Research Programme: Evolving Digital Society/Enwicklung der digitalen Gesellschaft | Photo by Sebastien Gabriel on Unsplash

Die Digitalisierung von Gesellschaft, Politik und Wirtschaft berührt die Grundlagen unseres Zusammenlebens und wirft viele Fragen auf: Erleben wir eine Wiederbelebung der Demokratie durch mehr Partizipation und Dynamik oder gerade ihren Niedergang durch Fragmentierung und Beschleunigung? Ist die Wirtschaft durch Digitalisierung und Vernetzung dezentraler und innovativer geworden oder konzentriert sie sich auf einzelne Plattformen? Wird die Sharing Economy das gesellschaftliche Leben im Bereich Wohnen, Verkehr und Gesundheit für alle einfacher und erschwinglicher machen – oder verstärkt sie gesellschaftliche Ungleichheiten?


Forschungsprogramm I – Die Entwicklung der Digitalen Gesellschaft

Was zeichnet also die Digitale Gesellschaft aus? Solch grundlegende Fragen stellen die Wissenschaft vor Herausforderungen. In der Regel können empirische Studien nur für Teilaspekte verlässliche Antworten geben. Langfristige und übergreifende Wandlungsprozesse sind schwer nachzuweisen und zu erklären. Zudem muss die Wissenschaft sich fragen: Können gewohnte Konzepte und Theorien die gegenwärtigen Transformationen und die entstehende digitale Gesellschaft adäquat erfassen.

In diesem Forschungsprogramm bündeln wir die Beschäftigung mit diesen übergreifenden Fragen in Form von Studien, Publikationen und Veranstaltungen. In der Untersuchung der Digitalen Gesellschaft lassen sich analytisch zwei Ebenen unterscheiden: Die Gegenstandsebene der tatsächlichen (und vermeintlichen) gesellschaftlichen Transformationen und Umbrüche; und die Beobachtungsebene, d.h. die Ebene der Beschreibung dieser Prozesse in öffentlichen und wissenschaftlichen Debatten.


Diskurse und Theorien

In der ersten Phase (2017/18) des Forschungsprogramms I konzentrieren wir uns auf die Beobachtungsebene. Wir gehen davon aus, dass gerade in der gegenwärtigen Umbruchsituation Diskurse und Theorien nicht einfach nur Wandel abbilden, sondern ihn ebenfalls durch Schwerpunktsetzung, Erklärung und Politisierung maßgeblich gestalten. Welche Bedeutung, welche Chancen und Herausforderungen werden “Algorithmen” und “Künstlicher Intelligenz” in der Re-Organisation von Gesellschaft zugeschrieben? Wird es der machtvollen Position von Konzernen wie Google und Facebook gerecht, sie als Plattformen zu beschreiben?

Aktuelle Projekte

Geplante Projekte

  • Empirische Studien zu Diskursen um Schlüsselbegriffe der Digitalen Gesellschaft (u.a. Algorithmen, Automatisierung, Big Data, Künstliche Intelligenz)
  • Schlüsselkonzepte der Digitalen Gesellschaft. Ein Vokabular der Gegenwart.

Ausgewählte Publikationen

Hofmann, J. (2017). Constellations of Trust and Distrust in Internet Governance. In European Commission, Trust at Risk:. Implications for EU Policies and Institutions., European Commission (pp. 85-98). Brussels: European Commission. Publication details

Hofmann, J. (2017). Demokratie im Datenkapitalismus. Das Verhältnis von Medien und Macht muss neu vermessen werden. WZB Mitteilungen, 155, 14-17. Publication details

Katzenbach, C. (2017). Die Regeln digitaler Kommunikation. Governance zwischen Norm, Diskurs und Technik. Wiesbaden: Springer VS. Publication details

Pentzold, C. & Katzenbach, C. (Eds) (2017). M&K: Komplexitätssteigerung und Komplexitätsreduzierung in der kommunikationswissenschaftlichen Theoriebildung. Medien & Kommunikationswissenschaft, 65(3). Publication details

 

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