Eu Hub group picture in Haifa

Konferenz zeigt Potenzial europäischer KI-Forschung

06 Dezember 2018

Künstliche Intelligenz wird die Gesellschaft weltweit verändern: Mehr als 60 ForscherInnen eines europäischen Forschungsnetzwerks zeigen mit ihren Projekten ethische und rechtliche Entwicklungen – und wie man sie beeinflussen kann. VertreterInnen des Netzwerks trafen sich zum Abschluss der Konferenz und einigten sich auf eine engere Zusammenarbeit und stärkeren Austausch.

Berlin, 6.12.2018 – Bei der Konferenz „Artificial Intelligence: ethical and legal implications“, die vom Center for Cyber Law & Policy der University of Haifa (CCLP) und dem European Hub des Global Network of Internet Society Research Centers (NoC) organisiert wurde, präsentierten und diskutierten NachwuchswissenschaftlerInnen ihre Forschungsprojekte. Sie thematisierten, welche Herausforderungen für die Gesellschaft durch den Einsatz Künstlicher Intelligenz entstehen. Zum Beispiel stellt sich die Frage, wer beim Einsatz von Pflegerobotern haftet oder welche ethischen Probleme entstehen, wenn etwa Vorurteile durch die Technologie vervielfältigt werden.

„Die aktuellen Projekte der NachwuchsforscherInnen stellen traditionelle Konzepte etwa von Autonomie in Frage, liefern aber auch ganz praktische Lösungen, wie Fairness für die Programmierung von Algorithmen gestaltet werden kann“, sagt Wolfgang Schulz, Forschungsdirektor am Humboldt-Institut für Internet und Gesellschaft (HIIG). Zur Bedeutung der aktuellen Forschung betont Niva Elkin-Koren, die Vize-Direktorin des CCLP: „Die Technologie der Künstlichen Intelligenz entwickelt sich stetig weiter. Darum sollten Gesetzgeber vorsichtig sein bei ihren Bestrebungen, den Einsatz von KI zu regulieren, bevor sie die Chancen und Risiken vollständig verstanden haben.”

Mehr als 60 WissenschaftlerInnen nahmen an der Konferenz vom 28. bis zum 30. November 2018 teil, etwa aus Südafrika, Australien und Nigeria. Die meisten ForscherInnen sind an europäischen Internetforschungsinstituten wie der Norwegian Business School in Oslo, dem Nexa Center for Internet and Society in Turin und dem Essex Law School und Human Rights Centre tätig. Diese Einrichtungen sind alle Mitglieder im European Hub des NoC.

Zum Abschluss der Konferenz trafen sich ebenfalls die VertreterInnen der Institute des European Hub in Haifa zu einem Roundtable. Sie sprachen sich unter anderem dafür aus, ihre Zusammenarbeit bei gemeinsamen Forschungsprojekten auszubauen. “Bei dem Workshop wurde deutlich, wie viel Europa der Welt zu bieten hat, wenn es darum geht, besser zu verstehen, wie sich die Gesellschaft durch KI verändern wird, aber auch wie die Gesellschaft auf diese Entwicklungen Einfluss nehmen kann“, sagt Wolfgang Schulz. „Der EU Hub wird künftig noch mehr dafür tun, eine solide und neutrale Informationsgrundlage für politische Entscheidungen zur Verfügung zu stellen. In Zeiten von populistischer Vereinfachung und dem Ignorieren wissenschaftlicher Fakten wird das immer bedeutender.”

 

Weitere Informationen:

Das Programm der Konferenz: http://noc-europeanhub.net/wp-content/uploads/2018/10/AI-Legal-Ethical-Implications.pdf

Über den European Hub: http://noc-europeanhub.net/ und HIIG: https://www.hiig.de/

Pressekontakt: Florian Lüdtke | Tel. +49 30 200 760 82 | presse@hiig.de

Über das NoC

Das Global Network of Internet Society Research Centers ist eine Initiative wissenschaftlicher Institutionen, die interdisziplinäre Forschung im breiten Themenkomplex Internet und Gesellschaft betreiben. Das Netzwerk wurde 2012 – u.a. vom Alexander von Humboldt Institut für Internet und Gesellschaft (HIIG) – gegründet und verfolgt das Ziel, die Zusammenarbeit der teilnehmenden Institute zu stärken, um voneinander zu lernen, Synergien zu heben und globale Fragen gemeinsam angehen zu können. Das NoC setzt sie sich mit Themen lokaler, nationaler und globaler Bedeutung auseinander, etwa in den Bereichen Policy, Regulierung und Governance, gesellschaftlicher Wandel, neue Märkte und Businessmodelle, Immaterialgüterrecht, Privacy, Sicherheit und vielen anderen mehr. Das Netzwerk möchte gemeinsame Forschungsaktivitäten anregen und koordinieren, denn viele dieser Fragen bedürfen einer internationalen und interdisziplinären Betrachtung. Mehr Informationen finden Sie hier: http://networkofcenters.net/about (englisch).

Innerhalb des NoC wurde 2017 der European Hub gegründet, dessen Ziel es ist, europäische Internetforschung auf internationaler Ebene zu stärken. Derzeit besteht das Netzwerk aus 26 Forschungsinstituten in 15 Ländern.

Über das HIIG

Das Alexander von Humboldt Institut für Internet und Gesellschaft (HIIG) erforscht die Entwicklung des Internets aus einer gesellschaftlichen Perspektive, um die damit einhergehende Digitalisierung aller Lebensbereiche besser zu verstehen. Als erstes Forschungsinstitut in Deutschland mit einem Fokus auf Internet und Gesellschaft hat das HIIG ein Verständnis erarbeitet, das die Einbettung digitaler Innovationen in gesellschaftliche Prozesse betont. Basierend auf dieser transdisziplinären Expertise und als Teil des Global Network of Interdisciplinary Internet & Society Research Centers will das HIIG eine europäische Antwort auf den digitalen Strukturwandel entwickeln.

Das HIIG wurde 2011 von der Humboldt-Universität zu Berlin (HU), der Universität der Künste Berlin (UdK) und vom Wissenschaftszentrum Berlin für Sozialforschung (WZB) gegründet mit dem Hans-Bredow-Institut Hamburg als integrierter Kooperationspartner. Die ForschungsdirektorInnen des Instituts sind Prof. Dr. Jeanette Hofmann, Prof. Dr. Dr. h.c. Ingolf Pernice, Prof. Dr. Björn Scheuermann, Prof. Dr. Dr. Thomas Schildhauer und Prof. Dr. Wolfgang Schulz.

Florian Lüdtke

Koordinator Wissenschaftskommunikation

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Das HIIG erforscht die Entwicklung des Internets aus einer gesellschaftlichen Perspektive mit dem Ziel, die damit einhergehende Digitalisierung aller Lebensbereiche besser zu verstehen.

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