{"id":25174,"date":"2015-10-14T14:28:31","date_gmt":"2015-10-14T12:28:31","guid":{"rendered":"https:\/\/www.hiig.de\/en\/?p=25174"},"modified":"2023-03-28T16:28:12","modified_gmt":"2023-03-28T14:28:12","slug":"gedanken-zur-plagiatsaffaere-statt-staendig-koepfe-rollen-zu-lassen-sollten-wir-mal-ueber-unser-forschungssystem-sprechen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.hiig.de\/en\/gedanken-zur-plagiatsaffaere-statt-staendig-koepfe-rollen-zu-lassen-sollten-wir-mal-ueber-unser-forschungssystem-sprechen\/","title":{"rendered":"Thoughts on the plagiarism affair: Instead of constantly rolling heads, we should talk about our research system"},"content":{"rendered":"<p>Written by S\u00f6nke Bartling and Sascha Friesike.<\/p>\n<p><em>We are facing one plagiarism affair after the other, but let\u2019s face it: Instead of continuing to let heads roll, we should really be talking about the system in which those incidents occur. The press and public discourse often gets lost in focusing on the form and choice of words of academic products. Mostly, those cases discredit politicians and popular figures, who have written their dissertations in times nobody expected the plagiarism would ever be revealed. In this article, we argue that it is right to talk about a statue of limitations on plagiarism. Moreover, we should turn away from form and focus on the content and innovation of an academic work. It is time to scrutinize the real motivations for publishing phd theses and it is time to update our scientific culture of research: We need troublemakers and critical inquiries instead of those writing their thesis for the sake of status.<\/em><\/p>\n<p>Es ist gut, dass \u00fcber eine <a href=\"http:\/\/www.forschung-und-lehre.de\/wordpress\/?p=11177\">Verj\u00e4hrungsfrist f\u00fcr Plagiate<\/a> diskutiert wird. Denn schon lange geht es bei den Plagiatsaff\u00e4ren um etwas anderes als eine wissenschaftliche Inhaltsdiskussion. Sie sind zu einer Waffe geworden, um erfolgreichen Personen Steine in den Weg zu legen, um ihre Glaubw\u00fcrdigkeit zu diskreditieren. Bei dem, was vorgebracht wird, ist man schnell versucht, zuzustimmen, aber lassen wir uns einmal auf Folgendes ein:<\/p>\n<p>Viele Politiker und Manager haben zu einer Zeit abgeschrieben, als es f\u00fcr sie nicht wahrscheinlich erschien, dass dies jemals herauskommen k\u00f6nnte. Die Entwicklungen des Internets und die damit verbundene Vergleichbarkeit von Texten hatten sie nicht auf dem Schirm. Sie haben gut geschriebene Texte aus verf\u00fcgbaren Quellen \u00fcbernommen und sie als ihre eigenen verkauft. Sie wollten besonders gl\u00e4nzen oder sich schlicht Arbeit sparen. Die bestehenden Texte zu zitieren, h\u00e4tte ihre eigene Leistung geschm\u00e4lert. Daher entschieden sie sich wissentlich f\u00fcr eine unzul\u00e4ssige Form der Nachnutzung. Oftmals finden sich die \u00fcbernommenen Textstellen in der Einleitung oder dem Hintergrund, also in Teilen der Arbeit, die eigentlich <i>nicht <\/i>das wissenschaftliche <a href=\"http:\/\/de.vroniplag.wikia.com\/wiki\/Ugv\">Ergebnis enthalten.<\/a> Wenn sie den Text einfach umgeschrieben h\u00e4tten, und zwar st\u00e4rker als ein paar W\u00f6rter zu vertauschen, w\u00e4ren sie wahrscheinlich nie aufgeflogen. H\u00e4tten sie dann mehr geleistet? W\u00e4ren sie dann vertrauensw\u00fcrdiger?