
Hoodie statt Laborkittel: Wie Digitalisierungsforschung wirklich aussieht, zeigt das HIIG bei der Langen Nacht der Wissenschaften
Berlin, 02.06.2026 – Das gängige Bild von Wissenschaft: Reagenzgläser, Mikroskope und sterile Räume. Doch wenn Fragen wie „Zerstört KI wirklich die Umwelt?“ oder „Wie verändern Deepfakes Demokratien?“ im Mittelpunkt stehen, wird der Laptop zum Werkzeug und die digitale Gesellschaft zum Forschungsfeld. Wer sich davon selbst ein Bild machen möchte, hat am 6. Juni Gelegenheit dazu, wenn das Alexander von Humboldt Institut für Internet und Gesellschaft (HIIG) seine Türen zur Langen Nacht der Wissenschaften in Berlin öffnet. Von 17 bis 24 Uhr zeigen die HIIG-Forschenden an über 15 Stationen, in Vorträgen, Live-Podcasts und Mitmach-Aktionen, wie Digitalisierungsforschung an der Schnittstelle von Technologie und Gesellschaft funktioniert.
Alle Berliner*innen sind eingeladen, die Arbeit der rund 30 Wissenschaftler*innen kennenzulernen, Fragen zu stellen und sich von spannenden Themen überraschen zu lassen. Auf der Event-Webseite finden Sie das vollständige Programm. Die Highlights:
- Die vielen Gesichter von Deepfakes | 18:30–19:00 | Vortrag
Prof. Dr. Jeanette Hofmann
In Deutschland dreht sich die Debatte um Deepfakes vor allem um sexualisierte Gewalt und Desinformation, und das zu Recht. Aber dieselbe Technologie kann auch Verfolgte schützen, politisch unterdrückten Menschen eine Stimme geben und Erinnerungen lebendig halten. Jeanette Hofmann zeigt, welche Rolle synthetische Medien in der Demokratie spielen können. - Zufall, Magie oder einfach Mathematik? Personalisierung im Internet verstehen | 17:00–00:00 | Mitmachexperiment
Irina Kühnlein, Elena Eulitz, Sarah Spitz & Dr. Maurice Stenzel
Wer online kurz nach Katzenhusten sucht, sieht danach Werbung für Tierbedarf: Personalisierung im Internet funktioniert erstaunlich präzise. An einem interaktiven Parcours können Besucher*innen ihre eigene Datenspur vom Smartphone bis zur Werbeanzeige Schritt für Schritt verfolgen. Denn welche Inhalte Menschen online erreichen, ist keine Zufallssache. - Zerstört KI wirklich die Umwelt?! | 17:30–18:30 Uhr | Fragerunde ab 16 Jahren
Dr. Theresa Züger (HIIG) und Jonathan Niesel (Greenpeace)
Jedes Mal, wenn ein KI-System eine Anfrage beantwortet, verbraucht es Strom und Wasser. Doch wie groß ist der ökologische Fußabdruck wirklich und was lässt sich dagegen tun? In Kooperation mit Greenpeace diskutieren wir aktuelle Forschungsergebnisse und stehen im Anschluss für alle Fragen zu KI und Nachhaltigkeit zur Verfügung. - Anonym im Internet – die Technik hinter dem Darknet | 17:15–18:00 Uhr | Vortrag
Prof. Dr. Björn Scheuermann
Anonym im Internet surfen klingt nach Darkweb und Kriminalität. Dabei steckt dahinter eine schlichte Frage: Muss jeder sehen können, wer gerade welche Webseite besucht? Dieser Vortrag erklärt, wie das Tor-Netzwerk das technisch verhindert und warum diese Technologie für Medienhäuser, Whistleblower und Menschen in autoritären Staaten ein legitimes Werkzeug ist. - Internet on the rocks: Ein Bargespräch mit Forschenden | 20:00–21:00 Uhr | Diskussion
Dr. Theresa Züger, Prof. Dr. Wolfgang Schulz & Prof. Dr. Dr. Thomas Schildhauer
Was haben eine Medienwissenschaftlerin, ein Jurist und ein Ökonom gemeinsam? Sie alle forschen zu den drängendsten Fragen der Digitalisierung: Kann KI dem Gemeinwohl dienen? Ist Moderation von Inhalten auf Social Media so etwas wie Zensur? Berliner*innen sind eingeladen, bei einem Getränk an der institutseigenen Bar unseren Forschenden alle ihre Fragen zu stellen.
Für Ihre Berichterstattung stehen Ihnen die HIIG-Forschenden gerne zur Verfügung. Das Programm umfasst Angebote auf Deutsch und Englisch. Tickets sind über die offizielle Website der Langen Nacht der Wissenschaften erhältlich.
Pressematerial
Einen ersten Einblick in den Forschungsalltag am HIIG bietet das Promovideo des Instituts für die Lange Nacht der Wissenschaften. Druckfähiges Bildmaterial ist auf Anfrage erhältlich.
Ansprechpartner für Presse und Interviewanfragen
Frederik Efferenn | Tel. +49 30 200 760 82 | presse@hiig.de
Das Alexander von Humboldt Institut für Internet und Gesellschaft
Das Alexander von Humboldt Institut für Internet und Gesellschaft erforscht die Entwicklung des Internets aus einer gesellschaftlichen Perspektive, um die damit einhergehende Digitalisierung aller Lebensbereiche besser zu verstehen. Als erstes Forschungsinstitut in Deutschland mit einem Fokus auf Internet und Gesellschaft hat das HIIG ein Verständnis erarbeitet, das die Einbettung digitaler Innovationen in gesellschaftliche Prozesse betont. Basierend auf dieser transdisziplinären Expertise und als Teil des Global Network of Interdisciplinary Internet & Society Research Centers will das HIIG eine europäische Antwort auf den digitalen Strukturwandel entwickeln.
