
Workshop: Wissenschaftsfreiheit unter Druck
Das Alexander von Humboldt Institut für Internet und Gesellschaft (HIIG) lädt zu einem Workshop ein: Gemeinsam mit Leitungspersonen und Forschenden aus dem Wissenschaftssystem sowie zivilgesellschaftlichen Akteur*innen identifizieren wir mögliche Angriffsflächen für politische Einflussnahme auf staatliche Universitäten und Hochschulen in Deutschland.
Workshop
Wissenschaftsfreiheit unter Druck: Wie angreifbar sind deutsche Universitäten?
18.09.2026 • 09:00-15:00 Uhr (CEST)
HIIG • Französische Str. 9, 10117 Berlin
Demokratische Entscheidungsprozesse sind auf zuverlässige und unabhängige Expertise angewiesen, die Wissenschaft ist dafür eine zentrale Quelle – von Klimapolitik bis Pandemiebekämpfung. Doch die Wissenschaftsfreiheit steht unter Druck: Auch in etablierten Demokratien ist sie vor antidemokratischen Einflüssen nicht geschützt. Wo wissenschaftliche Unabhängigkeit erodiert, verliert nicht nur die Wissenschaft an Glaubwürdigkeit, sondern auch die Demokratie eine ihrer wichtigsten Wissensquellen.
Besonders zeigt sich dies derzeit in den USA: Kürzungen bei der Finanzierung einzelner Fachbereiche, Angriffe auf Hochschulen und Forschende oder Selbstzensur aus Angst vor politischen Konsequenzen. All das zeigt, wie verwundbar Wissenschaftssysteme auch in Demokratien sein können. Ähnliche Entwicklungen lassen sich in Israel oder in einzelnen EU-Ländern wie Ungarn und Polen beobachten. Das wirft die Frage auf: Wie robust ist das deutsche Wissenschaftssystem gegenüber politischer Einflussnahme? Könnte es seine Unabhängigkeit potenziell auch unter einer antidemokratischen Regierung wahren?
Diesen Fragen gehen wir in einem mehrstufigen Threat-Modelling-Prozess nach. Wir identifizieren mögliche Schwachstellen und Angriffsflächen im aktuellen Wissenschaftssystem mit einem Fokus auf staatliche Universitäten und Hochschulen: Welche Rolle spielt die Abhängigkeit von staatlicher Förderung und Drittmitteln? Wo liegen institutionelle Schwachstellen in der Organisationsstruktur? Und wie gut sind Lehrpläne vor politischer Einflussnahme geschützt?
Auf Grundlage dieser Analyse laden wir zu einem Workshop ein, in dem wir gemeinsam systematisch an diesen Bedrohungen weiterarbeiten, konkrete Angriffsszenarien diskutieren und unsere bisherigen Erkenntnisse erweitern und validieren.
Der Workshop richtet sich an Leitungspersonen staatlicher Universitäten und Hochschulen, Wissenschaftsmanager*innen und wissenschaftspolitische Expert*innen, Forschende mit Fokus auf rechtspopulistische Parteien sowie zivilgesellschaftliche Akteur*innen.
Teilnahme
Die Teilnahme erfolgt auf Einladung. Wenn Sie Interesse an der Veranstaltung haben und inhaltliche Anknüpfungspunkte sehen, melden Sie sich bitte bis zum 4. September 2026 per E-Mail an Lena Marie Henkes (lena.henkes@hiig.de).
Workshopmoderation
Prof. Dr. Wolfgang Schulz (Alexander von Humboldt Institut für Internet und Gesellschaft / Leibniz-Institut für Medienforschung I Hans-Bredow-Institut)
Dr. Nataliia Sokolovska (Alexander von Humboldt Institut für Internet und Gesellschaft)
Lena Marie Henkes (Alexander von Humboldt Institut für Internet und Gesellschaft)
Expert*innen
Shlomi Hod (Weizenbaum-Institut) und Prof. Dr. Niva Elkin-Koren (Tel Aviv University) begleiten den Prozess methodisch und unterstützen das HIIG bei der Planung und Umsetzung des Threat-Modelling-Ansatzes.
DIGITAL SOCIETY VORTRÄGE
Diese exklusive Vorlesungsreihe entwickelt eine europäische Perspektive zu den aktuellen Transformationsprozessen innerhalb unserer Gesellschaft.
DIGITALER SALON
Einmal im Monat laden wir ausgewählte Gäste ein, um gemeinsam mit dem Publikum über die Auswirkungen der Digitalisierung auf die Gesellschaft zu sprechen.
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