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Wie stellen wir uns Demokratie 2050 vor? In twentyfifty entwerfen Forschende wissenschaftlich fundierte Utopien für die demokratische Gesellschaft.

twentyfifty: Utopien für eine demokratische Gesellschaft

An Diagnosen zu Krisen der Demokratie herrscht kein Mangel, an wissensbasierten Vorstellungen einer gelingenden Zukunft schon. Das Projekt twentyfifty setzt hier an: Forschende aus unterschiedlichen Disziplinen und Ländern übersetzen ihre Erkenntnisse in literarische Zukunftserzählungen, zum Beispiel als Kurzgeschichten, Dialoge, Theaterskripte, die zeigen, wie demokratisches Zusammenleben im Jahr 2050 aussehen könnte. Demokratie ist kein feststehendes Konstrukt, sondern eine sich entwickelnde Praxis, eine Aushandlung, die sich in ständigem Wandel befindet. twentyfifty bietet Forschenden daher die Möglichkeit, ihre Expertise nicht nutzen, um Gegenwart oder Vergangenheit zu analysieren, sondern um die Zukunft zu imaginieren.

Das ist kein Gedankenexperiment, sondern ein forschungsbasierter Akt der Imagination mit einer einzigen Voraussetzung. Die Vision muss in der Wissenschaft verwurzelt, aber utopisch in ihrem Anspruch sein. Dafür fordert twentyfifty die Teilnehmenden heraus, die gewohnte wissenschaftliche Arbeitsweise zu verlassen und ihre Forschungserkenntnisse in eine Geschichte zu übersetzen. Denn Storytelling schafft Zugänge, die ein Fachartikel nicht eröffnet. Wer solche Geschichten liest, versteht nicht nur, sondern denkt und fühlt mit oder widerspricht. Utopien sind also keine Flucht vor der Wirklichkeit, sondern ein Instrument demokratischer Verständigung. Sie schaffen etwas, das in fragmentierten Öffentlichkeiten rar geworden zu sein scheint: geteilte Zukunftsvorstellungen.

Kontakt

Nataliia Sokolovska, Dr.

Assoziierte Forscherin: Demokratischer Wandel und Wissen | Ehem. Forschungsprogammleiterin: Wissen & Gesellschaft

Forschungsschwerpunkt

Deutsch: Blick nach oben zwischen hohen, geschwungenen Felswänden eines rot-orangefarbenen Canyons, dessen glatte, wellenförmige Formen von Licht und Schatten betont werden.

Demokratischer Wandel und Wissen

Unsere Forschung untersucht das Zusammenspiel und die Rolle von Wissen und Wissenschaft in der demokratischen Selbstbestimmung. Sie richtet den Blick auf Risiken epistemischer Krisen und Strategien für zukunftsfähige demokratische Prozesse in digitalen Gesellschaften.

Fünf Themenfelder

Die fünf Themenfelder sortieren sich entlang zentraler, sich überschneidender gesellschaftlicher Lebensbereiche und markieren damit wichtige Spannungsfelder demokratischer Gesellschaften. Zusammen zeigen sie, wie umfassend sich Demokratie im Jahr 2050 neu verhandeln lässt. Dies betrifft nicht nur die Frage des Regierens, sondern auch des Wohnens, Lernens, Arbeitens und der Sicherheit.

Wohnen, Zugehörigkeit und Gemeinschaft

Wie werden wir in einer digitalisierten Welt zusammenleben? Wer darf Nachbarschaften gestalten? Wo verläuft die die Grenze zwischen dem, was allen gehört, und dem, was privat bleibt? Wer entscheidet, welche Vorstellung von Gemeinschaft zählt?

Wissen und Lernen

Wie verstehen wir eine Welt, die sich ständig wandelt? Welche Rolle spielen Schulen, Universitäten und neue Formen des Lernens, wenn Wissen überall verfügbar ist? Wer erhält Zugang dazu, wer bestimmt, was als Wissen zählt, und wer bleibt außen vor?

Arbeit und Sinn

Wie entscheiden wir darüber, auf welche Art Automatisierung und KI die Arbeitswelt und Handel umgestalten? Wer schafft Wert, wer findet Sinn, und wer darf die Regeln eines neuen Gesellschaftsvertrags aushandeln?

Regieren, Teilhabe und öffentliche Verwaltung

Wie treffen wir gemeinsam Entscheidungen, wenn sich politische Macht verschiebt und das Vertrauen in Institutionen schwindet? Wer nimmt teil, wer wird gehört, und wer darf das neue System mitgestalten?

Sicherheit und Freiheit

Wie schützen sich demokratische Gesellschaften, ohne ihre eigenen Prinzipien zu verraten? Wer zieht die Grenze zwischen Sicherheit und Freiheit?

Der weg nach 2050

Auf der Suche nach Ideen

Aus 33 Ländern und allen bewohnten Kontinenten gingen insgesamt 89 gültige Beiträge ein. Eine Jury wählte daraus 14 Autor*innen aus 15 Ländern von fünf Kontinenten aus, die beim Writing Retreat ihre Geschichte weiterentwickeln.

Aus Ideen werden Geschichten

Vom 7. bis 10. Oktober 2026 entwickeln die Autor*innen beim Writing Retreat in oder um Berlin gemeinsam mit professionellen Storytelling-Coaches aus ihrer Idee die vollständige Geschichte.

Geschichten im Dialog

Die finalen Erzählungen werden publiziert und über andere Formate und öffentliche Veranstaltungen erlebbar gemacht.

Call for submissions

Jede Geschichte in twentyfifty antwortet auf dieselbe Frage: In welcher Demokratie wollen wir leben? Hier findest du den Call, mit dem die Reise nach 2050 begann.

Partner

  • Von 2040 nach 2050

    twentyfifty baut auf twentyforty auf. Dort schrieben Forschende aus zehn Ländern Geschichten über die digitale Zukunft. twentyfifty verschiebt den Blick und fragt nicht nur, was Technik möglich macht, sondern welche Gesellschaft wir mit ihr gestalten wollen.

  • Dreizehn Geschichten

    Dreizehn Forschende haben sich vorgestellt, wie wir 2040 lieben, leben, lernen, arbeiten und regieren. Der Open-Access-Sammelband wurde bereits über 1.300 Mal heruntergeladen.

  • Utopien in Bewegung

    Aus den Geschichten wurde eine Miniserie: 15 Episoden, die einzeln funktionieren oder zusammen einen 45-minütigen Film ergeben.

  • Eintritt ins Jahr 2040

    Im Juli 2020 zogen die Geschichten in eine Ausstellung in Berlin, mit Auszügen, Illustrationen und audiovisuellen Experimenten.

  • Geschichten im Dialog

    Rund um die Geschichten entstanden ein Schreibsprint, Talks mit den Autor*innen und ein Hörbuch. So gelangten die Utopien in Klassenzimmer, Gespräche und direkt ins Ohr.