Zum Inhalt springen
computer
16 August 2016

Eindrücke vom “Global Research Symposium on Marketing and Entrepreneurship” in San Diego

Vom 1. bis 3. August fand in San Diego das “Global Research Symposium on Marketing and Entrepreneurship” statt. Seit mittlerweile drei Jahrzehnten beschäftigt sich die Konferenz mit Forschung, die an der Schnittstelle der beiden Disziplinen Entrepreneurship und Marketing, kurz Entrepreneurial Marketing, stattfindet. Auch dieses Jahr kamen knapp 50 WissenschaftlerInnen aus der ganzen Welt für drei Tage zusammen, um ihre Projekte und Ideen zu teilen und gemeinsame Fragestellungen zu diskutieren. Als “Kauffman Fellow” habe ich zum ersten Mal am Symposium teilgenommen und möchte in diesem kurzem Blogpost meine Eindrücke beschreiben.

Am Vormittag des ersten Tages startete die Konferenz zunächst mit dem “American Marketing Association EM SIG Doctoral Consortium“, einem von der “Ewing Marion Kauffman Foundation” geförderten Austausch, hauptsächlich zwischen DoktorandInnen und Junior-ProfessorInnen. Verschiedene Kurzvorträge der ProfessorInnen Can Uslay (Rutgers University), Fabian Eggers (Menlo College) und Susan Wei (Texas A&M International University) vermittelten hilfreiche Tipps und Insights zu unterschiedlichen Fragenstellungen, wie zum Beispiel:

  • Wie identifiziert man relevante Forschungsfragen?
  • Wie gewinnt man geeignete InterviewpartnerInnen?
  • Wie betreibt man generell qualitative und quantitative Forschung?
  • In welchem Status sollte man ein Paper einreichen?
  • Welche A, B und C Journals gibt es in Entrepreneurial Marketing?
  • Wie schafft man es in diesen Journals zu veröffentlichen?
  • Wie bewirbt man sich für eine Professur in den Vereinigten Staaten?

Außerdem stellte der mit dem diesjährigen “Dissertation Award” ausgezeichnete Forscher Srinivas Venugopal (University of Vermont) seine Forschungen zu “Entrepreneurial Marketing in Subsistence Marketplaces” vor.

Am Nachmittag begann dann schließlich das eigentliche Symposium mit Diane Martin’s (Aalto University) Keynote-Vortrag zu “Consumption-Driven Market Emergence. Sie gewann damit gleichzeitig den “Best Paper Award 2016”. In den folgenden beiden Tagen gab es ein abwechslungsreiches Konferenzprogramm mit teilweise parallel stattfindenden Tracks zu Themen wie Social Entrepreneurship, Entrepreneurial Marketing Resources, Marketing Technololy Usage, Entrepreneurial Branding, Networking, Design Orientation, Co-Creation oder Customer Developmentand Business Models.

Zu sehen und mitzubekommen, an welchen Projekten die verschiedenen WissenschaftlerInnen aktuell arbeiten und welche Theorien und Methodologien sie dabei befolgen, waren für mich besonders interessant und aufschlussreich. Einen vergleichbar spezialisierten und qualitativ-hochwertigen Austausch war ich von meinen vorherigen Konferenzbesuchen nicht gewohnt. Ich habe auf dem Symposium nicht nur bestimmte ProfessorInnen zum ersten Mal getroffen, die ich u. a. bereits in meiner Dissertation und anderen Aufsätzen zitiert habe, sondern konnte mich noch dazu mit Ihnen in freundschaftlich-familiärer Atmosphäre austauschen. In den Pausen, beim gemeinsamen Mittagessen und beim abendlichen Symposium Dinner gab es hierfür zahlreiche Möglichkeiten.

Am dritten Tag habe ich dann schließlich mein aktuelles Forschungsprojekt zur Auswahl von Marketing- und Vertriebskanälen, Taktiken und Strategien zur Kundenakquise von Internet-basierten Startups vorgestellt. Seit einiger Zeit beschäftige ich mich mit der Herausforderung bereits in den frühen Unternehmensphasen auf die richtigen Aktivitäten und Maßnahmen zur Akquise von Kunden zu setzen. Durch das Internet sind zahlreiche neue Marketing- und Vertriebskanäle entstanden, die gemeinsam mit den traditionellen Offline-Maßnahmen ein umfangreiches Instrumentarium darstellen. Dies macht Kundenakquise, insbesondere auch als Forschungsthema, so interessant wie niemals zuvor. Hierzu habe ich in den vergangenen Wochen bereits mehr als drei Dutzend GründerInnen von Internet-basierten Startups (und Scaleups) aus Deutschland im Rahmen von ExpertInnen-Interviews befragt. Die von mir befragten Startups haben bereits ihr erstes Set an Kunden erfolgreich akquiriert und konnten deswegen entsprechend darüber reflektieren, ob sich ihre Aktivitäten, Maßnahmen und Entscheidungen als richtig erwiesen haben. Das Feedback der anwesenden Symposium-TeilnehmerInnen auf meinen Vortrag habe ich dabei als sehr konstruktiv und hilfreich empfunden. Inhaltlich hat es mich nicht nur weiter voran gebracht, sondern darüber hinaus auch zusätzlich bestärkt meine Forschungen diesbezüglich weiter zu intensivieren.