<\/p>\n<p>Selten geht es in den Plagiatsaff\u00e4ren um eine inhaltliche Diskussion \u2013 von wem stammen die Ideen, die Konzepte, die Ans\u00e4tze? Was hat der Doktorand beigetragen? Was ist hier wirklich neu? Was hat die Wissenschaft weiter gebracht? Nein, plagiieren wird auf das wortw\u00f6rtliche, nicht zitierte Abschreiben von Texten reduziert. Dies ist am einfachsten zu detektieren und es kann kaum etwas dagegen gesagt werden.<\/p>\n<p>In den Plagiatsf\u00e4llen wurde falsch zitiert. Dar\u00fcber besteht kein Zweifel. Doch m\u00fcssen wir uns fragen, warum so viel Wert darauf gelegt wird, dass bereits gut Geschriebenes, neu entworfen werden muss. In der Softwareentwicklung werden funktionierende Zeilen Quellcode auch immer wieder verwendet. Man muss das Rad nicht st\u00e4ndig neu erfinden. Eine Einleitung beispielsweise tr\u00e4gt nicht zum wissenschaftlichen Erkenntnisgewinn einer Doktorarbeit bei, sondern zur Einordnung in ein Feld. W\u00f6rtliche Zitate gelten jedoch auch hier als unfein und sollen sparsam verwendet werden. Und so stehen viele Doktoranden in ihrer Einleitung vor dem Dilemma, etwas in neuen Worten ausdr\u00fccken zu m\u00fcssen, das schon oft beschrieben wurde. Besonders absurd wird es, wenn in einer Forschungsgruppe mehrere Generationen an Doktoranden zu einem Thema promovieren. Irgendwann sind die m\u00f6glichen Formulierungen, um das gleiche zu sagen, ersch\u00f6pft. Manchmal wird angef\u00fchrt, dass eine gute, selbst geschriebene Einleitung ein Ausdruck davon ist, wie intensiv sich ein Doktorand mit einem Thema auseinander gesetzt hat. Ein mitunter fraglicher Zusammenhang, der je nach Feld mehr nach Flei\u00dfarbeit als nach dem Gewinn von Erkenntnis klingt.<\/p>\n<p>Jetzt haben wir also wieder eine Plagiatsaff\u00e4re und m\u00fcssen uns langsam mal die Frage stellen, ob hier nicht strukturell etwas im Argen liegt. Geht es bei einer Doktorarbeit vielleicht gar nicht so sehr um Erkenntnisgewinn? Geht es bei einer Doktorarbeit vielleicht um etwas ganz anderes? Die Doktorarbeit ist zu einem Instrument geworden, um Flei\u00df, Konformit\u00e4t, Engagement und Ausdauer zu signalisieren. So wie Marathonl\u00e4ufer ihre Zeiten in soziale Netze posten, um anderen zu signalisieren, wie sportlich sie sind. Es gibt den Witz, dass man nicht zu einem Zahnarzt gehen sollte, der keinen Doktortitel hat, denn wer nicht einmal das Engagement hat, f\u00fcnfzig Seiten Text zu produzieren, kann es mit dem Job nicht sonderlich ernst meinen.<\/p>\n<p>Eine Dissertation ist eigentlich die Bef\u00e4higung zum selbstst\u00e4ndigen wissenschaftlichen Arbeiten. Wer promoviert ist, kann also wissenschaftliche Studien durchf\u00fchren. Was haben wir davon, dass unser Zahnarzt diese F\u00e4higkeit auf sein Klingelschild schreiben darf? Oder andersherum, warum soll der Zahnarzt wissenschaftlich arbeiten m\u00fcssen, um Vertrauen und Engagement zu signalisieren? Warum schreibt man etwa einem Unternehmensberater mit Doktortitel eine gr\u00f6\u00dfere Expertise darin zu, ein Unternehmen zu beraten?<\/p>\n<p>Wenn Doktorarbeiten also geschrieben werden, um sich mit dem Titel Vorteile jenseits der Wissenschaft zu verschaffen, dann ist es nicht verwunderlich, dass einige Autoren es mit dem wissenschaftlichen Ethos nicht ganz so genau nehmen. Wenn man will, dass in Doktorarbeiten Wissen geschaffen wird, dann sollte man damit anfangen, sie von Leuten schreiben zu lassen, die tats\u00e4chlich etwas rausfinden wollen.