Die aktuellen Debatten im Feld der Digitalen Geographie und der Arbeitsgeographie zeigen, dass digitale Plattformen nicht neutrale Vermittelnde von digitalen Interaktionsmöglichkeiten sind, die in einem entfernten digitalen Cyberspace operieren. Stattdessen beruht die Funktionalität digitaler Plattformen auf zeitintensiven Arbeitspraktiken, die von den Nutzenden der Plattform zwischen digitalen und sozial-materiellen Räumen durchgeführt und von den Plattformunternehmen gesteuert werden.
Vor diesem Hintergrund besteht das übergeordnete Forschungsziel der Dissertation darin, die Räume und die Zeitlichkeit zu erforschen, die von dem Plattformunternehmen und den Nutzenden gemeinsam, aber dennoch konfliktreich konstruiert werden. Es wird eine Perspektive auf die Produktion von plattformvermittelten Zeiträumen und deren Friktionen herausgearbeitet. Die alltägliche Aushandlung von digitalen Zeit-Räumen wird als Zeit-Raum-Reibung entwickelt.