Zusammenfassend war es für mich besonders beeindruckend zu sehen, wie viele renommierte ForscherInnen in San Diego zusammen gekommen sind, die sich alle im Detail mit Entrepreneurship- und Marketingthemen in genannter Kombination befassen. Eine Teilnehmerin hat das Symposium am Ende mit den drei Worten Inspiring, Grateful und Engaging zusammengefasst. Sie beschrieb die generelle Konferenz-Atmosphäre als sehr einladend und förderlich seine eigenen Ideen und Projekte mit anderen Personen zu teilen. Dies kann ich nur bestätigen und für alle deutschsprachigen DoktorandInnen oder Junior-ProfessorInnen der Fachrichtung Entrepreneurial Marketing eine Empfehlung für eine Konferenzbesuch aussprechen. Die OrganisatorInnen um Fabian Eggers (Menlo College) und Gerald E. Hills (Bradley University) haben das Symposium über alle Phasen hinweg hervorragend organisiert.

Ich plane auch im kommenden Jahr fest ein am Symposium teilzunehmen und dabei nicht nur meine Ergebnisse im Detail vorzustellen, sondern insbesondere auch um viele neue und bekannte Gesichter wiederzutreffen und darüber hinaus gegebenenfalls neue Forschungsprojekte vorzustellen. Für die Einladung als Fellow zur diesjährigen Konferenz möchte ich mich hiermit nochmals herzlich bedanken.

Dieser Beitrag ist Teil der regelmäßig erscheinenden Blogartikel der Doktoranden des Alexander von Humboldt Institut für Internet und Gesellschaft. Er spiegelt weder notwendigerweise noch ausschließlich die Meinung des Institutes wieder. Für mehr Informationen zu den Inhalten dieser Beiträge und den assoziierten Forschungsprojekten kontaktieren Sie bitte info@hiig.de.

Dieser Beitrag spiegelt die Meinung der Autorinnen und Autoren und weder notwendigerweise noch ausschließlich die Meinung des Institutes wider. Für mehr Informationen zu den Inhalten dieser Beiträge und den assoziierten Forschungsprojekten kontaktieren Sie bitte info@hiig.de

Martin Wrobel, Prof. Dr.

Assoziierter Forscher: Innovation, Entrepreneurship & Gesellschaft

Forschungsthema im Fokus

Man sieht einen leeren Büroraum ohne Möbel und braunen Teppichboden. Das Bild steht sinnbildlich für die Frage, wie die Arbeit der Zukunft und digitales Organisieren und Zukunft unseren Arbeitsplatz beeinflusst. You see an empty office room without furniture and brown carpeting. The image is emblematic of the question of how the work of the future and digital organising and the future will influence our workplace.

Digitales Organisieren und Zukunft der Arbeit

Unternehmensgrenzen werden poröser, Arbeit wird fluider und orts- sowie zeitungebundener. Die Zukunft der Arbeit zeigt sich einerseits in der örtlichen und zeitlichen Flexibilität und andererseits in der zunehmenden Interaktion von Mensch und Technologie. Am HIIG untersuchen wir, wie die Digitalisierung dabei Arbeit ersetzt, entlastet und eingeschränkt oder neue Arbeit entsteht.
Forschungsthema entdecken

HIIG Monthly Digest

Jetzt anmelden und  die neuesten Blogartikel gesammelt per Newsletter erhalten.

Weitere Artikel

Man sieht eine*n Lieferant*in eines Online-Lieferdienst für Essen auf einem Motorroller. Das Bild steht sinnbildlich für die Arbeitenden in der Gig Economy in Kenia. You see a delivery person from an online food delivery service on a scooter. The image is emblematic of the workers in the gig economy in Kenya.

Wege in eine sozial-gerechte Gig Economy in Kenia: Stakeholder Engagement und Regulierungsprozesse

Kenias Gig Economy wächst rasant, die Arbeitsbedingungen sind jedoch oft prekär. Wir haben die Lebensumstände von Gig-Workern untersucht.

Man sieht mehrer Spiegel, die in unterschiedlichen Formen angeordnet sind und verschiedene Oberflächen, wie den Himmel, eine Hauswand und so weiter widerspiegeln. Das Bild steht sinnbildlich für die vielen verschiedenen Bedeutungen von autonomen Systemen in unserer Gesellschaft. You see several mirrors arranged in different shapes reflecting different surfaces, such as the sky, a house wall and so on. The image is emblematic of the many different meanings of autonomous machines in our society.

Im Zeitalter der autonomen Systeme und Maschinen?

Können Maschinen autonom sein – oder ist das ein Privileg des Menschen? Diese kategorische Frage dominiert viele Diskussionen über unser Verhältnis zu den (vermeintlich) intelligenten Maschinen.

remote work is moving towards the city

Arbeiten aus der Ferne? Wie Remote Work in die Städte abwandert

Fernarbeit ermöglicht es uns, von "überall" aus zu arbeiten. Warum also werden ausgerechnet die Städte zu den neuen Mega-Hubs für die digitale Arbeit? Geraten ländliche Regionen ins Hintertreffen?