<\/p>\n<p>Aktuell findet der wissenschaftliche Diskurs in vielen F\u00e4chern in Fachpublikationen und nicht in Doktorarbeiten statt. Zwar gibt es vermehrt den Trend mehrere Fachpublikationen zu einer Doktorarbeit zusammenzustellen, doch ist dies nicht fl\u00e4chendeckend \u00fcblich und oftmals m\u00fcssen trotzdem noch seitenlange Flei\u00dfarbeiten beigef\u00fcgt werden. In den Plagiatsaff\u00e4ren geht es eigentlich immer um Monographien, also zusammenh\u00e4ngende Schriften, die nie in einer Fachzeitschrift erschienen sind. F\u00fcr den wissenschaftlichen Diskurs sind diese Arbeiten nicht selten irrelevant. Und so sind Monographien eine ganz eigene Textgattung, der nachgesagt wird, dass sie fast niemand liest. Selbst betreuende Professoren geben unter vorgehaltener Hand zu, ihr Studium schon mal auf die Zusammenfassung, die Diskussion und das Literaturverzeichnis zu beschr\u00e4nken. Familienangeh\u00f6rige lesen die Arbeit m\u00f6glicherweise, oder der nachfolgende Doktorand. Und Jahrzehnte sp\u00e4ter vielleicht ein Plagiatsj\u00e4ger.<\/p>\n<p>Es flie\u00dft viel M\u00fche in die Produktion dieser Monographien, die dann kaum jemand zur Kenntnis nimmt. Der Kontext wird auf besonders komplexe und \u00bbwissenschaftliche\u00ab Art beschrieben, es werden nur positive Ergebnisse aufgef\u00fchrt und aktuell g\u00fcltige Ans\u00e4tze, statistische Methoden und Sichtweisen verwendet. Einfache, pr\u00e4gnante Werke sind als \u00bbunterkomplex\u00ab verschrien. Negative Resultate verschwinden im M\u00fclleimer. Neue und innovative Herangehensweisen gelten als \u00bbzu avantgardistisch\u00ab. F\u00fcr die Wissenschaft als Ganzes ist das \u00fcberschaubar hilfreich.<\/p>\n<p>Wir glauben, dass die neuerliche Plagiatsaff\u00e4re eine gute Gelegenheit ist, mal \u00fcber unser Promotionssystem zu sprechen. Denn die Aff\u00e4re ist lediglich die Manifestation falscher Anreize, die uns wissenschaftlich nicht weiterbringen. Sie ist das Symptom und nicht die eigentliche Krankheit. Wenn die Diskussion in die richtige Richtung gelenkt w\u00fcrde, dann k\u00f6nnte sie sehr n\u00fctzlich sein, die Forschung weiterbringen und nicht lediglich f\u00fcr \u00bbrollende K\u00f6pfe\u00ab sorgen:<\/p>\n<ol>\n<li>Die Motivation einen Doktortitel zu erwerben sollte besser mit der Motivation verkn\u00fcpft werden, wissenschaftliches Arbeiten zu erlernen. Der Titel sollte nicht zum Selbstmarketing in anderen, wissenschaftsfernen Bereichen gefordert werden. Eine Doktorarbeit sollte nicht zum Selbstzweck und vorbei am wissenschaftlichen Diskurs erstellt werden. Um dies zu erreichen, m\u00fcsste der Stellenwert eines Doktortitels ausserhalb der Wissenschaft sinken.<\/li>\n<li>Die Relevanz von Monographien zur Kommunikation von Forschungsergebnissen ist von Fach zu Fach unterschiedlich. In etlichen Disziplinen haben sie ausgedient. Wichtige Inhalte werden dort in Fachzeitschriften publiziert. Inhalte, die nicht in Fachzeitschriften publiziert werden, sollten online und open access ver\u00f6ffentlicht werden. Monographien, die niemand liest, sollten erst gar nicht geschrieben werden.<\/li>\n<li>Der wissenschaftliche Erkenntnisgewinn, Ideen, Innovation und Ergebnisse, sollten auf dem Pr\u00fcfstand stehen, nicht die Form oder die Wortwahl. Es sollte mehr Wert darauf gelegt werden, dass eine Arbeit eine wissenschaftliche Wirkung hat als sich darum zu k\u00fcmmern, dass sie m\u00f6glichst kompliziert klingt.