Die re:publica ist weitaus mehr als eine Konferenz – sie versteht sich als ein Festival für die digitale Gesellschaft. Seit ihrer Gründung vor zehn Jahren zieht sie Medienmenschen, AktivistInnen, HackerInnen, WissenschaftlerInnen, NGOs und UnternehmerInnen aus der ganzen Welt an. Vom kleinen Blogosphäre-Treffen mit 700 TeilnehmerInnen ist die Besucherzahl inzwischen auf 9.000 angestiegen – aus 65 Ländern. Auch für die elfte Ausgabe haben einige unserer ForscherInnen von 8.-10. Mai 2017 Sessions gestaltet, Vorträge gehalten, sich mit anderen BesucherInnen über Netzphänomene ausgetauscht und informiert. Von Fashion Tech, Zensur in der Türkei bis ziviler Ungehorsam in Netz war alles dabei:

Montag, 8. Mai

Besondere Brisanz besaß das Panel von Frédéric Dubois (Internet Policy Review), Turkish Delight: A for Arrest, B for Bots & C for Censorship, das sich dem Kampf um die Kommunikation in der Türkei widmete. HIIG-Doktorandin Uta-Meier Hahn moderierte die Diskussion mit HIIG-Gastforscher Melih Kırlıdoğ, Başak Çalı & Efe Kerim Sözeri.

Abends folgte ein Meetup mit unserem assoziierten Forscher Ayad Al-Ani. Raus aus der europäischen Komfortzone und rein in die digitale Kultur der arabischen Welt! Gute Nachrichten: diese Region soll ihren eigenen re:publica-Ableger bekommen.

Dienstag, 9. Mai

Brauchen wir digitale Grundrechte, um uns vor dem Staat oder übermächtigen Unternehmen besser schützen zu können? Bedeutet Regulierung automatisch einen Verlust von Freiheit? In welchen Punkten unterscheiden sich unsere virtuellen Bedürfnisse von denen des Alltags? Der Dienstag stand für das HIIG-Team ganz im Zeichen der #DigitalCharta. Die Forschungsdirektorin des HIIG Jeanette Hofmann, Ko-Initiatorin der Charta der digitalen Grundrechte für die Europäische Union, diskutierte mit den re:publica-TeilnehmerInnen sowie anderen InitiatorInnen den ersten Entwurf. In zwei Workshops wurde an konkreten Formulierungen für die verbesserten Artikel gearbeitet. Der abschließende Ausblick konzentrierte sich auf Kritikpunkte und weitere Ideen.

Mittwoch, 10. Mai

Das Veranstaltungsprogramm liest sich stellenweise wie eine Diagnose der virtuellen Welt. Wenn das Internet ein Spiegel der Gesellschaft ist, scheint dort viel kaputt gegangen zu sein – Hatespeech, Fake News und allgemeine digitale Verunsicherung haben in den vergangenen Monaten hohe Wellen geschlagen. Welche ungleichen Machtstrukturen reproduzieren sich im Web? Was können wir besorgten NetzbürgerInnen, Trolls und Social Bots entgegensetzen? Scherben aufkehren, Solidarisierung, Protest, und vor allem viel Liebe verbreiten: Das Angebot der diesjährigen re:publica, die unter dem programmatischen Zeichen “Love out Loud” stand. Die Netzkultur und unsere analoge Welt sind in immer stärkerem Maße verwoben, sodass wir das transformative Potenzial der Digitalisierung nur nutzen können, wenn wir beide aktiv mitdenken und -gestalten.

Über die Bedeutung zivilen Ungehorsams im digitalen Zeitalter ging es im Vortrag unserer assoziierten Doktorandin Theresa Züger:


Unser assoziierter Forscher Sönke Bartling klärte in einem Meetup über Anwendungsmöglichkeiten der Blockchain-Technologie abseits von Fintech auf:

HIIG Gastforscherin Lisa Gutermuth stellte die wichtigsten Ergebnisse der aktuellen Ranking Digital Rights (RDR) Studie vor.

In seinem Privacy-by-Design Workshop zeigte Maximilian von Grafenstein, warum Datenschutzgesetze nicht den Spaß verderben müssen, wenn Mode und Technologie zusammenkommen:

HIIG at re:publica 2017 – #rp17

Nicht dabei gewesen, beim Hasskommentar-Bingo hängengeblieben oder zu viele gute Sessions zur selben Uhrzeit entdeckt? Alle bislang veröffentlichten Videomitschnitte haben wir in einer Playlist gesammelt.

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