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18 July 2017

Key resource knowledge: learning in a digitalised world

The digitalisation challenges existing paradigms in almost all areas of society. It is not – although often claimed – a force of nature that we have to adapt to. It is rather a process that we can shape. The study “Key resource knowledge: learning in a digitalised world” helps to better understand the process of digitalisation in the context of learning in a modern knowledge society and develops perspectives of how to better manage learning in a digitalised world.

Go to Study: Key resource knowledge

Insbesondere in unserer heutigen Gesellschaft, in der Wissen mehr und mehr als wichtigste Ressource moderner Volkswirtschaften verstanden wird, ist der Prozess der Digitalisierung von großer Bedeutung. Schließlich verändert die Digitalisierung in großem Maße wie wir lernen, das heißt, wie wir Wissen erwerben, Wissen vermitteln und Wissen anwenden. Hierfür müssen Strategien entwickelt und Risiken benannt, aber vor allem Potentiale erkannt werden. Denn das Internet und die Digitalisierung bieten zahlreiche Möglichkeiten, das Lernen in allen Lebensbereichen zu fördern.Das Lernen spielt in einer Wissensgesellschaft naturgemäß eine herausgehobene Rolle. Daher beschränkt sich das Lernen schon längst nicht mehr auf das erste Lebensdrittel, sondern ist vielmehr lebenslanger Imperativ und lebenslange Aktivität. Die Betonung liegt hierbei auf „aktiv“. Die Zeiten, in denen eine Lehrperson in einer entsprechenden Lehranstalt ausschließlich frontal Lernstoff vorträgt und die Lernenden diesen passiv aufnehmen, sind vorbei. Aktives Lernen heißt Lernen durch aktive Teilnahme, individuelle Reflexion und Auseinandersetzung sowie die eigene Produktion von Wissen. Das aktive Lernen kann dabei immer im sozialen Kontext (Schule, Universität, Ausbildung, Arbeitsplatz) stattfinden und wird so zum wichtigen sozialen Prozess.

Die Idee des sozialen Lernens betont das gemeinsame Lernen, das nicht nur auf den Erwerb von Informationen abzielt, sondern bei dem Wissen durch Austausch und Diskurs in gruppendynamischen Prozessen entsteht. Aktives und soziales Lernen können noch durch ein weiteres Element ergänzt werden: das spielerische Lernen. Diese Idee setzt an einer Form der Wissensvermittlung und des Wissenserwerbs an, die durch spielerische Methoden, unsere Neugier, unseren Entdeckerdrang und unsere ständige Suche nach neuen Herausforderungen fördert, fordert und belohnt. Zu diesen drei Arten des Lernens gesellt sich noch eine vierte: das informelle Lernen, das heißt, Lernen in neuen Kontexten außerhalb klassischer Bildungseinrichtungen. So entsteht informelles Wissen beispielsweise durch Lernen in der Freizeit oder bei der Arbeit. Es hilft uns dabei, wichtige Kompetenzen zu erwerben, die wir aus klassischen Bildungsquellen nicht beziehen können.


Aktives, soziales, spielerisches und informelles Lernen vermengen und ergänzen sich miteinander zu modernen Lernkonzepten, die in Schulen, Universitäten und Ausbildungsstätten sowie auch in Unternehmen und Organisationen zur Anwendung kommen können. Moderne Lern- und Lehrkonzepte müssen dabei mit der Digitalisierung verküpft sein. Denn digitale Technologien sind aus unserem Alltag nicht weg zu denken. Warum sollte man gerade bei Bildung und Lernen eine Ausnahme machen?
Moderne Technologien bieten viele Chancen, unser Lernverhalten positiv zu beeinflussen. Seien es Apps, die uns beim Lernen von Fremdsprachen helfen, partizipative Online-Enzyklopädien, Anwendungen, die Kinder zum Lernen motivieren, Netzwerke, in denen wir unser Wissen mit Anderen auf der ganzen Welt teilen können oder Videoportale, auf denen wir lernen können, Klavier zu spielen oder aus einfachsten Mitteln Möbel herzustellen. Die Wissensquellen scheinen nahezu unbegrenzt. Dies ist in unserer Wissensgesellschaft, in der lebenslanges Lernen zur Selbstverständlichkeit wird, aber auch unabdingbar. Klassische Bildungseinrichtungen müssen natürlich bei der Nutzbarmachung digitaler Wissensquellen eine große Rolle spielen. Lehrende an Schulen müssen z. B. alle technischen, organisatorischen und didaktischen Möglichkeiten haben und ausschöpfen, wenn es darum geht, digitale Medien sinnvoll in der Schule einzusetzen, um so „Digitalkompetenz“ verstärkt zum Teil der allgemeinen Bildung werden zu lassen.

Doch nicht mehr allein Schulen und Hochschulen sind für den Kompetenzerwerb zuständig. Auch informell erworbenes Wissen (z. B. aus digitalen Bildungsangeboten) muss vermehrt als vollwertiger Teil allgemeiner Bildung verstanden werden. So könnten Unternehmen Verfahren entwickeln, um implizite Kompetenzen von Mitarbeitern/innen und Bewerbern/innen, für die es keine Abschlüsse gibt (z. B. Programmiersprachen), zu erkennen und entsprechend zu zertifizieren. Gesamtgesellschaftlich muss das lebenslange Lernen erleichtert, gefördert und demokratisiert werden.
Wissensarbeit insgesamt muss durch digitale Infra­struktur und Technologie sowie durch soziale, politische und wirtschaftliche Anerkennung noch stär­ker positioniert werden.

Dieser Beitrag spiegelt die Meinung des Autors und weder notwendigerweise noch ausschließlich die Meinung des Institutes wider. Für mehr Informationen zu den Inhalten dieser Beiträge und den assoziierten Forschungsprojekten kontaktieren Sie bitte info@hiig.de.

Visualisation of learning principles | Ralf Bierhenke: ralfbe.tumblr.com

This post represents the view of the author and does not necessarily represent the view of the institute itself. For more information about the topics of these articles and associated research projects, please contact info@hiig.de.

Benedikt Fecher, Dr.

Associated Researcher: Democratic Change and Knowledge & Former Head of Research Programme: Knowledge & Society

Karina Preiss, Dr.

Managing Director

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