<\/li>\n<li>Wir brauchen mehr Akzeptanz von negativen Resultaten. Gute Ans\u00e4tze mit negativen Ergebnissen sind besser als notgedrungen Zusammengeschustertes. Eine Idee, die ihr gew\u00fcnschtes Ergebnis nicht lieferte, sollte genauso bewertet werden wie erfolgreiche Versuche. Tun wir das nicht, wei\u00df niemand davon und sp\u00e4ter versucht ein anderer Forscher andernorts erfolglos das Gleiche.<\/li>\n<li>Wortw\u00f6rtliche Wiederverwendungen d\u00fcrfen nicht kategorisch als flei\u00dflos gelten. Wer eine Arbeit in einem Gebiet schreibt, zu dem es schon viel Material gibt, sollte sich daran bedienen d\u00fcrfen. In Einleitungen oder Methodenparagrafen sollte man w\u00f6rtlich \u00fcbernehmen d\u00fcrfen. Selbstverst\u00e4ndlich unter Angabe der Quellen.<\/li>\n<li>Zusammen mit einer Doktorarbeit sollten die zugrundeliegenden Datens\u00e4tze publiziert werden. Erst wenn dies der Fall ist, k\u00f6nnen die <i>Ergebnisse<\/i> nachvollzogen werden. Sicherzustellten, dass diese stimmen, ist f\u00fcr den Erkenntnisgewinn viel wichtiger als zu zeigen, woher Textbausteine in der Einleitung stammen. Replikationsstudien werden hoffentlich die heutigen Plagiatsj\u00e4ger ersetzen. Au\u00dferdem er\u00f6ffnet die Publikation von Prim\u00e4rdaten die M\u00f6glichkeit diese in einem anderen Kontext wieder zu nutzen.<\/li>\n<\/ol>\n<p>F\u00fcr manch Einen m\u00f6gen diese Punkte drastisch erscheinen, aber die Zeiten \u00e4ndern sich und die Vielzahl an Plagiatsaff\u00e4ren der letzten Jahre sollte Grund genug sein, dar\u00fcber wenigstens zu sprechen.<\/p>\n<p>Statt einen Plagiatsfall nach dem anderen durch die Presse zu treiben, sollten wir mal dar\u00fcber sprechen, in welchem System es zu all diesen F\u00e4llen kommen konnte. Lasst uns das Momentum nutzen, um zu \u00fcberlegen, wie wir unsere Forschungskultur aktualisieren k\u00f6nnen, statt Exempel an Menschen zu statuieren, die gemacht haben, was viele zu ihrer Zeit taten. Es wird immer \u00bbPerformer\u00ab geben, die tun, was gerade von Ihnen verlangt wird. Das ist in Ordnung, aber in der Forschung brauchen wir Querk\u00f6pfe, Querulanten und Fragensteller, die nicht ihre Doktorarbeit schreiben, um anderswo etwas zu signalisieren. Neues entsteht nicht in einem Korsett aus \u00fcberholten Konventionen und Tradition, sondern wenn man den Mut hat, die Spielregeln in Frage zu stellen.<\/p>\n<h4 style=\"color: grey;\"><\/h4>\n<div class=\"shariff shariff-align-flex-start shariff-widget-align-flex-start\"><ul class=\"shariff-buttons theme-round orientation-horizontal buttonsize-medium\"><li class=\"shariff-button linkedin shariff-nocustomcolor\" style=\"background-color:#1488bf\"><a href=\"https:\/\/www.linkedin.com\/sharing\/share-offsite\/?url=https%3A%2F%2Fwww.hiig.de%2Fen%2Fgedanken-zur-plagiatsaffaere-statt-staendig-koepfe-rollen-zu-lassen-sollten-wir-mal-ueber-unser-forschungssystem-sprechen%2F\" title=\"Share on LinkedIn\" aria-label=\"Share on LinkedIn\" role=\"button\" rel=\"noopener nofollow\" class=\"shariff-link\" style=\"; background-color:#0077b5; color:#fff\" target=\"_blank\"><span class=\"shariff-icon\" style=\"\"><svg width=\"32px\" height=\"20px\" xmlns=\"http:\/\/www.w3.org\/2000\/svg\" viewBox=\"0 0 27 32\"><path fill=\"#0077b5\" d=\"M6.2 11.2v17.7h-5.9v-17.7h5.9zM6.6 5.7q0 1.3-0.9 2.2t-2.4 0.9h0q-1.5 0-2.4-0.9t-0.9-2.2 0.9-2.2 2.4-0.9 2.4 0.9 0.9 2.2zM27.4 18.7v10.1h-5.9v-9.5q0-1.9-0.7-2.9t-2.3-1.1q-1.1 0-1.9 0.6t-1.2 1.5q-0.2 0.5-0.2 1.4v9.9h-5.9q0-7.1 0-11.6t0-5.3l0-0.9h5.9v2.6h0q0.4-0.6 0.7-1t1-0.9 1.6-0.8 2-0.3q3 