{"id":54481,"date":"2018-12-03T07:00:47","date_gmt":"2018-12-03T06:00:47","guid":{"rendered":"https:\/\/www.hiig.de\/?p=54481"},"modified":"2023-03-28T15:25:10","modified_gmt":"2023-03-28T13:25:10","slug":"energizing-the-energy-future","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.hiig.de\/en\/energizing-the-energy-future\/","title":{"rendered":"Energizing the energy future"},"content":{"rendered":"<p><em><span style=\"font-weight: 400;\">What if the entire progress of society depends on the future energy system? At least that&#8217;s how visionaries like Jeremy Rifkin argue. The list of challenges posed by the energy system transformation is extensive &#8211; first and foremost globally agreed climate targets with the urgency of minimizing CO<\/span><span style=\"font-weight: 400;\">2<\/span><span style=\"font-weight: 400;\"> emissions. Policymakers and business leaders in particular now have to deal with how they can arouse citizens&#8217; interest in the topic of energy and encourage them to shape the energy system of the future. Findings from practice and our research provide an impression of how some individuals are already active players in the energy system transformation process &#8211; but all should become so.<\/span><\/em><\/p>\n<p>Die komplette Umgestaltung des Energiesystems ist eigentlich keine Frage der Zeit. Sie ist notwendig, um die festgelegten Klimaziele des mehrheitlich ratifizierten <a href=\"https:\/\/unfccc.int\/process-and-meetings\/the-paris-agreement\/the-paris-agreement\">Pariser Abkommens<\/a> aus dem Jahr 2015 einzuhalten und die globale Erw\u00e4rmung auf mindestens 1,5 Grad Celsius gegen\u00fcber dem vorindustriellen Niveau zu begrenzen. Auch ohne die USA, die ihre auch innenpolitisch heftig kritisierte Aufk\u00fcndigung zum Jahr 2020 bekannt gegeben hatte, bleibt dies eine weltgesellschaftliche Aufgabe. In Deutschland gilt daf\u00fcr der nationale <a href=\"https:\/\/www.bmu.de\/fileadmin\/Daten_BMU\/Download_PDF\/Klimaschutz\/klimaschutzplan_2050_bf.pdf\">Klimaschutzplan 2050<\/a>, in <a href=\"https:\/\/www.berlin.de\/sen\/web\/presse\/pressemitteilungen\/2018\/pressemitteilung.754555.php\">Berlin mit dem Masterplan Solarcity<\/a> bis dahin das Ziel einer klimaneutralen Hauptstadt. Die damit einhergehenden Herausforderungen wurden im Rahmen des Akademienprojekts \u201e<a href=\"https:\/\/energiesysteme-zukunft.de\/publikationen\/stellungnahme-sektorkopplung\/\">Energiesysteme der Zukunft<\/a>\u201c mit Handlungsoptionen bewertet, zu denen unter anderem die Einf\u00fchrung einer CO2-Steuer geh\u00f6rt. Die Dringlichkeit wird umso deutlicher, wenn man bedenkt, dass das deutsche CO2-Jahreskontingent f\u00fcr 2018 bereits zum 28. M\u00e4rz verbraucht wurde. Bei gleichbleibendem CO2-Aussto\u00df w\u00fcrde das Gesamtbudget im Hinblick auf das Zwei-Grad-Ziel schon 2025 vollst\u00e4ndig aufgebraucht sein. Die <a href=\"https:\/\/www.bdew.de\/service\/datenplattform-stromkennzeichnung\/\">Stromerzeugung<\/a> aus fossilen Energietr\u00e4gern produziert dabei erhebliche Emissionen durch Treibhausgase, im Schnitt etwa 435 Gramm pro Kilowattstunde.