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Deine Daten. Deine Wahl.

Deine Daten. Deine Wahl?

Mit diesem Lernkit finden Jugendliche heraus, was ihre Daten im Internet über sie aussagen und wie sie die Kontrolle darüber behalten.

Werbeanzeigen begleiten uns durch den Tag: auf Instagram oder TikTok ebenso wie auf Webseiten und in Onlineshops. Oft wirken sie wie für uns gemacht. Genau das Angebot, das uns interessiert, zum richtigen Preis, schon morgen geliefert oder direkt im Laden um die Ecke. Das ist kein Zufall. Unternehmen werten aus, was wir online tun, und spielen uns Werbung aus, die zu unseren vermuteten Interessen passt. Das kann nützlich sein, aber auch Risiken bergen. Wie personalisierte Werbung genau funktioniert, wissen allerdings viele nicht. Das betrifft besonders junge Menschen, die viel Zeit online verbringen und dabei viele Datenspuren hinterlassen.

Genau hier setzt das Lernkit Deine Daten. Deine Wahl? an. Lehrende gestalten damit Unterrichtseinheiten und Workshops für Jugendliche ab 16 Jahren. Drei aufeinander aufbauende Module folgen einem didaktischen Dreischritt aus Verstehen, Bewerten und Handeln. Die Jugendlichen gehen dabei ihren eigenen Datenspuren im Netz nach und stellen die entscheidenden Fragen. Wer sammelt welche Daten? Zu welchem Zweck? Welche Konsequenzen kann das für jede und jeden Einzelnen haben? Und welche Rechte haben sie selbst? Anhand eigener Erfahrungen und mit praktischen Tools entdecken sie, was sich aus ihren Daten über sie ableiten lässt. So werden sie sicherer im Umgang mit personalisierter Werbung, lernen, die Folgen kritisch einzuschätzen, und entscheiden online selbstbestimmter.

Kontakt

Maurice Stenzel, Dr.

Senior Forscher: Neue Technologien und Zukunft des Rechts

FORSCHUNGSPROJEKT

Sicher im Datenverkehr: Alltagsnahe Veranschaulichung von Grundrechtsrisiken

Das Forschungsprojekt untersucht, wie Bürger*innen über mögliche Risiken der Nutzung ihrer Daten wirksam informiert werden können.

Wo lässt sich das Lernkit einsetzen?

Die Materialien eignet sich für die Schule ebenso wie für außerschulische Lernorte, etwa für Fächer wie Informatik, Sozialkunde oder Ethik, für die Jugendarbeit oder die politische Bildung. Das gesamte Material ist unter der DOI 10.5281/zenodo.23040621 abrufbar.

Modul 1: Wie funktioniert personalisierte Werbung?

Personalisierte Werbung ist allgegenwärtig. Doch wie entsteht sie? Die Lernenden erfahren, welche Daten beim Surfen, Suchen und Scrollen anfallen, welche Rolle die Einwilligung spielt und wie über Interessengruppen Anzeigen entstehen. Eigene Erfahrungen machen das greifbar.

Ziel: Verstehen | Dauer: 90 Min.

Materialien: Arbeitsblatt 1 + Präsentation 1 + Smartphone

Modul 2: Praktisch oder problematisch?

Personalisierte Werbung hat Chancen und Risiken. Anhand von Alltagsszenarien diskutieren die Lernenden, wann eine Anzeige hilft, in die Privatsphäre eingreift oder zu Diskriminierung beitragen kann. Dabei nehmen sie verschiedene Perspektiven ein und begründen ihre Einschätzung.

Ziel: Bewerten | Dauer: 90 Min.

Materialien: Arbeitsblatt 2 + Präsentation 2 + Vertiefung Grundrechte (optional)

Modul 3: Was kannst du tun?

Wissen allein reicht nicht. Die Lernenden erkunden, wie sie selbst Einfluss nehmen können, von bewussten Klicks im Alltag über das Durchsetzen ihrer Rechte bis zu praktischen Tools. Mithilfe von Handlungskarten reflektieren sie, was informiertes Entscheiden im digitalen Alltag bedeutet.

Ziel: Handeln | Dauer: 90 Min.

Materialien: Arbeitsblatt 3 + Präsentation 3 + Handlungskarten

Informationen zum Material

Zusammen ergeben die drei Module eine Lerneinheit von 4,5 Zeitstunden. Sie können aber auch einzeln in bestehende Unterrichtseinheiten oder Workshops eingebaut werden. Alle Bausteine liegen in einem bearbeitbaren Format vor und lassen sich so an die eigene Lerngruppe anpassen. Eine ausführliche Handreichung gibt Hinweise zur Durchführung und liefert Hintergrundwissen. Ein Glossar erklärt die wichtigsten Begriffe modulübergreifend. So lässt sich das Lernkit auch ohne Vorkenntnisse einsetzen.

Hintergrund

Personalisierte Werbung ist eines der zentralen Geschäftsmodelle des Internets. Unternehmen werten zum Beispiel aus, wonach wir online suchen und welche Videos wir anschauen. Sie registrieren, was wir liken, was im Warenkorb landet und wo wir uns gerade aufhalten. Daraus schätzen Algorithmen unsere wahrscheinlichen Interessen und spielen entsprechende Werbung aus. Das kann die Suche erleichtern und auf Angebote hinweisen, die zu uns passen. Gleichzeitig kann es Risiken für die Privatsphäre bergen und mitunter zu Diskriminierung beitragen. Personalisierte Werbung ist damit weder eindeutig gut noch eindeutig problematisch.

Das Lernkit wurde am Alexander von Humboldt Institut für Internet und Gesellschaft (HIIG) im Rahmen des Projekts Sicher im Datenverkehr entwickelt. 

Lizenz

Diese Open Educational Resource ist unter der Lizenz Creative Commons Attribution 4.0 Licence veröffentlicht, welche eine freie Verwendung der Materialien unter Angabe des Urhebers ermöglicht.

Team

Redaktion: Irina Kühnlein

Konzept: Irina Kühnlein, Sarah Spitz, Maurice Stenzel & Elena Eulitz

Wissenschaftlicher Input: Maurice Stenzel

Beratung, Kommunikation und Strategie: Frederik Efferenn

Design: Larissa Wunderlich