0 4.9 2t1.9 6z\"\/><\/svg><\/span><\/a><\/li><li class=\"shariff-button bluesky shariff-nocustomcolor\" style=\"background-color:#84c4ff\"><a href=\"https:\/\/bsky.app\/intent\/compose?text=Thoughts%20on%20the%20plagiarism%20affair%3A%20Instead%20of%20constantly%20rolling%20heads%2C%20we%20should%20talk%20about%20our%20research%20system https%3A%2F%2Fwww.hiig.de%2Fen%2Fgedanken-zur-plagiatsaffaere-statt-staendig-koepfe-rollen-zu-lassen-sollten-wir-mal-ueber-unser-forschungssystem-sprechen%2F  via @hiigberlin.bsky.social\" title=\"Share on Bluesky\" aria-label=\"Share on Bluesky\" role=\"button\" rel=\"noopener nofollow\" class=\"shariff-link\" style=\"; background-color:#0085ff; color:#fff\" target=\"_blank\"><span class=\"shariff-icon\" style=\"\"><svg width=\"20\" height=\"20\" version=\"1.1\" xmlns=\"http:\/\/www.w3.org\/2000\/svg\" viewBox=\"0 0 20 20\"><path class=\"st0\" d=\"M4.89,3.12c2.07,1.55,4.3,4.71,5.11,6.4.82-1.69,3.04-4.84,5.11-6.4,1.49-1.12,3.91-1.99,3.91.77,0,.55-.32,4.63-.5,5.3-.64,2.3-2.99,2.89-5.08,2.54,3.65.62,4.58,2.68,2.57,4.74-3.81,3.91-5.48-.98-5.9-2.23-.08-.23-.11-.34-.12-.25,0-.09-.04.02-.12.25-.43,1.25-2.09,6.14-5.9,2.23-2.01-2.06-1.08-4.12,2.57-4.74-2.09.36-4.44-.23-5.08-2.54-.19-.66-.5-4.74-.5-5.3,0-2.76,2.42-1.89,3.91-.77h0Z\"\/><\/svg><\/span><\/a><\/li><li class=\"shariff-button mailto shariff-nocustomcolor\" style=\"background-color:#a8a8a8\"><a href=\"mailto:?body=https%3A%2F%2Fwww.hiig.de%2Fen%2Fgedanken-zur-plagiatsaffaere-statt-staendig-koepfe-rollen-zu-lassen-sollten-wir-mal-ueber-unser-forschungssystem-sprechen%2F&subject=Thoughts%20on%20the%20plagiarism%20affair%3A%20Instead%20of%20constantly%20rolling%20heads%2C%20we%20should%20talk%20about%20our%20research%20system\" title=\"Send by email\" aria-label=\"Send by email\" role=\"button\" rel=\"noopener nofollow\" class=\"shariff-link\" style=\"; background-color:#999; color:#fff\"><span class=\"shariff-icon\" style=\"\"><svg width=\"32px\" height=\"20px\" xmlns=\"http:\/\/www.w3.org\/2000\/svg\" viewBox=\"0 0 32 32\"><path fill=\"#999\" d=\"M32 12.7v14.2q0 1.2-0.8 2t-2 0.9h-26.3q-1.2 0-2-0.9t-0.8-2v-14.2q0.8 0.9 1.8 1.6 6.5 4.4 8.9 6.1 1 0.8 1.6 1.2t1.7 0.9 2 0.4h0.1q0.9 0 2-0.4t1.7-0.9 1.6-1.2q3-2.2 8.9-6.1 1-0.7 1.8-1.6zM32 7.4q0 1.4-0.9 2.7t-2.2 2.2q-6.7 4.7-8.4 5.8-0.2 0.1-0.7 0.5t-1 0.7-0.9 0.6-1.1 0.5-0.9 0.2h-0.1q-0.4 0-0.9-0.2t-1.1-0.5-0.9-0.6-1-0.7-0.7-0.5q-1.6-1.1-4.7-3.2t-3.6-2.6q-1.1-0.7-2.1-2t-1-2.5q0-1.4 0.7-2.3t2.1-0.9h26.3q1.2 0 2 0.8t0.9 2z\"\/><\/svg><\/span><\/a><\/li><\/ul><\/div>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Written by S\u00f6nke Bartling and Sascha Friesike. We are facing one plagiarism affair after the other, but let\u2019s face it: Instead of continuing to let heads roll, we should really be talking about the system in which those incidents occur. The press and public discourse often gets lost in focusing on the form and choice&hellip;<\/p>\n","protected":false},"author":103,"featured_media":61129,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"_acf_changed":false,"footnotes":""},"categories":[1581,223,224],"tags":[],"class_list":["post-25174","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-ftif-digital-future-work","category-innovation-and-work","category-policy-and-law"],"acf":[],"yoast_head":"<!