<\/p>\n<h2>Die Energiewende 2.0<\/h2>\n<p>Der L\u00f6sungsansatz zur notwendigen Dekarbonisierung ist die ganzheitliche Kopplung von Elektrizit\u00e4t, W\u00e4rme- und K\u00e4lteversorgung, Verkehr und Industrie, die als Schl\u00fcsselkonzept der Energiewende 2.0 gilt. Auf dem Weg zu einem nachhaltigen Energiesystem mit dem Ziel 100 Prozent des Energiebedarfs aus Erneuerbaren zu decken, wird sich die Energiewirtschaft sukzessive sich in eine Stromwirtschaft transformieren, da die erneuerbaren Energien aus Wind-, Solar und Wasserkraft haupts\u00e4chlich Strom liefern. Die Integration der verschiedenen Smart-Energie-Systeme wird dann in der Konsequenz zu einer <a href=\"http:\/\/www.delphi-energy-future.com\/de\/\">elektrifizierten Gesellschaft<\/a> f\u00fchren (<em>All Electric Society<\/em>).<\/p>\n<p>Die Umgestaltung des Energiesystems wird uns als Individuen auf mehreren Ebenen treffen. Zum einen wird beim Aufbau einer Infrastruktur f\u00fcr die Energiewende und zur Vorhaltung von ausreichenden Kapazit\u00e4ten unsere gewohnte Landschaft umgestaltet werden m\u00fcssen, was schon jetzt in vielen Regionen auf Akzeptanzgrenzen st\u00f6\u00dft. Zum anderen werden wir unser gewohntes Energieverhalten auf diese neuen Verh\u00e4ltnisse und Ziele hin anpassen m\u00fcssen. Vor diesem Hintergrund muss man sich also fragen, wie sich die nahe Energiezukunft konkret f\u00fcr jeden Einzelnen von uns gestalten m\u00fcsste? Bei n\u00e4herer Betrachtung l\u00e4sst das eigentlich nur einen Schluss zu. Wir m\u00fcssen alle mehr Energie f\u00fcr unsere Energie investieren. Denn wenn wir die Energiewende als gesellschaftliche Praxis begreifen und ernst nehmen, bedeutet dies folglich eine unausweichliche Vervielfachung der bisher daf\u00fcr aufgewendeten, individuellen Lebenszeit mit dem Thema Energie.<\/p>\n<p>Vordenker wie Jeremy Rifkin argumentieren sogar, dass der Fortschritt unserer gesamten Gesellschaft zentral auf dem Energiesystem beruht und dabei NutzerInnen und VerbraucherInnen eine wichtige Rolle spielen (<a href=\"https:\/\/www.thezeromarginalcostsociety.com\/\">Rifkin 2014<\/a>). Rifkin beschreibt, dass aktive und innovative NutzerInnen einen integralen Bestandteil in der Ausgestaltung eines nachhaltigen Energiesystems spielen werden und so heute grundlegende Ver\u00e4nderungen herbeif\u00fchren. Wie genau eine solche Einbindung und Mitgestaltung im Einzelnen aussieht und wie solche Ver\u00e4nderungen auf einzelne L\u00e4nder wie Deutschland wirken, diskutiert Rifkin jedoch nicht.<\/p>\n<h2><strong>Energiekunden sind auch Energieb\u00fcrger<\/strong><\/h2>\n<p>Wir alle haben einen Stromvertrag bei einem Energieversorger abgeschlossen, erhalten entweder konventionellen \u201egrauen\u201c Strom oder im besten Falle ausschlie\u00dflich \u201egr\u00fcnen\u201c \u00d6kostrom. Damit ist in den meisten F\u00e4llen schon das Ende der Anteilnahme an der Energiewende in den privaten Haushalten erreicht. Strom gilt bisher als langweiliges Commodity-Produkt und wird mit Attributen wie \u201elow engagement\u201d, \u201elow interest\u201d und \u201elow involvement\u201d beschrieben. Ein Gro\u00dfteil der Kunden am Markt h\u00e4lt den Preis immer noch f\u00fcr das wichtigste Argument bei der Energieversorgung und als prim\u00e4ren Ausl\u00f6ser f\u00fcr einen Wechsel des Anbieters. Im Hyperwettbewerb m\u00fcssen die zumeist wechselwilligen KundInnen mit kostenintensiven