpb laden führende europäische Intellektuelle dazu ein, die Transformationsprozesse zu erklären und zu gestalten.
  • Manuel Castells eröffnet die prominent besetzte Redenreihe am 12. Dezember mit einer Rede zu Machtverhältnissen in der digitalen Gesellschaft. Weitere visionäre RednerInnen sind Marion Fourcade, Christoph Neuberger und José van Dijck.

Berlin, 21. November 2017 – Durch den Prozess der Digitalisierung stellen sich grundlegende Fragen für die digitale Gesellschaft: nach Macht und Ungleichheit, Demokratie und Öffentlichkeit, nach Infrastrukturen und Plattformen. Das Alexander von Humboldt Institut für Internet und Gesellschaft (HIIG) und die Bundeszentrale für politische Bildung (bpb) möchten mit einer prominent besetzten Redenreihe wichtigen akademischen Stimmen Raum für Diskussion bieten. Unter dem Titel “Making sense of digital society” laden HIIG und bpb führende europäische Intellektuelle dazu ein, den digitalen Wandel zu erklären und zu gestalten.

Die Redenreihe wird am 12. Dezember von einem Vortrag Manuel Castells, einem der prominentesten Sozialwissenschaftler weltweit, zu Macht in der digitalen Gesellschaft im Kino International in Berlin eröffnet. Der Autor der einflussreichen Trilogie “The Information Age” widmet sich der Frage, wer in der digitalen Gesellschaft mächtig ist – und wie bestehende Machtverhältnisse in Frage gestellt werden können. Digital vernetzte Technologien wurden lange als Demokatisierungs- und Emanzipationsmittel verstanden. Heute wissen wir, dass dies die komplexen Veränderungen der digitalen Gesellschaft nur zum Teil widerspiegelt: Einige wenige Unternehmen dominieren Märkte und Infrastrukturen. Manuel Castells wies bereits in “The Information Age” auf die Ambivalenzen dieser Entwicklungen hin. Seiner Argumentation nach erodieren traditionelle Formen der Macht, aber gleichzeitig entstehen neue Formen der Machtverteilung. In seinem Vortrag wird Castells auf die Entwicklungen der letzten 20 Jahre eingehen.

Nach dem Auftakt im Dezember wird die Redenreihe mit verschiedenen RednerInnen 2018 fortgeführt. Marion Fourcade, Professorin für Soziologie an der Berkeley Universität, forscht zu Moralität in der digitalen Ökonomie, Christoph Neuberger ist Kommunikationswissenschaftler an der LMU München und widmet sich Journalismus und Öffentlichkeit im Internet und José van Dijck, Autorin des in Kürze erscheinenden Buches “The Platform Society” und Präsidentin der Royal Netherlands Academy of Arts and Sciences, versucht unsere Gesellschaft in Zeiten von dominanten Plattformen wie Amazon, Facebook und Google zu beschreiben.

Die RednerInnen der Reihe werden auf grundlegende Fragestellungen eingehen: Sind wir Zeugen einer Wiederbelebung der Demokratie durch mehr Partizipationsmöglichkeiten und größere Transparenz durch das Internet? Oder erfahren wir den Niedergang der Demokratie durch Fragmentierung und Populismus? Sind datengetriebene Dienste eine Verbesserung für unser Privat- und Arbeitsleben oder verstärken sie soziale Ungleichheiten? Was ändert sich tatsächlich in unserer Gesellschaft, abseits des Hypes und der kurzzeitigen Begeisterung?

Details zur Veranstaltung: Die Rede von Manuel Castells: Power and counter-power in the digital society wird am Dienstag, den 12. Dezember 2017 von 19:00 bis 21:00 Uhr im Kino InternationalKarl-Marx-Allee 33, 10178 Berlin stattfinden. Manuel Castells, einer der prominentesten Sozialwissenschaftler weltweit, spricht über dieses Thema nach einer Begrüßung und Einführung von Caroline Hornstein-Tomić, Fachabteilungsleiterin der bpb und Jeanette Hofmann, Direktorin am HIIG.