-- This site is optimized with the Yoast SEO plugin v26.6 - https:\/\/yoast.com\/wordpress\/plugins\/seo\/ -->\n<title>Thoughts on the plagiarism affair: Instead of constantly rolling heads, we should talk about our research system &#8211; Digital Society Blog<\/title>\n<meta name=\"robots\" content=\"index, follow, max-snippet:-1, max-image-preview:large, max-video-preview:-1\" \/>\n<link rel=\"canonical\" href=\"https:\/\/www.hiig.de\/en\/gedanken-zur-plagiatsaffaere-statt-staendig-koepfe-rollen-zu-lassen-sollten-wir-mal-ueber-unser-forschungssystem-sprechen\/\" \/>\n<meta property=\"og:locale\" content=\"en_US\" \/>\n<meta property=\"og:type\" content=\"article\" \/>\n<meta property=\"og:title\" content=\"Thoughts on the plagiarism affair: Instead of constantly rolling heads, we should talk about our research system &#8211; Digital Society Blog\" \/>\n<meta property=\"og:description\" content=\"Written by S\u00f6nke Bartling and Sascha Friesike. We are facing one plagiarism affair after the other, but let\u2019s face it: Instead of continuing to let heads roll, we should really be talking about the system in which those incidents occur. The press and public discourse often gets lost in focusing on the form and choice&hellip;\" \/>\n<meta property=\"og:url\" content=\"https:\/\/www.hiig.de\/en\/gedanken-zur-plagiatsaffaere-statt-staendig-koepfe-rollen-zu-lassen-sollten-wir-mal-ueber-unser-forschungssystem-sprechen\/\" \/>\n<meta property=\"og:site_name\" content=\"HIIG\" \/>\n<meta property=\"article:published_time\" content=\"2015-10-14T12:28:31+00:00\" \/>\n<meta property=\"article:modified_time\" content=\"2023-03-28T14:28:12+00:00\" \/>\n<meta property=\"og:image\" content=\"https:\/\/www.hiig.de\/wp-content\/uploads\/2015\/10\/karim-ghantous-JHTlgIpNyQA-unsplash.jpg\" \/>\n\t<meta property=\"og:image:width\" content=\"1200\" \/>\n\t<meta property=\"og:image:height\" content=\"675\" \/>\n\t<meta property=\"og:image:type\" content=\"image\/jpeg\" \/>\n<meta name=\"author\" content=\"S\u00f6nke Bartling\" \/>\n<meta name=\"twitter:card\" content=\"summary_large_image\" \/>\n<meta name=\"twitter:label1\" content=\"Written by\" \/>\n\t<meta name=\"twitter:data1\" content=\"S\u00f6nke Bartling\" \/>\n\t<meta name=\"twitter:label2\" content=\"Est. reading time\" \/>\n\t<meta name=\"twitter:data2\" content=\"8 minutes\" \/>\n<!-- \/ Yoast SEO plugin. -->","yoast_head_json":{"title":"Thoughts on the plagiarism affair: Instead of constantly rolling heads, we should talk about our research system &#8211; Digital Society Blog","robots":{"index":"index","follow":"follow","max-snippet":"max-snippet:-1","max-image-preview":"max-image-preview:large","max-video-preview":"max-video-preview:-1"},"canonical":"https:\/\/www.hiig.de\/en\/gedanken-zur-plagiatsaffaere-statt-staendig-koepfe-rollen-zu-lassen-sollten-wir-mal-ueber-unser-forschungssystem-sprechen\/","og_locale":"en_US","og_type":"article","og_title":"Thoughts on the plagiarism affair: Instead of constantly rolling heads, we should talk about our research system &#8211; Digital Society Blog","og_description":"Written by S\u00f6nke Bartling and Sascha Friesike. We are facing one plagiarism affair after the other, but let\u2019s face it: Instead of continuing to let heads roll, we should really be talking about the system in which those incidents occur. The press and public discourse often gets lost in focusing on the form and