Bonuszahlungen teuer erkauft werden. Die Margen im Privatkundenbereich sind dabei alles andere als rentabel. Viele Energieversorger bem\u00fchen sich deshalb nun um eine nachhaltigere Kundenbeziehung, damit sich die teuren Akquisekosten \u00fcber die Laufzeit der Kundenbeziehung amortisieren und schlussendlich vielleicht doch noch profitabel werden. Die Kundenbindung steht nun vermehrt im Mittelpunkt der unternehmerischen Aktivit\u00e4ten und kundenzentrierte Ans\u00e4tze werden oft diskutiert und stellenweise bereits eingesetzt. Man versucht sich am gro\u00dfen Vorbild Amazon und dessen konsequenter <em>customer obsession<\/em> zu orientieren. Klassische Instrumente wie Kundenbeir\u00e4te, Befragungen zu Servicequalit\u00e4t, Produkten und Kundenzufriedenheit werden neben neuen Methoden zur nutzerzentrierten Ideenfindung (<em>Design Thinking<\/em>) oder nutzerorientierter Gestaltung (<em>User Centered Design<\/em>) eingesetzt.<\/p>\n<p>Zus\u00e4tzlich werden Erkenntnisse aus vorhanden Daten gewonnen (<em>Data Analytics<\/em>), um beispielsweise potentiellen K\u00fcndigungen mit entsprechenden Ma\u00dfnahmen pr\u00e4ventiv entgegenzutreten. Dar\u00fcber hinaus befinden sich die Versorger in der paradoxen Situation, dass ihre klassischen Gesch\u00e4ftsmodelle, die bislang von der Absatzmenge gen\u00e4hrt wurden, immer schneller an Profitabilit\u00e4t verlieren, sie aber gleichzeitig mit Angeboten zur Energieeffizienz zum Stromsparen aufrufen m\u00fcssen. Dies hat zur Folge, dass sie mit neuen Gesch\u00e4ftsfeldern experimentieren und ihre Gesch\u00e4ftsmodelle teilweise kannibalisieren m\u00fcssen. Deshalb verfolgen die meisten Akteure einen Open-Innovation-Ansatz, um smarte Produkte und Services anbieten zu k\u00f6nnen, die eine langfristige und loyale Kundenbindung \u00fcber das digitale Kundenerlebnis erm\u00f6glichen.<\/p>\n<div class=\"lyte-wrapper\" style=\"width:420px;max-width:100%;margin:5px auto;\"><div class=\"lyMe\" id=\"WYL_9t1eqvcTSMM\"><div id=\"lyte_9t1eqvcTSMM\" data-src=\"https:\/\/www.hiig.de\/wp-content\/plugins\/wp-youtube-lyte\/lyteCache.php?origThumbUrl=%2F%2Fi.ytimg.com%2Fvi%2F9t1eqvcTSMM%2Fhqdefault.jpg\" class=\"pL\"><div class=\"tC\"><div class=\"tT\"><\/div><\/div><div class=\"play\"><\/div><div class=\"ctrl\"><div class=\"Lctrl\"><\/div><div class=\"Rctrl\"><\/div><\/div><\/div><noscript><a href=\"https:\/\/youtu.be\/9t1eqvcTSMM\" rel=\"nofollow\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.hiig.de\/wp-content\/plugins\/wp-youtube-lyte\/lyteCache.php?origThumbUrl=https%3A%2F%2Fi.ytimg.com%2Fvi%2F9t1eqvcTSMM%2F0.jpg\" alt=\"YouTube video thumbnail\" width=\"420\" height=\"216\" \/><br \/>Watch this video on YouTube<\/a><\/noscript><\/div><\/div><div class=\"lL\" style=\"max-width:100%;width:420px;margin:5px auto;\"><\/div><\/p>\n<p>Eine konkrete Umsetzung ist die aktive Teilnahme von KundInnen an unternehmensgetriebenen Innovationsprozessen (<em>Co-Creation<\/em>). Ein Erfolgsbeispiel wurde im Rahmen eines Forschungsprojektes am HIIG untersucht und in einer <a href=\"https:\/\/www.hiig.de\/autarkie-und-der-grosse-plan-die-energiewende-und-kleine-konkrete-loesungen\/\">Fallstudie<\/a> n\u00e4her beleuchtet. Der Fall Feldheim stellt aufgrund der engen Zusammenarbeit zwischen