{"id":33044,"date":"2017-05-04T18:05:54","date_gmt":"2017-05-04T16:05:54","guid":{"rendered":"https:\/\/www.hiig.de\/?p=33044\/"},"modified":"2023-03-28T15:36:31","modified_gmt":"2023-03-28T13:36:31","slug":"e-health-in-germany-consumers-set-the-trend","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.hiig.de\/en\/e-health-in-germany-consumers-set-the-trend\/","title":{"rendered":"E-health in Germany &#8211; consumers set the trend"},"content":{"rendered":"<p><em><span style=\"font-weight: 400;\">There has been an increased discussion about digital health recently, nevertheless the development of E-health in Germany is proceeding slowly. However,<br \/>\n<\/span><span style=\"font-weight: 400;\">E-health can open up new possibilities for the German health care system, such as cost savings and better access to healthcare for patients, due to new digital forms of treatment. Taking into account an interoperable health system, E-health aims at securing and improving the quality of healthcare. Even though the German government didn\u2019t take concrete steps to induce a change, consumers have already been making use of digital health products.<\/span><\/em><\/p>\n<p><span style=\"font-weight: 400;\">W\u00e4hrend die Digitalisierung in Deutschland in allen m\u00f6glichen Lebensbereichen voranschreitet, sind die Entwicklungen im Hinblick auf E-Health und der Erweiterung digitaler Strukturen im Gesundheitswesen bei weitem noch ausbauf\u00e4hig. So schneidet Deutschland laut einer <\/span><a href=\"https:\/\/ec.europa.eu\/digital-single-market\/en\/news\/european-hospital-survey-benchmarking-deployment-ehealth-services-2012-2013\"><span style=\"font-weight: 400;\">Studie der EU-Kommission (2013)<\/span><\/a><span style=\"font-weight: 400;\"> im internationalen Vergleich in allen untersuchten Bereichen schlecht ab, besonders bei der elektronischen Datenerfassung und im Austausch von Gesundheitsinformationen zwischen verschiedenen Organisationen im Gesundheitswesen sind L\u00e4nder wie Schweden oder D\u00e4nemark Deutschland voraus.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-weight: 400;\">Doch was ist eigentlich genau gemeint, wenn der Begriff E-Health \u2013 auch Health 2.0 \u2013 verwendet wird? E-Health bezeichnet grob gesagt das Aufeinandertreffen von Medizin und Informatik. Die <\/span><a href=\"http:\/\/www.who.int\/ehealth\/en\/\"><span style=\"font-weight: 400;\">WHO definiert E-Health<\/span><\/a><span style=\"font-weight: 400;\"> als einen Sammelbegriff f\u00fcr alle gesundheitsbezogenen Aktivit\u00e4ten, Dienste und Systeme, die Informations- und Kommunikationstechnik einsetzen, um eine r\u00e4umliche Distanz zu \u00fcberwinden. <\/span><\/p>\n<h3><b>Die Digitalisierung des Gesundheitssektors erfolgt Bottom-up<\/b><\/h3>\n<p>In Deutschland vollzieht sich der Wandel hin zu E-Health auf dem zweiten Gesundheitsmarkt, also auf der Ebene der Konsumenten. Besonders mobile Anwendungen erfreuen sich gro\u00dfer Beliebtheit: Mittlerweile werden um die 103.000 Apps f\u00fcr IOS und Android im Bereich Fitness, Wellness und Gesundheit angeboten. Die Spanne reicht dabei von Fitness-Trackern bis hin zu Anwendungen, welche die t\u00e4gliche Medikamentendosis berechnen. Erkl\u00e4ren l\u00e4sst sich der wachsende Markt bei mobilen Anwendungen im E-Health-Bereich unter anderem mit dem gestiegenen Gesundheitsbewusstsein der Bev\u00f6lkerung, welche verst\u00e4rkt auf ihre Ern\u00e4hrung achtet und beispielsweise mehr Bio-Lebensmittel kauft, als es noch vor einem Jahrzehnt der Fall war. Auch im Bereich Bewegung und Sport w\u00e4chst der Markt der Anwendungen: Sportliche Erfolge k\u00f6nnen dank mobiler Fitness-Apps gemessen werden, um individuell Fortschritte zu verfolgen.