choice&hellip;","og_url":"https:\/\/www.hiig.de\/en\/gedanken-zur-plagiatsaffaere-statt-staendig-koepfe-rollen-zu-lassen-sollten-wir-mal-ueber-unser-forschungssystem-sprechen\/","og_site_name":"HIIG","article_published_time":"2015-10-14T12:28:31+00:00","article_modified_time":"2023-03-28T14:28:12+00:00","og_image":[{"width":1200,"height":675,"url":"https:\/\/www.hiig.de\/wp-content\/uploads\/2015\/10\/karim-ghantous-JHTlgIpNyQA-unsplash.jpg","type":"image\/jpeg"}],"author":"S\u00f6nke Bartling","twitter_card":"summary_large_image","twitter_misc":{"Written by":"S\u00f6nke Bartling","Est. reading time":"8 minutes"},"schema":{"@context":"https:\/\/schema.org","@graph":[{"@type":"Article","@id":"https:\/\/www.hiig.de\/en\/gedanken-zur-plagiatsaffaere-statt-staendig-koepfe-rollen-zu-lassen-sollten-wir-mal-ueber-unser-forschungssystem-sprechen\/#article","isPartOf":{"@id":"https:\/\/www.hiig.de\/en\/gedanken-zur-plagiatsaffaere-statt-staendig-koepfe-rollen-zu-lassen-sollten-wir-mal-ueber-unser-forschungssystem-sprechen\/"},"author":{"name":"S\u00f6nke Bartling","@id":"https:\/\/www.hiig.de\/#\/schema\/person\/71e1cd98d10b72144ac668074e3dbf22"},"headline":"Thoughts on the plagiarism affair: Instead of constantly rolling heads, we should talk about our research system","datePublished":"2015-10-14T12:28:31+00:00","dateModified":"2023-03-28T14:28:12+00:00","mainEntityOfPage":{"@id":"https:\/\/www.hiig.de\/en\/gedanken-zur-plagiatsaffaere-statt-staendig-koepfe-rollen-zu-lassen-sollten-wir-mal-ueber-unser-forschungssystem-sprechen\/"},"wordCount":1657,"commentCount":0,"publisher":{"@id":"https:\/\/www.hiig.de\/#organization"},"image":{"@id":"https:\/\/www.hiig.de\/en\/gedanken-zur-plagiatsaffaere-statt-staendig-koepfe-rollen-zu-lassen-sollten-wir-mal-ueber-unser-forschungssystem-sprechen\/#primaryimage"},"thumbnailUrl":"https:\/\/www.hiig.de\/wp-content\/uploads\/2023\/12\/post_generic.png","articleSection":["ftif Digital Future of Work","Innovation and Work","Policy and Law"],"inLanguage":"en-US","potentialAction":[{"@type":"CommentAction","name":"Comment","target":["https:\/\/www.hiig.de\/en\/gedanken-zur-plagiatsaffaere-statt-staendig-koepfe-rollen-zu-lassen-sollten-wir-mal-ueber-unser-forschungssystem-sprechen\/#respond"]}]},{"@type":"WebPage","@id":"https:\/\/www.hiig.de\/en\/gedanken-zur-plagiatsaffaere-statt-staendig-koepfe-rollen-zu-lassen-sollten-wir-mal-ueber-unser-forschungssystem-sprechen\/","url":"https:\/\/www.hiig.de\/en\/gedanken-zur-plagiatsaffaere-statt-staendig-koepfe-rollen-zu-lassen-sollten-wir-mal-ueber-unser-forschungssystem-sprechen\/","name":"Thoughts on the plagiarism affair: Instead of constantly rolling heads, we should talk about our research system &#8211; Digital Society Blog","isPartOf":{"@id":"https:\/\/www.hiig.de\/#website"},"primaryImageOfPage":{"@id":"https:\/\/www.hiig.de\/en\/gedanken-zur-plagiatsaffaere-statt-staendig-koepfe-rollen-zu-lassen-sollten-wir-mal-ueber-unser-forschungssystem-sprechen\/#primaryimage"},"image":{"@id":"https:\/\/www.hiig.de\/en\/gedanken-zur-plagiatsaffaere-statt-staendig-koepfe-rollen-zu-lassen-sollten-wir-mal-ueber-unser-forschungssystem-sprechen\/#primaryimage"},"thumbnailUrl":"https:\/\/www.hiig.de\/wp-content\/uploads\/2023\/12\/post_generic.png","datePublished":"2015-10-14T12:28:31+00:00","dateModified":"2023-03-28T14:28:12+00:00","breadcrumb":{"@id":"https:\/\/www.hiig.de\/en\/gedanken-zur-plagiatsaffaere-statt-staendig-koepfe-rollen-zu-lassen-sollten-wir-mal-ueber-unser-forschungssystem-sprechen\/#breadcrumb"},"inLanguage":"en-US","potentialAction":[{"@type":"ReadAction","target":["