Energieunternehmen, lokaler Politik und B\u00fcrgerInnen ein geeignetes Beispiel dar, wie das Wechselspiel von Akzeptanz und Partizipation zur erfolgreichen Realisierung von Infrastrukturprojekten f\u00fchren kann. Eine wichtige Erkenntnis dabei ist: KundInnen sind gleichzeitig auch immer B\u00fcrgerInnen ihrer Stadt und somit an ihrer unmittelbaren Lebenswelt interessiert. Gerade die von der Bev\u00f6lkerung ausgehenden Impulse zu einer smarten Energieversorgung k\u00f6nnten bei der Erstellung von Konzepten f\u00fcr Kommunen und der Entwicklung von Smart Cities hilfreich sein.<\/p>\n<h2>Von Kundenintegration zu Nutzerinnovation<\/h2>\n<p>Ein <a href=\"https:\/\/dl.gi.de\/handle\/20.500.12116\/10838\">attraktiv gestaltetes, individuelles Kundenerlebnis<\/a>\u00a0k\u00f6nnte es vollbringen B\u00fcrgerInnen bzw. KundInnen zu aktivieren und an der Energiewende teilhaben zu lassen. Am Markt kann diese Bewegung schon seit einer Weile beobachtet werden. Neue Gesch\u00e4ftsmodelle wie Direktvermarktungsplattformen f\u00fcr den Handel mit Produzenten, B\u00fcrgerbeteiligungsmodelle mit regionalen Erzeugungsanlagen, integrierte Quartiersl\u00f6sungen oder Mieterstrommodelle mit Solaranlagen sind bereits manifeste Beispiele erster High-Involvement-Produkte, die \u00fcber die <a href=\"https:\/\/www.sciencedirect.com\/science\/article\/pii\/S0140988318303530\">blo\u00dfe Belieferung mit \u00d6kostrom hinausreichen<\/a> und zur nachhaltigen Umw\u00e4lzung des Energiesystems beitragen k\u00f6nnen. Die Aufgabe besteht darin smarte Angebote zu entwickeln, die die Bed\u00fcrfnisse aller Stakeholder optimal bedienen und konsequenterweise die Kunden in den Prozess der Entwicklung integrieren. Dabei wird sowohl Wert und Nutzen fu\u0308r den Kunden geschaffen, als auch Wert und Nutzen fu\u0308r das Unternehmen generiert (<em>Dual Value Creation<\/em>). Dabei ist die \u00d6ffnung der Unternehmen im Bereich der Produktinnovationen f\u00fcr Impulse von au\u00dfen eine dringende Notwendigkeit.<\/p>\n<blockquote><p>\u201eDer n\u00e4chste gro\u00dfe Sprung ist die Entwicklung zu Innovations-\u00d6kosystemen. Die Unterscheidung zwischen einem Innen und einem Au\u00dfen des Unternehmens verschwindet, wenn es um ganzheitliche L\u00f6sungen geht. Einheiten, die fr\u00fcher geschlossen waren, kooperieren heute st\u00e4rker in Netzwerken: Organisationsabteilungen, Einzelpersonen, Kunden, Forschungseinrichtungen, Start-ups, gemeinn\u00fctzige Communities, Aktive auf Social-Media-Plattformen. In diesem wilden oder strukturierten Durcheinander holt man sich von den jeweiligen Akteuren brauchbare und fruchtbare Impulse.\u201c<\/p>\n<p>\u2013 <a href=\"https:\/\/www.brandeins.de\/magazine\/brand-eins-thema\/innovation-2018\/johann-fueller-interview-und-jetzt-alle\">Johann F\u00fcller 2018<\/a><\/p><\/blockquote>\n<p>Im Forschungsprojekt \u201e<a href=\"https:\/\/www.hiig.de\/project\/smart-energy-user-innovation\/\">Nutzerinnovationen f\u00fcr Smart Energy<\/a>\u201d haben wir seit <a href=\"https:\/\/www.hiig.de\/nutzerinnovationen-im-energiemarkt-neues-forschungsprojekt-ist-auf-der-suche-nach-den-energie-prosumern\/\">2015<\/a> eine weitere Gruppe von Akteuren untersucht. Das Ph\u00e4nomen der Nutzerinnovationen kann helfen, um zu verstehen, wie