Forschung zu Internet und Digitalisierung

Das Alexander von Humboldt Institut für Internet und Gesellschaft (HIIG) wurde 2011 gegründet, um die Entwicklung des Internets aus einer gesellschaftlichen Perspektive zu erforschen und die damit einhergehende Digitalisierung aller Lebensbereiche besser zu verstehen. Als erstes Institut in Deutschland mit diesem Fokus haben wir ein Verständnis erarbeitet, das die enge Verflechtung technischer Innovationen mit gesellschaftlichen Prozessen in den Mittelpunkt stellt: Technikentwicklung reflektiert Normen, Werte und Interessensgeflechte - umgekehrt wirken Technologien, sobald sie verstetigt sind, wiederum auf gesellschaftliche Wertvorstellungen ein.

Wir erforschen neue Denk- und Handlungsmodelle

Moderne Gesellschaften beruhen auf sich wandelnden Normen, Verfahren und Strukturen, die ein freies, demokratisches Zusammenleben ermöglichen sollen. In Zeiten grundlegender gesellschaftlicher, wirtschaftlicher und technischer Transformation geraten einige dieser Institutionen jedoch an die Grenzen ihrer Veränderungsfähigkeit und es entsteht etwas, das wir als „Broken Concepts“ bezeichnen. Dabei geht es um Denkweisen, Handlungsmuster oder Erklärungsmodelle, die in ihrem bisherigen Kontext so verhaftet sind, dass sie heute aus der Zeit gefallen scheinen und einer Neuformulierung bedürfen. Wir möchten Broken Concepts, wie etwa die einstmals sinnvolle Unterscheidung zwischen der Online- und der Offline-Welt, erforschen und helfen, diese durch neue Denk- und Handlungsmodelle zu überwinden. 

Auf diese Weise beteiligen wir uns an der Gestaltung der künftigen Gesellschaft. Basierend auf den am Institut gebündelten wissenschaftlichen Kompetenzen und der gelebten Interdisziplinarität greifen wir aktuelle Themen wie die „Plattformisierung“ von Wirtschaft und Gesellschaft oder den Einsatz von Künstlicher Intelligenz auf und hinterfragen die darunterliegenden Konzepte, Strukturen und Normen.

Wir entwickeln Konzepte für ein besseres Verständnis der digitalen Gesellschaft

Wir schaffen kreative Räume zur Wissensproduktion, die schnell auf disruptive Phänomene reagieren und neues Denken fördern. Den intellektuellen Rahmen hierfür bildet die kontinuierliche Auseinandersetzung mit übergreifenden Entwicklungen in Wissenschaft, Politik, Wirtschaft und Zivilgesellschaft. Daraus entstehen Konzepte für ein besseres Verständnis der digitalen Gesellschaft, die sich auf eigene und fremde theoretische und empirische Arbeiten stützen. Durch die Integration verschiedener Disziplinen und Interessengruppen in den Forschungsprozess ermöglichen wir einen Wissensaustausch, der die Fähigkeit zu nachhaltigem, verantwortlichem Denken und Handeln stärkt. So tragen wir mit unserer interdisziplinären Forschung zur Neugestaltung demokratischer Prozesse für eine zukunftsorientierte, freie Gesellschaft bei.

Wir fördern unkonventionelle Forschungsansätze

Wir geben Vordenker*innen der digitalen Gesellschaft die Möglichkeit, abseits bürokratischer Hürden frühzeitig Themen zu setzen und Netzwerke zu knüpfen. Wir ermöglichen, thematisch offen und flexibel Projekte und Themen zu entwickeln. Wir fördern unkonventionelle Ansätze und sind offen für Impulse aus allen Teilen der Gesellschaft. Wir bauen Brücken, wo sonst eher Claims abgesteckt werden. 

Wir denken Forschung europäisch

Um seine Ziele zu erreichen versteht sich das Institut als Knoten eines internationalen Netzwerks der Wissensproduktion. Dazu laden wir etablierte Denkerinnen und Denker zu Vorträgen über den aktuellen Strukturwandel ein, bieten Nachwuchswissenschaftler*innen aus aller Welt  unsere Infrastruktur als Inkubator an und unterstützen die internationale Vernetzung von Forscher*innen, um die Potenziale der Zusammenarbeit für die Wissenschaft zu heben. Für das HIIG ist dabei die europäische Perspektive zentral, die Debatten sowohl national als auch global noch stärker anregen sollte als dies bislang der Fall ist.

Wir teilen unser Wissen

Die Ergebnisse dieser Forschungsarbeit werden für die jeweiligen Stakeholder nachvollziehbar und verwertbar aufbereitet. Der angestrebte Impact des HIIG basiert auf exzellenter, gesellschaftlich relevanter, interdisziplinärer Forschung und wird durch Transferleistungen realisiert, wie Online-Magazine, Wissenschaftsblogs, öffentliche Diskussionsrunden, journalistische Beiträge und Podcasts.

Alexander von Humboldt wurde einst größter „wissenschaftlicher Reisender aller Zeiten“ genannt. Als Pionier der interdisziplinären Forschung und geistiger Vater der Aufklärung dient er dem Alexander von Humboldt Institut für Internet und Gesellschaft (HIIG) in Berlin heute als Vorbild. Bis zu seinem Tod hat er unermüdlich an seinem Buch „Kosmos“ gearbeitet, mit dem er die ganze Welt zu erklären suchte. Das HIIG hat sich einen Forschungsgegenstand ähnlicher Größe vorgenommen: Die dynamischen Beziehungen zwischen Internet und Gesellschaft im Zeitalter des Digitalen.

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