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Digital Society Blog

Unsere vernetzte Welt verstehen

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Die akademische Welt ist eine Reputationswirtschaft

04 März 2015

Im Herbst 2014 haben HIIG-Forscher Benedikt Fecher und seine KollegInnen eine Umfrage zum akademischen Datenaustausch unter 1564 Forschenden in Deutschland durchgeführt – eine Folgestudie zu ihrer Arbeit „What Drives Academic Data Sharing“? In der Umfrage haben sie Forschende zu ihrem Umgang mit Forschungsdaten, ihrer Publikationskultur und insbesondere darüber befragt, was sie davon abhält, Daten anderen zugänglich zu machen.

One has to know that reusing data is often regarded as the next big thing in academic research. It encourages collaboration among researchers and allows finding synergies in the laborious task of collecting data. Moreover, it makes research results reproducible and allows using old data for new research questions. In short: It has the potential to foster scientific progress. It is not surprising that funding agencies, academic journals, policy makers, and researchers themselves increasingly demand open access to research data. With regards to research data, Neelie Kroes, the European Commissioner for Digital Agenda, says: “open access to research results will boost Europe’s innovation capacity“.

To some extent, however, open access to research data is just like the electric car that everyone likes but nobody drives. In our survey, only 13% of the researchers have ever made data available publicly. 37% of the respondents said that it is uncommon to share data in their community. At the same time, 88% would like to use data for their own research. The results bring out quite clearly the mismatch between the aspirations and the empirical reality. The bitter reality about Open Access to research data is that everyone likes the idea but nobody follows it through.

Last week, we published the first article based on the results of our survey. Our main argument is that academia is a reputation economy, an exchange system that is not driven by monetary incentives, nor the desire for scientific progress, but by individual reputation. Reputation is expressed in (high ranked journal) publications whereas sharing data receives not enough formal recognition. In our view, data sharing will only be widely adopted among research professionals if it pays in form of reputation. Policy measures that intend to foster research collaboration need to understand this aspect of academia. Successful measures must ascribe more value intermediate products, such as research data, more highly than it is the case now.

The article can be found on SSRN.

The questionnaire can be found on our Github Page.


Foto: Sharing is Caring von Niklas Wikström, CC BY-NC 2.0

Dieser Beitrag spiegelt die Meinung der Autorinnen und Autoren und weder notwendigerweise noch ausschließlich die Meinung des Institutes wider. Für mehr Informationen zu den Inhalten dieser Beiträge und den assoziierten Forschungsprojekten kontaktieren Sie bitte info@hiig.de

Benedikt Fecher, Dr.

Forschungsprogrammleiter: Wissen & Gesellschaft

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Titelbild European Platform Alternatives. Ein Schwimmbad mit zwei Sprungtürmen von oben.

European Platform Alternatives

Im Jahr 2020 begann das Platform Alternatives Projekt mit der Erforschung der europäischen Plattformökonomie, um die strukturellen Auswirkungen der großen amerikanischen Plattformen und die Strategien ihrer europäischen Wettbewerber zu verstehen. Das Team fand hier eine äußerst vielfältige und aktive Landschaft digitaler Plattformen vor, in der häufig andere Motivationen als Wachstum und Marktherrschaft im Zentrum stehen. Zwei Jahre später bieten die hier versammelten Beiträge nun eine Alternative zu den aktuellen öffentlichen und politischen Debatten, die sich oft nur um die Fragen der Regulierung großer Plattformen drehen. Neben vielfältigen organisatorischen Lösungen und Regulierungsfragen geht es vor allem die Frage, wie sie europäische Plattformen zu echten Alternativen im globalen Markt entwickeln können.

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