eine neue Form der aktiven Mit- und Ausgestaltung des Energiesystems der Zukunft aussehen k\u00f6nnte. Unter Nutzerinnovationen verstehen wir \u201edie Erfindung und Entwicklung eines neuartigen Prototypen durch die Person, die diesen selbst nutzen m\u00f6chte\u201c (<a href=\"https:\/\/link.springer.com\/chapter\/10.1007\/978-3-658-06135-7_19\">Gr\u00fcn &amp; Franke 2014, S. 311<\/a>). NutzerinnovatorInnen handeln also in der Regel nicht aus wirtschaftlichem Kalk\u00fcl, sondern versuchen intrinsisch motiviert ein eigenes Problem zu l\u00f6sen. Wenn einzelne NutzerInnen oder Nutzerinnovationsgemeinschaften selbst innovativ t\u00e4tig werden, ist der Ausl\u00f6ser meist, dass bestehende L\u00f6sungen ihre Bed\u00fcrfnisse oft nicht ausreichend oder nicht mehr befriedigen. Die erst k\u00fcrzliche Ber\u00fccksichtigung von Nutzeraktivit\u00e4ten als einen Bestandteil von Innovationsprozessen im \u00fcberarbeiteten <a href=\"https:\/\/www.oecd-ilibrary.org\/science-and-technology\/oslo-manual-2018_9789264304604-en\">Handbuch der OECD Guidelines for Collecting, Reporting and Using Data on Innovation (2018)<\/a> unterstreicht nochmal die zentrale Bedeutung des Ph\u00e4nomens.<\/p>\n<p>Eine im Februar 2018 von uns ver\u00f6ffentlichte <a href=\"https:\/\/www.hiig.de\/smart-energy-studie\">Studie in Kooperation mit co2online<\/a> zeigt, dass 79 Prozent der Befragten mit dem aktuellen Angebot an intelligenten Energietechnologien f\u00fcr den Heimgebrauch bedingt oder g\u00e4nzlich unzufrieden sind. Ein Weg, die Bed\u00fcrfnisse und Sorgen des Anwenders besser zu verstehen, kann es sein sich genau mit den Menschen auseinanderzusetzen, die selbst Ideen entwickeln und innovativ t\u00e4tig werden. Wie die Studie zeigt, geben 42 Prozent an, mindestens eine eigene Idee im Kontext von intelligenten Energietechnologien innerhalb der letzten drei Jahre gehabt zu haben. Zudem werden NutzerInnen oft selbst aktiv: Fast zwei Drittel der Befragten mit Ideen geben an, ihre Idee bereits umgesetzt zu haben oder gerade an der Umsetzung zu arbeiten.<\/p>\n<p>Schaut man sich einmal konkrete Beispiele an wird schnell deutlich wie komplex die entwickelten L\u00f6sungen von einzelnen NutzerinnovatorInnen in Einzelf\u00e4llen sein k\u00f6nnen. So berichten TeilnehmerInnen der Studie von der Entwicklung von Steuerungselementen eines 3-Wegeventils zur Unterst\u00fctzung der Heizung durch die Solaranlage, eines selbstentwickelten Dashboards zur \u00dcberwachung und Steuerung der Ladung des Elektroautos, von L\u00f6sungen zur Beheizung des eigenen Schwimmbades durch Solarenergie, sowie der Vernetzung von propriet\u00e4ren Standardkomponenten durch eigene Schnittstellenl\u00f6sungen. Grund f\u00fcr die Anstrengungen der InnovatorInnen ist dabei oft der Umstand, dass der Markt wenige oder keine passenden Produkte anbietet. Genau dann werden Menschen oft selbst aktiv, beginnen an eigenen, oft innovativen Probleml\u00f6sungen zu t\u00fcfteln und investieren mitunter nicht unerhebliche private Ressourcen.