\u00a0<span style=\"font-weight: 400;\">Neben mobilen Anwendungen werden auch Web-basierte Informationsportale mit Gesundheitsbezug immer h\u00e4ufiger genutzt, um Symptome und Behandlungsm\u00f6glichkeiten selbst\u00e4ndig zu recherchieren oder sich den passenden Arzt zu suchen.<\/span><\/p>\n<h3><b>Zur\u00fcckhaltung in Deutschland beim Thema digitale Gesundheit<\/b><\/h3>\n<p><span style=\"font-weight: 400;\">Die Gr\u00fcnde f\u00fcr den nur schwerf\u00e4lligen Fortschritt im Bereich E-Health sind vor allem auf regulativer Ebene zu verorten: Noch fehlen geeignete politische Rahmenbedingungen und Gesetzes\u00e4nderungen, um die Entwicklung von E-Health zu erm\u00f6glichen und voranzutreiben. Politische Entscheidungstr\u00e4ger blockieren die Diskussion \u00fcber die gro\u00dfen Chancen digitaler Gesundheit, da Risiken vorangestellt werden und so der Diskurs \u00fcber m\u00f6gliche Potenziale von vornherein ausgebremst wird. An erster Stelle geht es hierbei um Bedenken im Hinblick auf den Datenschutz bei der Verarbeitung und dem Austausch von Patientendaten. <\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-weight: 400;\">Bedenken, die mit Sicherheit ihre Berechtigung haben und auch zugunsten des Fortschritts nicht ausgeblendet werden d\u00fcrfen. Allerdings begr\u00fcndet sich die Zur\u00fcckhaltung bei E-Health noch auf weiteren Faktoren, wie etwa die Bedenken der \u00c4rzteschaft im Hinblick auf arbeitsrechtliche Fragen, eine fehlende Akzeptanz gegen\u00fcber neuen Online-Therapieformen und m\u00f6glicherweise auch eine geringe Bereitschaft seitens des konservativ gepr\u00e4gten Gesundheitswesens, sich an Ver\u00e4nderungen durch den Umstieg auf ein digitales System anzupassen. E-Health ist weit mehr als nur technische Entwicklung: Vielmehr ist E-Health eine globale Einstellung, die es in Deutschland noch zu entwickeln gilt (Eysenbach 2005).<\/span><\/p>\n<h3><b>E-Health birgt immenses Potenzial<\/b><\/h3>\n<p><span style=\"font-weight: 400;\">Trotz der ge\u00e4u\u00dferten Risiken und Bedenken steht die Wichtigkeit eines Wandels hin zu einem digitalen Gesundheitssystem aufgrund seiner Vorz\u00fcge au\u00dfer Frage. Ein gro\u00dfes Potenzial von E-Health liegt in den vielf\u00e4ltigen M\u00f6glichkeiten zur Kosteneinsparung, vor allem was mobile Anwendungen betrifft. Laut einer Studie von PriceWaterhouseCooper, k\u00f6nnten etwa 100 Milliarden Euro mit medizinischen Apps und Telemedizin EU-weit eingespart werden.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-weight: 400;\">Ein weiterer Vorteil von E-Health ist die M\u00f6glichkeit der fl\u00e4chendeckenden medizinischen Versorgung, da mobile Anwendungen ortsungebunden genutzt werden k\u00f6nnen und somit vor allem das \u00e4rztliche Angebot im l\u00e4ndlichen Raum unterst\u00fctzen. Auch zeitlich oder finanziell eingeschr\u00e4nkte Gruppen profitieren aufgrund von E-Health und im speziellen von mobilen Anwendungen, da diese jederzeit genutzt werden k\u00f6nnen und viele kostenlos oder zumindest kosteng\u00fcnstig angeboten werden.