Elena Esposito: Zukunft und Ungewissheit in der digitalen Gesellschaft

Was bedeutet die Prognose durch Algorithmen und künstliche Intelligenz? Organisationen und Verwaltungen sammeln und speichern riesige Datenmengen, um Muster in der Gegenwart zu erkennen und erwartete Zukunftsszenarien zu generieren. Wie helfen Algorithmen und KI, Unsicherheiten und unüberschaubarer Datenmengen zu bewältigen – und zu welchem Preis? Was können wir über diese technologischen Infrastrukturen unserer Gesellschaft wissen? Wie verändert KI unser Verständnis und unsere Produktion von Wissen? Und wie beeinflussen algorithmische Prognosen unsere Beziehung zur Zukunft?

Elena Esposito ist Professorin für Soziologie an der Universität Bielefeld und an der Universität Modena und Reggio Emilia. Sie gilt als eine der führenden Vertreterinnen der Systemtheorie. Esposito arbeitet an Themen, die das soziale Management von Zeit umfassen, darunter Erinnern und Vergessen, Mode und Vergänglichkeit, Wahrscheinlichkeitsrechnung, sowie Fiktion und Zeitanwendung in der Finanzwelt. Ihre aktuellen Forschungsprojekte untersuchen Möglichkeiten und Formen des Vergessens im Internet, eine Soziologie der Algorithmen und die Verbreitung von Rankings und Ratings im Informationsmanagement.

Unter Ihren zahlreichen Publikationen sind u.a. „The Future of Futures. Time and Money in Financing and Society”, 2011 (Edgar Elgar Pub); „Die Verbindlichkeit des Vorübergehenden. Paradoxien der Mode”, 2004 (Suhrkamp); „Soziales Vergessen. Formen und Medien des Gedächtnisses der Gesellschaft”, 2002 (Suhrkamp).

 

Making sense of the digital society

Das Alexander von Humboldt Institut für Internet und Gesellschaft (HIIG) und die Bundeszentrale für politische Bildung/bpb organisieren zum Thema „Making sense of the digital society“ gemeinsam eine akademische Redenreihe. Mit der prominent besetzten Reihe soll eine europäische Perspektive auf den Transformationsprozess entwickelt werden, den unsere Gesellschaft gegenwärtig durchläuft. Die Vorlesungsreihe begann am 12. Dezember 2017 mit einer Eröffnungsrede von Manuel Castells, Autor der einflussreichen „Information Age“-Trilogie und wurde von Christoph Neuberger im Januar 2018 weitergeführt. Weitere bestätigte RednerInnen sind Marion Fourcade (Soziologieprofessorin an der UC Berkeley) und José van Dijck, Autorin des in Kürze erscheinenden Buches „The Platform Society“ und Präsidentin der Royal Netherlands Academy of Arts and Sciences.

Veranstaltungsdatum

12. Mrz 2018 | 19:00 – 22:00 ical | gcal

 

Ort

Auditorium Friedrichstraße,  Friedrichstraße 180,  10117 Berlin

Kontakt

Christian Grauvogel

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