<\/p>\n<p>Viele dieser NutzerinnovatorInnen verwenden neben eigenem Fachwissen das Internet als Informations- und Wissensquelle. Dabei vernetzen sie sich oft mit anderen Interessierten und beginnen sogar in einigen F\u00e4llen gemeinsam an Prototypen zu arbeiten. Wie einschl\u00e4gige Forschungsergebnisse gezeigt haben, sind diese Anstrengungen besonders dann erfolgversprechend, wenn verschiedene AnwenderInnen mit komplement\u00e4ren Kompetenzen zusammenkommen (<a href=\"https:\/\/www.sciencedirect.com\/science\/article\/abs\/pii\/S0048733302000069\">Franke &amp; Shah 2003<\/a>; <a href=\"https:\/\/www.sciencedirect.com\/science\/article\/pii\/S0166497202001505\">L\u00fcthje 2004<\/a>). Da Menschen, die in ihrer Freizeit selbst innovativ t\u00e4tig werden, nicht nur Unzul\u00e4nglichkeiten von bestehenden Produkten aufzeigen, sondern auch L\u00f6sungsvorschl\u00e4ge und Hinweise zur Verbesserung der Benutzerfreundlichkeit und Funktionalit\u00e4t liefern, k\u00f6nnen Unternehmen und Politik von diesen lernen (<a href=\"https:\/\/www.hiig.de\/das-internet-der-energie-und-seine-pioniere\/\">Das Internet der Energie und seine Pioniere<\/a>).<\/p>\n<h2>Nutzerinnovationen als Teil der Energiezukunft<\/h2>\n<p>Zentrales Ziel der Forschung zu Nutzerinnovationen im Energiemarkt am HIIG ist es Aufmerksamkeit und Unterst\u00fctzung auf neue L\u00f6sungsmuster zu richten und so eine Verbreitung und Skalierung von Nutzerinnovationen im Kontext der Energie- und Verkehrswende zu f\u00f6rdern. Wir versuchen insbesondere PraktikerInnen und Entscheidungstr\u00e4gerInnen das Potential von Nutzerinnovationen zug\u00e4nglich zu machen und zu erkl\u00e4ren, wie NutzerinnovatorInnen einen integralen Bestandteil von Innovations-\u00d6kosystemen bilden k\u00f6nnen. Durch unsere Aufkl\u00e4rungsarbeit regen wir nicht nur Unternehmen an NutzerinnovatorInnen aktiv einzubinden, sondern wollen eine gesamtgesellschaftliche Diskussion ansto\u00dfen, inwieweit dadurch kreative Menschen besser unterst\u00fctzt und entlastet werden. In der Konsequenz wollen wir NutzerinnovatorInnen helfen, sich ihrer Selbstwirksamkeit bewusst zu werden und potentielle NutzerinnovatorInnen zu aktivieren.<\/p>\n<p>Grundlage dieser Anstrengungen ist eine Bewusstseinsbildung. Wir verfolgen daher das Ziel, NutzerinnovatorInnen ihren M\u00f6glichkeits- und Handlungsraum aufzuzeigen und ihnen ein Vokabular f\u00fcr ihr Handeln zu geben. Dies hilft ihnen in ihrer Selbstwahrnehmung als NutzerinnovatorIn, aber auch Unternehmen, politischen Entscheidungstr\u00e4gerInnen und dem interessierten Fachpublikum das Ph\u00e4nomen Nutzerinnovation in ihrem Handeln zu ber\u00fccksichtigen. In den Ergebnissen der verschiedenen Projektabschnitte haben wir Handlungsempfehlungen entwickelt, die aufzeigen, wie die Zusammenarbeit von NutzerinnovatorInnen, Unternehmen und Gesellschaft aussehen kann. Gleichzeitig k\u00f6nnen unsere Forschungsergebnisse politischen Entscheidungstr\u00e4gerInnen helfen optimale Rahmenbedingungen f\u00fcr nutzergetriebene Innovationsaktivit\u00e4ten zu entwickeln. In der Konsequenz geht es um das Ziel, die Ideen und L\u00f6sungen von Einzelnen und Nutzerinnovationsgemeinschaften allen Mitgliedern der Gesellschaft zug\u00e4nglich zu machen, eine Skalierung und breite Diffusion zu f\u00f6rdern und so die aktive Mitgestaltung von Interessierten an einer \u00f6kologischen, \u00f6konomischen und sozialen Energiezukunft zu etablieren.