
KI und Gleichstellung
Der Einsatz von Künstlicher Intelligenz bietet die Chance, die digitale Transformation zum Wohl der gesamten Gesellschaft zu gestalten. Bislang bleibt dieses Potenzial jedoch weitgehend unausgeschöpft. Da KI-Systeme in gesellschaftliche Strukturen eingebettet sind, reproduzieren sie bestehende Vorurteile und verstärken soziale Ungleichheiten. Besonders betroffen sind Frauen. KI-Systeme lernen aus historischen Daten, in denen Frauen unterrepräsentiert oder verzerrt dargestellt sind. Das hat konkrete Folgen, wenn etwa Algorithmen in Bereichen wie dem Recruiting oder der Kreditvergabe ihre Entscheidungen auf Basis dieser verzerrten Datenlage treffen. Auch in der KI-Branche selbst sind Frauen stark unterrepräsentiert – obwohl dort über Fragen und Perspektiven entschieden wird, die in technische Lösungen einfließen. Hinzu kommt, dass Frauen KI-Tools seltener nutzen und sich in ihrer Anwendung weniger zutrauen, was die Gefahr birgt, in einer zunehmend KI-geprägten Arbeitswelt strukturell benachteiligt zu werden. Schließlich wird KI auch gezielt als Werkzeug digitaler Gewalt eingesetzt. Täglich werden unzählige sexualisierte Deepfakes erzeugt, von denen Frauen überproportional betroffen sind.
Erkenntnisse zu Ursachen, Auswirkungen und wirksamen Gegenmaßnahmen liegen vor, aber fragmentiert und nicht systematisch aufbereitet. Das Forschungsprojekt KI und Gleichstellung schafft diese evidenzbasierte Wissensgrundlage. Es identifiziert mögliche Forschungslücken und evaluiert Aussagen zur Wirksamkeit bestehender politischer Interventionen.
Forschungsvorhaben
In einer systematischen Metastudie werden nationale und internationale Forschungsergebnisse ausgewertet, strukturiert und auf politische Handlungsmöglichkeiten hin analysiert.
Identifikation zentraler Problemfelder an der Schnittstelle von KI und Gleichstellung
Analyse von regulatorischen Instrumenten und Förderansätzen zur Reduktion struktureller Ungleichheiten
Entwicklung von forschungsbasierten Handlungsempfehlungen für Politik
Ergebnisse im Dialog
Die Ergebnisse der Metastudie bilden die Grundlage für ein geplantes AI Gender Gap Observatory, das Entwicklungen im Feld KI und Gleichstellung kontinuierlich beobachten und aufbereiten soll. Die gewonnenen Erkenntnisse werden gemeinsam mit Akteur*innen aus Politik, Wissenschaft, Zivilgesellschaft und Wirtschaft diskutiert und in konkrete Pilotansätze für politische und institutionelle Maßnahmen überführt. Gleichstellung wird dabei nicht als nachgelagerte Korrekturmaßnahme verstanden, sondern als Qualitäts- und Innovationskriterium der KI-Entwicklung selbst.
Freia KuperWissenschaftliche Mitarbeiterin: Gesellschaftliche Werte, Transformation und Künstliche Intelligenz
Katharina MoseneWissenschaftliche Mitarbeiterin: Neue Technologien und Zukunft des Rechts
Nele BußStudentische Mitarbeiterin: Innovation, Unternehmertum & Gesellschaft
Sarah ZiedlerMitarbeiterin: Wissenschaftskommunikation
Theresa Züger, Dr.Forschungsleitung: Gesellschaftliche Werte, Transformation und KI
Finanzierung
| Laufzeit: | 04/2026 – 12/2026 |
| Förderer: | Bundesministeriums für Bildung, Familie, Senioren, Frauen und Jugend |
Künstliche Intelligenz und Gesellschaft
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