Am 25. und 26. Oktober veranstaltete das Alexander von Humboldt Institut das 1. Berliner Kolloquium für Internet und Gesellschaft. Die dort behandelten Themenschwerpunkte speisen sich aus der neu entworfenen Forschungsagenda und ihren Themenbereichen Internet- und MedienregulierungInternet Policy and GovernanceInternet-basierte Innovation und Globaler Konstitutionalismus und das Internet. In dieser Beitragsreihe schreiben die Doktoranden des Institutes über die einzelnen vorgestellten Forschungsprojekte und die dazugehörigen Diskussionen.

von Kaja Scheliga

Dieser Workshop war durch eine interdisziplinäre Herangehensweise gekennzeichnet: Eine Juristin hat Software Interoperabilität untersucht, ein Soziologe hat die Entwicklungen im Bereich von Open Design erkundet und ein Informatiker hat die Diskussion moderiert.

Im ersten Teil des Workshops hat Begoña González Otero (Max-Planck-Institut für Immaterialgüter- und Wettbewerbsrecht, München) die Ergebnisse ihrer Doktorarbeit vorgestellt: Compelling to Disclose Software Interoperable Information: Risk for Innovation or Balanced Solution? Sie bemerkte, dass Softwarestandards in einem ziemlichen Durcheinander seien. Software Interoperabilität wird gebraucht damit Programme miteinander agieren können und Produkte zusammen funktionieren können. Allerdings haben wir es in der Praxis oft lediglich mit Kompatibilität statt Interoperabilität zu tun. Die Digital Agenda for Europe 2010-2020 arbeitet daran Interoperabilität zu verbessern und auszuweiten. Eine darin hervorgehobene Empfehlung ist die Überarbeitung der Software Directive und dazugehöriger Ausnahmen damit Interoperabilität ermöglicht wird, ohne das Gleichgewicht zwischen Copyright und Wettbewerbsrecht zu stören.

Begoña González Otero – by videobuero.de

Im zweiten Teil des Workshops stellte Christoph Schneider (Institut für Technikfolgenabschätzung und Systemanalyse, Karlsruhe) sein Promotionsvorhaben vor: Concrete utopias of an open technology: The practices and futures of open design. Er beobachtet eine Verlagerung von Open Source Initiativen aus der digitalen Welt in die materielle Welt. Fablabs, Hackerspaces oder die MakerBot Industries sind nur ein paar Beispiele. Diese Verlagerung eröffnet neue Paradigmen für Innovation. In seiner Doktorarbeit erforscht Christoph Schneider die Wechselbeziehung zwischen Visionen und Objekten. Wie werden Visionen von Zukunft und Technologien in Open Design-Praktiken umgesetzt? In diesem Kontext werden Objekte als sich im fließenden Zustand befindend betrachtet und es wird ihnen ein soziales Leben zugeschreiben. Was passiert mit Objekten, wenn sie von einem Zustand in einen anderen wechseln? Darüber hinaus haben Objekte das Potenzial Menschen beim Erlernen von Fähigkeiten, Wissensteilung und Problemlösung zu synchronisieren. Wie zirkuliert Wissen in Open Design Strukturen?

Christoph Schneider – by videobuero.de

Diese Herangehensweise zusammenfassend lässt sich behaupten: “The future is open source everything” (Linus Torvalds).

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