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-weight: 400;\">In Schweden gibt es in d\u00fcnn besiedelten Gegenden bereits Virtual Care Rooms, in denen kein Arzt zugegen ist, der Patient aber mithilfe seiner ID-Karte Zugang zu Nadeln und anderen Utensilien erh\u00e4lt. Au\u00dferdem sind die R\u00e4ume mit einem Krankenhaus vernetzt und erm\u00f6glichen mithilfe einer speziellen Ausr\u00fcstung die Daten\u00fcbertragung zwischen Patient und \u00c4rzten. In Gro\u00dfst\u00e4dten wie Stockholm erprobt man derzeit die Fernpflege via Videolink f\u00fcr Ipad und Iphone. Mit der landesweiten Einf\u00fchrung einer elektronischen Patientenakte bis Ende 2017 will Schweden ein vernetztes System schaffen und somit b\u00fcrokratische Abl\u00e4ufe minimieren.<\/span><\/p>\n<h3><b>Deutschland ben\u00f6tigt eine Strategie<\/b><\/h3>\n<p>Auch wenn andere L\u00e4nder bereits gute L\u00f6sungen entwickelt und umgesetzt haben und Deutschland sich davon einiges abschauen kann \u2013 der Ausbau von E-Health erfordert nicht nur Mut zur Ver\u00e4nderung des Gesundheitswesens, sondern auch grunds\u00e4tzliche \u00dcberlegungen in unterschiedlichen Bereichen. An erster Stelle muss die Sicherung von pers\u00f6nlichen Daten gew\u00e4hrleistet werden k\u00f6nnen. Um einer Offenlegung und dem Missbrauch von Patientendaten vorzubeugen, werden technische Schutzeinstellungen ben\u00f6tigt, welche einem sehr hohen Standard entsprechen m\u00fcssen (Fischer\/Kr\u00e4mer 2016).<\/p>\n<p><span style=\"font-weight: 400;\">Handlungsspielr\u00e4ume einzelner Akteure und bestehende Gesetze m\u00fcssen \u00fcberpr\u00fcft werden, um eine nutzbringende Anwendung neuer Technologien \u00fcberhaupt erst zu erm\u00f6glichen. Zudem muss die gesellschaftliche Akzeptanz f\u00fcr E-Health \u2013 besonders bei medizinischem Fachpersonal \u2013 mit Hilfe von Informationsweitergabe und Wissensvermittlung erh\u00f6ht werden (Blachetta et al.).<\/span><\/p>\n<hr \/>\n<p><b>Referenzen<\/b><\/p>\n<p><span style=\"font-weight: 400;\">Blachetta et al. (2016). <\/span><i><span style=\"font-weight: 400;\">Weiterentwicklung der eHealth-Strategie: Studie im Auftrag des Bundesministeriums f\u00fcr Gesundheit<\/span><\/i><span style=\"font-weight: 400;\">. Berlin: BMG.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-weight: 400;\">Eysenbach, Gunther (2005). <\/span><i><span style=\"font-weight: 400;\">What is Ehealth? Scope and Definitions of an Emerging Field<\/span><\/i><span style=\"font-weight: 400;\">. JMIR Publications.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-weight: 400;\">Fischer, Florian; Kr\u00e4mer, Alexander (2016). <\/span><i><span style=\"font-weight: 400;\">eHealth in Deutschland: Anforderungen und Potenziale innovativer Versorgungsstrukturen<\/span><\/i><span style=\"font-weight: 400;\">. Berlin Heidelberg New York: Springer-Verlag.