https:\/\/www.hiig.de\/en\/gedanken-zur-plagiatsaffaere-statt-staendig-koepfe-rollen-zu-lassen-sollten-wir-mal-ueber-unser-forschungssystem-sprechen\/"]}]},{"@type":"ImageObject","inLanguage":"en-US","@id":"https:\/\/www.hiig.de\/en\/gedanken-zur-plagiatsaffaere-statt-staendig-koepfe-rollen-zu-lassen-sollten-wir-mal-ueber-unser-forschungssystem-sprechen\/#primaryimage","url":"https:\/\/www.hiig.de\/wp-content\/uploads\/2023\/12\/post_generic.png","contentUrl":"https:\/\/www.hiig.de\/wp-content\/uploads\/2023\/12\/post_generic.png","width":1200,"height":675},{"@type":"BreadcrumbList","@id":"https:\/\/www.hiig.de\/en\/gedanken-zur-plagiatsaffaere-statt-staendig-koepfe-rollen-zu-lassen-sollten-wir-mal-ueber-unser-forschungssystem-sprechen\/#breadcrumb","itemListElement":[{"@type":"ListItem","position":1,"name":"Home","item":"https:\/\/www.hiig.de\/en\/"},{"@type":"ListItem","position":2,"name":"Thoughts on the plagiarism affair: Instead of constantly rolling heads, we should talk about our research system"}]},{"@type":"WebSite","@id":"https:\/\/www.hiig.de\/#website","url":"https:\/\/www.hiig.de\/","name":"HIIG","description":"Alexander von Humboldt Institute for Internet and Society","publisher":{"@id":"https:\/\/www.hiig.de\/#organization"},"potentialAction":[{"@type":"SearchAction","target":{"@type":"EntryPoint","urlTemplate":"https:\/\/www.hiig.de\/?s={search_term_string}"},"query-input":{"@type":"PropertyValueSpecification","valueRequired":true,"valueName":"search_term_string"}}],"inLanguage":"en-US"},{"@type":"Organization","@id":"https:\/\/www.hiig.de\/#organization","name":"HIIG","url":"https:\/\/www.hiig.de\/","logo":{"@type":"ImageObject","inLanguage":"en-US","@id":"https:\/\/www.hiig.de\/#\/schema\/logo\/image\/","url":"https:\/\/www.hiig.de\/wp-content\/uploads\/2019\/06\/hiig.png","contentUrl":"https:\/\/www.hiig.de\/wp-content\/uploads\/2019\/06\/hiig.png","width":320,"height":80,"caption":"HIIG"},"image":{"@id":"https:\/\/www.hiig.de\/#\/schema\/logo\/image\/"}},{"@type":"Person","@id":"https:\/\/www.hiig.de\/#\/schema\/person\/71e1cd98d10b72144ac668074e3dbf22","name":"S\u00f6nke Bartling"}]}},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.hiig.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/25174","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.hiig.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.hiig.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.hiig.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/users\/103"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.hiig.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=25174"}],"version-history":[{"count":5,"href":"https:\/\/www.hiig.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/25174\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":52325,"href":"https:\/\/www.hiig.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/25174\/revisions\/52325"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.hiig.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/media\/61129"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.hiig.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=25174"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.hiig.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=25174"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.hiig.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=25174"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}