<\/p>\n<div class=\"shariff shariff-align-flex-start shariff-widget-align-flex-start\"><ul class=\"shariff-buttons theme-round orientation-horizontal buttonsize-medium\"><li class=\"shariff-button linkedin shariff-nocustomcolor\" style=\"background-color:#1488bf\"><a href=\"https:\/\/www.linkedin.com\/sharing\/share-offsite\/?url=https%3A%2F%2Fwww.hiig.de%2Fen%2Fenergizing-the-energy-future%2F\" title=\"Share on LinkedIn\" aria-label=\"Share on LinkedIn\" role=\"button\" rel=\"noopener nofollow\" class=\"shariff-link\" style=\"; background-color:#0077b5; color:#fff\" target=\"_blank\"><span class=\"shariff-icon\" style=\"\"><svg width=\"32px\" height=\"20px\" xmlns=\"http:\/\/www.w3.org\/2000\/svg\" viewBox=\"0 0 27 32\"><path fill=\"#0077b5\" d=\"M6.2 11.2v17.7h-5.9v-17.7h5.9zM6.6 5.7q0 1.3-0.9 2.2t-2.4 0.9h0q-1.5 0-2.4-0.9t-0.9-2.2 0.9-2.2 2.4-0.9 2.4 0.9 0.9 2.2zM27.4 18.7v10.1h-5.9v-9.5q0-1.9-0.7-2.9t-2.3-1.1q-1.1 0-1.9 0.6t-1.2 1.5q-0.2 0.5-0.2 1.4v9.9h-5.9q0-7.1 0-11.6t0-5.3l0-0.9h5.9v2.6h0q0.4-0.6 0.7-1t1-0.9 1.6-0.8 2-0.3q3 0 4.9 2t1.9 6z\"\/><\/svg><\/span><\/a><\/li><li class=\"shariff-button bluesky shariff-nocustomcolor\" style=\"background-color:#84c4ff\"><a href=\"https:\/\/bsky.app\/intent\/compose?text=Energizing%20the%20energy%20future https%3A%2F%2Fwww.hiig.de%2Fen%2Fenergizing-the-energy-future%2F  via @hiigberlin.bsky.social\" title=\"Share on Bluesky\" aria-label=\"Share on Bluesky\" role=\"button\" rel=\"noopener nofollow\" class=\"shariff-link\" style=\"; background-color:#0085ff; color:#fff\" target=\"_blank\"><span class=\"shariff-icon\" style=\"\"><svg width=\"20\" height=\"20\" version=\"1.1\" xmlns=\"http:\/\/www.w3.org\/2000\/svg\" viewBox=\"0 0 20 20\"><path class=\"st0\" d=\"M4.89,3.12c2.07,1.55,4.3,4.71,5.11,6.4.82-1.69,3.04-4.84,5.11-6.4,1.49-1.12,3.91-1.99,3.91.77,0,.55-.32,4.63-.5,5.3-.64,2.3-2.99,2.89-5.08,2.54,3.65.62,4.58,2.68,2.57,4.74-3.81,3.91-5.48-.98-5.9-2.23-.08-.23-.11-.34-.12-.25,0-.09-.04.02-.12.25-.43,1.25-2.09,6.14-5.9,2.23-2.01-2.06-1.08-4.12,2.57-4.74-2.09.36-4.44-.23-5.08-2.54-.19-.66-.5-4.74-.5-5.3,0-2.76,2.42-1.89,3.91-.77h0Z\"\/><\/svg><\/span><\/a><\/li><li class=\"shariff-button mailto shariff-nocustomcolor\" style=\"background-color:#a8a8a8\"><a href=\"mailto:?body=https%3A%2F%2Fwww.hiig.de%2Fen%2Fenergizing-the-energy-future%2F&subject=Energizing%20the%20energy%20future\" title=\"Send by email\" aria-label=\"Send by email\" role=\"button\" rel=\"noopener nofollow\" class=\"shariff-link\" style=\"; background-color:#999; color:#fff\"><span class=\"shariff-icon\" style=\"\"><svg width=\"32px\" height=\"20px\" xmlns=\"http:\/\/www.w3.org\/2000\/svg\" viewBox=\"0 0 32 32\"><path fill=\"#999\" d=\"M32 12.7v14.2q0 1.2-0.8 2t-2 0.9h-26.3q-1.2 0-2-0.9t-0.8-2v-14.2q0.8 0.9 1.8 1.6 6.5 4.4 8.9 6.1 1 0.8 1.6 1.2t1.7 0.9 2 0.4h0.1q0.9 0 2-0.4t1.7-0.9 1.6-1.2q3-2.2 8.9-6.1 1-0.7 1.8-1.6zM32 7.4q0 1.4-0.9 2.7t-2.2 2.2q-6.7 4.7-8.4 5.8-0.2 0.1-0.7 0.5t-1 0.7-0.9 0.6-1.1 0.5-0.9 0.2h-0.1q-0.4 0-0.9-0.2t-1.1-0.5-0.9-0.6-1-0.7-0.7-0.5q-1.6-1.1-4.7-3.2t-3.6-2.6q-1.1-0.7-2.1-2t-1-2.5q0-1.4 0.7-2.3t2.1-0.9h26.3q1.2 0 2 0.8t0.9 2z\"\/><\/svg><\/span><\/a><\/li><\/ul><\/div>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>What if the entire progress of society depends on the future energy system? 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