<\/span><\/p>\n<div class=\"shariff shariff-align-flex-start shariff-widget-align-flex-start\"><ul class=\"shariff-buttons theme-round orientation-horizontal buttonsize-medium\"><li class=\"shariff-button linkedin shariff-nocustomcolor\" style=\"background-color:#1488bf\"><a href=\"https:\/\/www.linkedin.com\/sharing\/share-offsite\/?url=https%3A%2F%2Fwww.hiig.de%2Fen%2Fe-health-in-germany-consumers-set-the-trend%2F\" title=\"Share on LinkedIn\" aria-label=\"Share on LinkedIn\" role=\"button\" rel=\"noopener nofollow\" class=\"shariff-link\" style=\"; background-color:#0077b5; color:#fff\" target=\"_blank\"><span class=\"shariff-icon\" style=\"\"><svg width=\"32px\" height=\"20px\" xmlns=\"http:\/\/www.w3.org\/2000\/svg\" viewBox=\"0 0 27 32\"><path fill=\"#0077b5\" d=\"M6.2 11.2v17.7h-5.9v-17.7h5.9zM6.6 5.7q0 1.3-0.9 2.2t-2.4 0.9h0q-1.5 0-2.4-0.9t-0.9-2.2 0.9-2.2 2.4-0.9 2.4 0.9 0.9 2.2zM27.4 18.7v10.1h-5.9v-9.5q0-1.9-0.7-2.9t-2.3-1.1q-1.1 0-1.9 0.6t-1.2 1.5q-0.2 0.5-0.2 1.4v9.9h-5.9q0-7.1 0-11.6t0-5.3l0-0.9h5.9v2.6h0q0.4-0.6 0.7-1t1-0.9 1.6-0.8 2-0.3q3 0 4.9 2t1.9 6z\"\/><\/svg><\/span><\/a><\/li><li class=\"shariff-button bluesky shariff-nocustomcolor\" style=\"background-color:#84c4ff\"><a href=\"https:\/\/bsky.app\/intent\/compose?text=E-health%20in%20Germany%20%E2%80%93%20consumers%20set%20the%20trend https%3A%2F%2Fwww.hiig.de%2Fen%2Fe-health-in-germany-consumers-set-the-trend%2F  via @hiigberlin.bsky.social\" title=\"Share on Bluesky\" aria-label=\"Share on Bluesky\" role=\"button\" rel=\"noopener nofollow\" class=\"shariff-link\" style=\"; background-color:#0085ff; color:#fff\" target=\"_blank\"><span class=\"shariff-icon\" style=\"\"><svg width=\"20\" height=\"20\" version=\"1.1\" xmlns=\"http:\/\/www.w3.org\/2000\/svg\" viewBox=\"0 0 20 20\"><path class=\"st0\" d=\"M4.89,3.12c2.07,1.55,4.3,4.71,5.11,6.4.82-1.69,3.04-4.84,5.11-6.4,1.49-1.12,3.91-1.99,3.91.77,0,.55-.32,4.63-.5,5.3-.64,2.3-2.99,2.89-5.08,2.54,3.65.62,4.58,2.68,2.57,4.74-3.81,3.91-5.48-.98-5.9-2.23-.08-.23-.11-.34-.12-.25,0-.09-.04.02-.12.25-.43,1.25-2.09,6.14-5.9,2.23-2.01-2.06-1.08-4.12,2.57-4.74-2.09.36-4.44-.23-5.08-2.54-.19-.66-.5-4.74-.5-5.3,0-2.76,2.42-1.89,3.91-.77h0Z\"\/><\/svg><\/span><\/a><\/li><li class=\"shariff-button mailto shariff-nocustomcolor\" style=\"background-color:#a8a8a8\"><a href=\"mailto:?body=https%3A%2F%2Fwww.hiig.de%2Fen%2Fe-health-in-germany-consumers-set-the-trend%2F&subject=E-health%20in%20Germany%20%E2%80%93%20consumers%20set%20the%20trend\" title=\"Send by email\" aria-label=\"Send by email\" role=\"button\" rel=\"noopener nofollow\" class=\"shariff-link\" style=\"; background-color:#999; color:#fff\"><span class=\"shariff-icon\" style=\"\"><svg width=\"32px\" height=\"20px\" xmlns=\"http:\/\/www.w3.org\/2000\/svg\" viewBox=\"0 0 32 32\"><path fill=\"#999\" d=\"M32 12.7v14.2q0 1.2-0.8 2t-2 0.9h-26.3q-1.2 0-2-0.9t-0.8-2v-14.2q0.8 0.9 1.8 1.6 6.5 4.4 8.9 6.1 1 0.8 1.6 1.2t1.7 0.9 2 0.4h0.1q0.9 0 2-0.4t1.7-0.9 1.6-1.2q3-2.2 8.9-6.1 1-0.7 1.8-1.6zM32 7.4q0 1.4-0.9 2.7t-2.2 2.2q-6.7 4.7-8.4 5.8-0.2 0.1-0.7 0.5t-1 0.7-0.9 0.6-1.1 0.5-0.9 0.2h-0.1q-0.4 0-0.9-0.2t-1.1-0.5-0.9-0.6-1-0.7-0.7-0.5q-1.6-1.1-4.7-3.2t-3.6-2.6q-1.1-0.7-2.1-2t-1-2.5q0-1.4 0.7-2.3t2.1-0.9h26.3q1.2 0 2 0.8t0.9 2z\"\/><\/svg><\/span><\/a><\/li><\/ul><\/div>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>There has been an increased discussion about digital health recently, nevertheless the development of E-health in Germany is proceeding slowly. 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