Weitere Informationen:

https://www.hiig.de/making-sense-of-the-digital-society/ (Redenreihe)

https://www.hiig.de/events/power-counter-power-in-digital-society/ (Veranstaltung & Anmeldung)

Pressekontakt und Akkreditierung: Florian Lüdtke | Tel. +49 30 200 760 82 | presse|a|hiig.de 

Über die Bundeszentrale für politische Bildung

Im Zentrum der Arbeit der Bundeszentrale für politische Bildung/bpb steht die Förderung des Bewusstseins für Demokratie und politische Partizipation. Aktuelle und historische Themen greift sie mit Veranstaltungen, Printprodukten, audiovisuellen Produkten und durch Online-Angebote auf. Veranstaltungsformate der bpb sind Tagungen, Kongresse, Festivals, Messen, Ausstellungen, Studienreisen, Wettbewerbe, Kinoseminare und Kulturveranstaltungen sowie Events und Journalistenweiterbildungen. Das breit gefächerte Bildungsangebot der bpb soll Bürgerinnen und Bürger motivieren und befähigen, sich kritisch mit politischen und gesellschaftlichen Fragen auseinander zu setzen und aktiv am politischen Leben teilzunehmen. Aus den Erfahrungen mit diktatorischen Herrschaftsformen in der deutschen Geschichte erwächst für die Bundesrepublik Deutschland die besondere Verantwortung, Werte wie Demokratie, Pluralismus und Toleranz im Bewusstsein der Bevölkerung zu festigen.

Die unterschiedlichen Bildungsangebote der bpb vermitteln Einblicke in die historischen und gesellschaftlichen Zusammenhänge politischer, kultureller, sozialer sowie wirtschaftlicher Prozesse. Ihre Aufgabe erfüllt sie in eigener gesellschaftspolitischer, pädagogischer und publizistischer Verantwortung. Sie ist überparteilich und wissenschaftlich ausgewogen. Als eine Institution der staatlich verfassten politischen Bildung unterstützt die bpb bundesweit Einrichtungen, Nicht-Regierungsorganisationen, Stiftungen und Vereine, die politische Bildung anbieten. Interessierte Bürgerinnen und Bürger können sich bei der bpb also umfassend informieren.

Über das HIIG

Das Alexander von Humboldt Institut für Internet und Gesellschaft (HIIG) zielt darauf ab, die dynamische Beziehung von Internet und Gesellschaft zu erforschen. Es soll ein tieferes Verständnis des Zusammenspiels zwischen sozio-kulturellen, rechtlichen, ökonomischen und technischen Normen im Digitalisierungsprozess erlangt werden und damit eine fundierte, sachliche Grundlage für den Dialog der verschiedenen Interessengruppen aus Politik, Wirtschaft und Gesellschaft geschaffen werden. Wesentlicher Bezugsrahmen für die Forschung sind die Veränderungen im Spannungsfeld von Governance und Innovation. Diese Wechselbeziehungen sind variantenreich und strukturbildend; sie werden praktisch in allen gesellschaftlichen Bereichen und wirtschaftlichen Sektoren wirksam: in Staat und Verwaltung, Unternehmen und Märkten wie auch in verschiedenen zivilgesellschaftlichen Gruppen, auf der lokalen bis hin zur globalen Ebene.

Das HIIG wurde 2011 von der Humboldt-Universität zu Berlin (HU), der Universität der Künste Berlin (UdK) und vom Wissenschaftszentrum Berlin für Sozialforschung (WZB) gegründet mit dem Hans-Bredow-Institut Hamburg als integrierter Kooperationspartner. Die ForschungsdirektorInnen des Instituts sind Prof. Dr. Jeanette Hofmann, Prof. Dr. Dr. h.c. Ingolf Pernice, Prof. Dr. Dr. Thomas Schildhauer und Prof. Dr. Wolfgang Schulz.

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